Zeitungsprojekt der Schule Beromünster: «Woher wissen Journalisten eigentlich, wo die Storys zu finden sind?»
Dies war nur eine von vielen spannenden Fragen auf dem Rundgang durch die Wallimann Druck und Verlag AG. Seit dem Jahresbeginn planen und realisieren die 5./6. Klasse c & d der Primarschule Beromünster eine eigene Regionalzeitung. Dazu wurden die Schüler:innen in verschiedene Gruppen einer Zeitungsproduktion eingeteilt und schuften seither mit ihren Coaches an Texten, Interviews und Fotos für das hauseigene Blatt. Natürlich dürfen auch Layout und Korrektorat für eine gelungene Zeitung nicht fehlen.
Praktisch, dass mit dem «Michelsämter» rund 300 Meter vom Primarschulhaus eine waschechte Zeitung produziert wird, die «vom ersten bis zum letzten Buchstaben in diesem Gebäude geschaffen wird», wie uns Herr René Troxler direkt zu Beginn der Besichtigung erklärte. Die perfekte Gelegenheit für unsere jungen Reporter, den Weg zur fertigen Zeitung hautnah mitzuerleben und die einzelnen Schritte mit den Experten auf ihrem Gebiet mitzugehen.
«Ich fand es toll, dass wir kommen durften» meinte Nico
Angefangen bei der Entstehung des Zeitungsdrucks in Beromünster ging es weiter zu Chefredaktor Martin Sommerhalder, wo unser dreiköpfiges Chefredaktionsteam natürlich besonders gut die Ohren spitzte.
Ein Höhepunkt für viele Kinder war die anschliessende Einführung in die Welt der Grafik und Fotobearbeitung: Kurzerhand wurde aus dem grünen Lastwagen ein roter und mit ein paar wenigen Mausklicks wurde dem Mann mit Badehose der Schwimmreifen unter dem Arm geklaut und ein dicker Wollpullover angezogen.
«Ich habe es cool gefunden, wie er das Bild im Photoshop ändern kann» stellte Adrijana verblüfft fest.
Obwohl diese Fotobearbeitungskniffs nur zur Demonstration gezeigt wurden und für den «Michelsämter» keine grosse Verwendung finden, staunten nicht nur die Kinder, was ohne viel Aufwand täuschend echt abgeändert werden kann.
Beim Betreten der Druckerhalle schlugen die Herzen der jungen Tüftler und Techniker ein bisschen höher. Vor ihren Augen erstreckte sich das neue Herzstück der Druckerei: die nigelnagelneue Druckmaschine.
«Es hat mich beeindruckt, wie modern die Druckmaschine war» sagte Jara.
Beim Vorbeilaufen an der topmodernen High-End-Druckmaschine, der grössten Investition in der Firmengeschichte von Wallimann, wurden die Schritte immer langsamer und die Augen immer grösser, um die rasant durchrauschenden Papierbögen zu bestaunen.
«Die Zeitung wurde richtig schnell gedruckt» staunte Samuel.
Auch spannend war der Anblick der alten, jahrelang treu ihre Dienste leistenden Druckmaschine, welche ausgelaugt und voller Druckerschwärze direkt neben ihrer Nachfolgerin dalag und für ihr nächstes Druckerleben in Brasilien vorbereitet wurde.
«Mir war es zu laut» konstatierte Daniel.
Im restlichen Teil der Druckerhalle durften die Klassen zu einem lautstarken Konzert des Motorenorchesters die weiteren spannenden Geräte und Maschinerien bei der täglichen Präzisionsarbeit beobachten, wie z. B. die messerscharfe Schneidemaschine, wobei sich viele Kinder erst ein bisschen um die Hände der Produktionsarbeiterin sorgten.
«Es war eine Überraschung, wie gross die Maschinen waren» meinte Livia.
Als Abschluss unseres spannenden und lehrreichen Rundgangs wurden den angehenden Sekundarschüler:innen zudem die Ausbildungswege zu den verschiedenen interessanten Berufen der Wallimann Druck und Verlag AG aufgezeigt, was nach den vielen gesammelten Eindrücken natürlich auf viel Gehör stiess. Der Besuch beim Zuhause des Anzeigers Michelsamt wird uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, auch wenn dies vereinzelt vielleicht hauptsächlich die zusammenkommenden Gerüche in der Druckerei sind:
«Es hat mir viel Spass gemacht. Was mir aber nicht so gefallen hat: Dass es so gestunken hat» war Malous Eindruck.
Text: Linus Kamber, Fotos: kho/ Guido Paffrath