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Zwei junge Schwarzkünstler «getauft»

Es ist ein alter Brauch der Buchdrucker- und Schriftsetzerbranche, die Lehrlinge nach bestandener Prüfung zu «gautschen». Genau zu einem solchen Anlass mutierte der als gemeinsames Bräteln angesagte Firmenanlass der Wallimann Medien und Kommunikation AG in Beromünster. Die beiden erfolgreichen Lernenden, Alisha Rast und Elias Bucher, wurden in die Gilde der Schwarzkünstler aufgenommen. 

Zwei junge Schwarzkünstler: Alisha Rast und Elias Bucher.

Am vergangenen Mittwochnachmittag besammelte sich die Belegschaft der Wallimann Medien und Kommunikation AG zum gemeinsamen Bräteln in Richtung Waldkathedrale. Bereits vor der Fläcke-Chäsi ertönte der bekannte Ruf «Packt an!», und die beiden mehr oder weniger überraschten Lehrabgänger Alisha Rast, Polygrafin, und Elias Bucher, Medientechnologe, wurden fest in den Griff genommen und in einen Transportwagen mit Gitterwänden verfrachtet. Das Bräteln mutierte zur «Gautschte» und die beiden wurden weitgehend widerstandslos in den Flecken zum Scholbrunnen transportiert. 

Der kleine Umzug nähert sich dem Scholbrunnen. 

Dort wurde der kleine «Umzug » von Angehörigen und Bekannten erwartet. Unterwegs hatten sie bereits ein paar Duschen genossen und jetzt wartete die eigentliche «Gautschzeremonie», die sie nacheinander über sich ergehen lassen durften. Diese sieht die «Taufe» mit einem nassen Schwamm vor, dann folgte ein Guss mit einem Eimer Wasser über den Kopf und schliesslich folgte das Bad im Brunnen. So wie es im Gautschbrief steht, welcher parallel dazu vorgelesen wurde. 

Gäutschling Elias Bucher, die beiden Packer Labinot Pali und Daniel Arnold (r.) und die Eimerhalterin Rumeysa Yalcin, welche vor einem Jahr gegautscht wurde.
Alisha Rast wird von Jonas Elmiger und Jose Bonnelame (r.) ins Nass entlassen.

Mit diesem Akt sind die beiden nun offiziell «Jünger Gutenbergs» und «rechtmässige Gesellen». Der Brauch des Gautschens im Druckergewerbe kann bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden und die Firma Wallimann hält diesen seit Jahren hoch und gratulierte den beiden Gäutschlingen herzlich. Im benachbarten Bistro 531 klang der traditionelle Anlass mit Grilladen, Bier und Wein aus.

Die beiden jungen Schwarzkünstler (Bildmitte) flankiert von den Wallifrauen und -männern und ihren Angehörigen.

Martin Sommerhalder





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