Windenergie im Kanton Luzern ist keine Option
In diversen Leserbriefen von Kantonsräten zum Luzerner Richtplan wird die «Windenergie» als Beitrag gegen den Strommangel erwähnt. Die Politik scheint sich mit diesem Thema eher wenig befasst zu haben. Jahrelange Ermittlungen über Windenergie und Windströmungen ergaben das nüchterne Ergebnis, dass das windschwache Mittelland (leider) untauglich ist für Windräder. Der massgebende Faktor bei Windanlagen (WEA) ist die Zahl der jährlichen Volllaststunden (VL-Std.). Diese liegen z.B. In Norddeutschland, Holland, Dänemark zwischen 3200 bis 4500. Auf den Jurahöhen erreichen die installierten und die geplanten Anlagen immerhin 2000 VL-Std., ergibt rund 22 Prozent der Jahresleistung. Die ausgeprägt tieferen Windwerte des Mittellandes und der Voralpen werden oft auch in SRF-Meteo gezeigt bei Südwestlagen. Dies begründet die deutlich tieferen WEA-Erträge von lediglich 1000 bis max. 1400 VL-Std. von den bereits installierten Anlagen im windschwachen Mittelland und den Voralpen; also ein Drittel weniger gegenüber dem Jura-Plateau (winddata.ch / windatlas.ch).
Die Idee, mit einem für speziell windschwache Standorte ausgelegten, auf 240 Meter Höhe ragenden WEA-Typ und 130-Meter-Rotor bessere Erträge zu erzielen, ändert nichts an der Anzahl der VL-Std. Deshalb können in dieser Region nicht über 1300 VL-Std. erwartet werden, also max. 15 Prozent der Jahresleistung. Die Windverteilungen zeigen nur wenige Wochen pro Jahr mit wirklich effizientem Ertrag, denn die halbe Windgeschwindigkeit erzeugt bloss einen Achtel der Nennleistung einer WEA.
Ein Beispiel krasser Fehleinschätzung ist der Windpark auf dem Nufenen, dessen Leistung mit rund 700 VL-Std. bloss einen Drittel der Prognosen erreicht. Völlig ausser Acht gelassen wurden die Turbulenzen und Windscherungen auf Grund der Topografie sowie die Luftdichte. Ebenfalls nur die Hälfte der Prognosen liefern die Anlagen auf dem Gotthardpass mit weniger als 1000 VL-Stunden.
Für den gemäss Luzerner Richtplan erhofften Strom von 250 GWh müsste unser dichtbesiedelter Kanton mit 50 bis 60 riesigen, ineffizienten Windrädern bestückt werden. Dies benötigt befestigte Zufahrtspisten für Schwersttransporte durch Feld- und Waldwege sowie Betonfundamente von 1200 Tonnen.
Legen wir den Fokus auf die Wasserkraft, auf Solar und Energieeffizienz! Allein durch den Ersatz von 100 000 elektrischen Widerstandsheizungen durch Wärmepumpen könnte die Hälfte der Strommenge des AKW Mühleberg eingespart werden.
Anton Suter, Schenkon