Zum Thema Speck und Mäuse
Im Leserbrief von Heinrich Estermann («Mit Speck fängt man Mäuse») wird die Initiative «JA zur Freihalte- und Grünzone Schlössli Höchi» als unverantwortlich, unschweizerisch und irreführend bezeichnet. Es entsteht der Eindruck, dass diese Initiative subversiv und verbrecherisch sei. Zudem findet Herr Estermann es erstaunlich, dass der Gemeinderat die Initiative überhaupt für gültig erklärt hat. Ist es nicht so, dass nur gültig erklärt werden kann, was auch nach Gesetz gültig ist? Oder kann man – wie in anderen Ländern (leider) üblich – solche Initiativen einfach unter den Tisch fallen lassen? Unser Gemeinderat ist meiner Ansicht nach kompetent genug, die Fakten zu prüfen, und er hat darauf basierend die Initiative schliesslich für gültig erklärt. Das Fundament unserer Demokratie sind die Meinungsfreiheit und das Recht, mittels Initiativen die Bevölkerung über Sachgeschäfte abstimmen zu lassen. Was soll daran unschweizerisch sein? Nur bei allem mit dem Kopf zu nicken und Ja zu sagen ist einfach. Es spart Nerven, Energie und Zeit. Ich spaziere fast täglich über die Schlösslihöhe und geniesse jedes Mal den freien Blick auf den Schlössliwald und den Stiftsbezirk. Ob sich das geplante Projekt, wie von Herrn Estermann beschrieben, harmonisch in die Umgebung einfügt, liegt wohl im Auge des Betrachters. Ich für meinen Teil sehe da nicht viel Harmonisches. Zudem sind die «zweistelligen» Millionenbeträge für Entschädigungen, welche herumgeboten werden, komplett aus der Luft gegriffen und reine Angstmacherei. Es geht um ein kleines Stück Land, das nicht bebaut werden soll. Geben wir uns und unseren Nachkommen die Chance auf einen freien Blick zum Schlössliwald. Für mich gibt es nur ein JA an der Urne. Ich hoffe, für Sie auch!
Herbert Müller, Beromünster