«Zrogg i Fläcke» – die fünfte Jahreszeit ist wuchtig ausgebrochen
Darauf haben die Fasnächtler lange warten müssen: Endlich findet die Fasnacht wieder in völlig normalem Rahmen statt. Schräg, ausgeflippt mit Trommelwirbeln, schränzenden Klängen und vor allem mit Tuch- fühlung beim Plaudern und beim Kafi Schnaps. So auch beim obli-gaten Startfurioso am Schmutzigen Donnerstag im Flecken. Das letzte Mal konnte dieses Ereignis im Jahr 2020 gefeiert werden.
Entspannte Gesichter – soweit das unter der dicken Schminke erkennbar war – Masken, die man gerne anzieht und eine grandiose Stimmung herrschte am Donnerstagmorgen im Flecken. Die Guuggenmusigen hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon bei der einen oder anderen Tagwache auf Betriebstemperatur geschränzt. Im Flecken war dafür selbstverständlich der «Platzhirsch», die Beromüügger, am Morgen um 5 Uhr zuständig. Vier Stunden später sorgten sie dann prächtig geschminkt mit dem ersten Auftritt aller beteiligten Guuggen für den eigentlichen Auftakt in die Fasnacht 2023. Der obere Flecken war verkehrsfrei, wie man das seit jeher kennt. Er wurde unter seinem Bänderschmuck zur Festhütte. Auch die Stimmung kletterte unverdrossen dem Kulminationspunkt entgegen – was er in den kommenden Tagen zweifellos weiterhin tun wird. Die Bars waren betriebsbereit und liefen wie geölt. Apropos: Nun ist auch das Geheimnis um den Beschluss der «Gwändlikommission» der 40 Jahre alten Gonzbeler Oelibrönner gelüftet. Sie erschienen als .... «Wöschwiiber».
Die Fasnächtler waren alle auf den Beinen und in bester Stimmung, die Handys schussbereit, um jene Sujets zu verewigen, auf die man so lange hatte warten müssen. Nun geht es weiter mit eine Fülle von weiteren Fasnachtsanlässen für gross und klein und einem weiteren regionalen Höhepunkt, dem Umzug in Hildisrieden, am kommenden Sonntag um 14 Uhr, mit dem Motto «E Huet, e Schnauz, mer gfauts» – Schlaf wird bekanntlich überbewertet. Eintauchen, erleben, geniessen!
«Heute geniesse ich es, für nichts verantwortlich zu sein und einfach die Fasnacht zu geniessen.»Ingrid Oehen aus Gunzwil, auf die scherzhafte Frage, ob sie die Neuen der Fleckezunft unter ihre Fittiche nehmen wolle.
Impressionen
Martin Sommerhalder / Karl Heinz Odermatt