Kraftvolle Kunst von Pia Fries ganz nah
Wer sich auf die Arbeiten von Pia Fries einlässt, kommt so schnell nicht wieder davon los. 1955 in Beromünster geboren, ist sie eine Künstlerin von internationalem Format. Ihre Werke werden in New York, Paris und Venedig gezeigt, nun aber ist sie in Reichweite: in der neusten Ausstellung im Kunsthaus Baselland in Muttenz, noch bis Anfang Juli. Aber nicht nur.
Wer sich auf die Arbeiten von Pia Fries einlässt, kommt so schnell nicht wieder davon los. Ihre Werke tragen eine ungeheure Spannung in sich. Prozesse des Lebens sind darin wiederzuerkennen, riesig, roh, in atemberaubender Schönheit gleich einer Naturgewalt. Die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Baselland zeigt über dreissig Schaffensjahre hinweg ältere wie auch ganz neue Arbeiten von Pia Fries. Herzstück ihrer Präsenz bildet das neuste Werk «durch sieben siebe», eine alle Seiten eines Raumes umspielende Wandmalerei von enormer Ausdruckskraft.
Besuch an der Eröffnung
Zur Eröffnung Anfang Februar sind auch Daniel Bucher und Ignaz Suter aus Beromünster gereist, die das Schaffen von Pia Fries schon seit Jahrzehnten verfolgen. «Die Bilder von Pia Fries mit ihren Farben und Schichtungen sind einfach faszinierend!», sagt Daniel Bucher, der auch mit der Künstlerin verwandt ist. «Sie sind kraftvoll und einnehmend. Ich bin schlicht begeistert. Er habe den Abend im Kunsthaus Baselland mit den vielen Besucher:innen genossen, erzählt er. «Es war ein Abschalten vom Alltag und ein Eintauchen in eine andere Umgebung. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert!» Auch Ignaz Suter ist beeindruckt, auch von Pia Fries als Mensch: «Sie strahlt eine extreme Ruhe aus, eine Ausgeglichenheit und Überlegtheit, und sie ist sehr offen!»
Im internationalen Kunstmarkt
Pia Fries ist im Wirtshaus Ochsen im Flecken Beromünster aufgewachsen. Es war am Töchterinstitut Baldegg, wo die Malerei erstmals in ihr Leben trat. Von da an nahm ihr künstlerischer Werdegang einen steilen Verlauf bis hoch hinauf aufs internationale Parkett. Pia Fries hat das Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Kunst und Gestaltung Luzern gemacht, darauf das Studium der Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde als Professorin für Malerei an die Universität der Künste in Berlin und an die Akademie in München berufen. Auf ihren Erfolg angesprochen, meint sie schlicht: «Es war vor allem sehr viel Arbeit.» Wie dies einzuordnen ist, erklärt Guido Marbach, Kunsthändler aus Sursee: «Nur sehr wenige Schweizer Künstler sind im internationalen Kunstmarkt abgestützt. Pia Fries’ Werke werden auf Kunstauktionen etwa bei Sotheby’s in London, Belgien oder Deutschland mit Erfolg angeboten und verkauft, mit Preisen im fünfstelligen Bereich.» Was ihr Schaffen auszeichne, sei vor allem ihre Eigenständigkeit und Stabilität.
«Ein Abschalten vom Alltag und Eintauchen in eine andere Umgebung.» Daniel Bucher über den Besuch der Ausstellung von Pia Fries im Kunsthaus Baselland.
Wer für diese Kunstbetrachtung nicht gerade nach Basel reisen mag, findet Pia Fries auch in der Nähe. Im Foyer der Gemeindekanzlei von Beromünster sind drei Bilder von ihr ausgestellt. Besonders sehenswert das ein auf drei Meter grosse Werk «galosson». Es ist eine Leihgabe der Künstlerin.
Text: Ursula Koch-Egli, Bilder: Christian Hartmann / uke