Skip to main content Skip to page footer

Zum Tod von Ludwig Suter: Er wird allen unvergesslich bleiben

Am vergangenen Montag, 11. Juli, ist der Ur-Möischterer, der Grafiker, Illustrator und Nachtwächter Ludwig Suter nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren verstorben. Alle sind in Trauer.

Ludwig Suter: Der Ur-Möischterer und Nachtwächter ist im Alter von 73 Jahren verstorben.     Bild:mars

Alle sind überrascht vom plötzlichen Tod des Nachtwächters. Erst vor vier Wochen fand die Vernissage seines jüngsten, nunmehr letzten Buches «Badgass-Idylle» statt, bei Wein, Käse und Brot. Seine grosse Popularität sorgte dafür, dass sehr viele mit dabei waren. Am vergangenen Montag ist er nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Kann nun jemand, der gerade seit einer Woche für den Michelsämter schreibt den Ur-Möischterer Ludwig Suter angemessen würdigen? Selbstverständlich nicht. Da stünden eine ganze Reihe seiner Weggefährten in der ersten Reihe. Nur, diese sind ebenso überrascht über den plötzlichen Tod, wie alle – und jetzt in tiefer Trauer. Eine echte Würdigung wird deshalb folgen, wenn die Zeit reif ist dafür. An dieser Stelle deshalb einige Erinnerungen, denn es ist ja nicht so, dass Ludwig Suter dem Schreibenden völlig unbekannt wäre. Die letzte Begegnung war zur Vorstellung des neuen Buches im kleinen Kreis. Das war Mitte Mai, da kam er direkt aus dem Spital. «Ich bin todkrank», winkte er die Frage nach dem Grund dieses Spitalaufenthalts mit einer Handbewegung ab. Wir sprachen also über etwas Schönes: Die Idylle an der Badgass, das Buch, das bald in den Druck ging und das kleine Fest mit Ausstellung, das er für die Präsentation vorbereitete. Wie geplant fand der Anlass an Fronleichnam, Mitte Juni statt. «Er liebte all das Schöne in Möischter und kämpfte dafür bis zuletzt», so steht es auch auf seiner Todesanzeige. 

Bereits bei einem früheren Treffen, im vergangenen Dezember, waren die Arbeiten an der «Badgass-Idylle» weit fortgeschritten. Der Grund für das Buch: An dieser Gasse soll ein Wohnbau entstehen, welcher aus seiner Sicht überhaupt nicht dorthin gehört. Statt politisch Lärm zu machen, griff er zu seinen Farbstiften und machte seinen Widerstand auf die ihm eigene Art deutlich. «Zeichnen darf man alles», hielt er damals mit seinem spitzbübischen Lächeln fest. Eines, das man auch in vielen seinen anderen Illustrationen und Zeichnungen zu erkennen glaubt. Sie haben das, was er auch von seinem neusten Werk verlangte: «Das Buech muess Chleibi ha inneför», sprich: trotz historischer Präzision so viel Charme, dass alle in seinen Seiten «kleben» bleiben. Seine Grafiken sind grundsätzlich einzigartig, man muss nie rätseln aus welcher Feder sie stammen. Sie haben wir er selber ein einzigartiges Profil, sie haben Charakter, sind urchig, ehrlich und träf.

 Jahrelang gestaltete Ludwig Suter das sogenannte «Neujahrsbild», das Frontbild der letzten Ausgabe des Jahres vom benachbarten Wynentaler Blatt. Oft brachte er nicht nur das Bild auf die Redaktion. Als er 2019 das «Château de Reinach» im Elsass gestaltete, lieferte er das Interview mit den beiden Baronen François und Antoine de Reinach-Hirtzbach mit dazu, den Stockholmer Palast der Familie Hallwyl, den «Hallwylska Palatset», mit einem Stapel Geschichtsbücher. Die Ausgabe kam so auch zu einer seitenlangen Familiengeschichte der Hallwyls. Ludwig schickte Text und Bild an Graf Michael von Hallwyl, prompt sendete dieser ein handschriftlich unterschriebenes, freundlich formuliertes Dankeschön zurück. Als Nachtwächter mit Windlicht, Feuerhorn und Hellebarde wird er vielen unvergesslich bleiben. Über die Wettbewerbe für die Luzerner Fasnachtsplakette, die er regelmässig gewann, die zahlreichen Poststempel, die er gestaltete oder dass manch ein renommierter Ortsbildschützer die ersten Impulse von Ludwig Suter bekam, davon werden seine Weggefährten zu gegebener Zeit in dieser Zeitung berichten.

 Text: Martin Sommerhalder 




Das könnte Sie auch interessieren