«Wir hegen und pflegen, Sie ernten und geniessen!»
Dies ist der Grundsatz der Selbsterntegärten, die Margrith Koller in Witwil und Tilika Chamberlin in Pfeffikon betreiben. Das Prinzip ist einfach: Die passionierten Gärtnerinnen bauen auf grossen Flächen bei ihren Höfen viel Gemüse an sowie Kräuter und Beeren, welche die Kunden im Abonnement von Frühling bis Herbst selber ernten und geniessen können.
Die Freuden des Gartens geniessen, ohne die Pflicht, tagtäglich dafür zu schauen – dies macht das Konzept Selbsterntegarten aus. Es ist darauf ausgerichtet, den täglichen Bedarf an Obst und Gemüse abzudecken, sodass die Geschenke der Natur direkt «von der Hand in den Mund» konsumiert werden können. Was gibt es Gesünderes als frisch gepflücktes Obst und Gemüse?
Selber ernten in Witwil
«Greensoul», so heisst der Selbsterntegarten von Margrith Koller-Willimann in Witwil, einem kleinen Weiler oberhalb Beromünster. «Greensoul», die grüne Seele, ist auch der Leitsatz der umtriebigen Land- und Bauersfrau, die seit ihrer Kindheit mit dem Ziehen von Pflanzen vertraut ist. Nicht nur einen grünen Daumen hat sie, sondern auch eine grüne Seele. Auf ihrer ansprechenden Website erfährt man viel Zusätzliches über ihr Leben mit den Pflanzen.
Seltene und alte Sorten
Nach Möglichkeit werden im Selbsterntegarten seltene und auch alte Gemüsesorten kultiviert. Auch hat es viele Hochstammbäume, die reichlich Obst liefern. «Wir bewirtschaften den Selbsterntegarten ausschliesslich auf natürliche Art, mit Verzicht auf chemische Spritz- und Düngemittel», so Margrith Koller. «Ebenfalls fliessen Grundsätze der Permakultur in unsere Tätigkeit ein. Es ist uns wichtig, gesundes, unbelastetes Essen ressourcenschonend zu produzieren!» Mitglieder, also Abonnentinnen und Abonnenten ihres Selbsterntegartens in Witwil, können von morgens bis abends vorbeikommen und ihr Gemüse, ihr Obst und ihre Kräuter selber ernten.
Gesund und vital
Seit Jahren beschäftigt sich Margrith Koller mit verschiedenen Anbaumethoden wie dem Marketgardening und dem biologischen Gartenbau. «Mit dem Selbsterntegarten wurde nun ein Prinzip gefunden, welches ideal zu unserem Landwirtschaftsbetrieb passt und unsere Gesinnung widerspiegelt», ergänzt ihr Mann Bruno Koller. «Aus tiefstem Herzen wollen wir gesunde Lebensmittel produzieren, welche den Menschen als Grundlage für ein ausgewogenes und vitales Leben dienen.»
Selber ernten in Pfeffikon
Auch in Pfeffikon ist ein Selbsterntegarten am Entstehen, betrieben von Tilika Chamberlin auf dem «Berghof» oberhalb des Dorfes, welchen sie zusammen mit ihrem Mann David letztes Jahr übernommen hat. «Ich bin mit einem grossen Garten aufgewachsen und mir wurde die Liebe zu den Pflanzen von meiner Mutter quasi in die Wiege gelegt», sagt Tilika Chamberlin. «In meiner Jugend habe ich begonnen, mich mit verschiedenen landwirtschaftlichen Anbausystemen auseinanderzusetzen, was mich dann auch zum Studium der Agrarwissenschaften führte.» Ein Anbausystem, das sie anwendet, ist die Permakultur.
Austausch von Know-how
Tilika Chamberlin in Pfeffikon und Margrith Koller in Witwil arbeiten für ihre Selbsterntegärten eng zusammen. Ressourcen, Tipps und Know-how werden ausgetauscht – eine perfekte Win-win-Situation.
Das Konzept zur Betreibung eines Selbsterntegartens konnten die beiden Frauen von der Familie Heller vom Erlenhof in Büron übernehmen. Mittlerweile sind es schon fünf Betriebe im Kanton Luzern, die diese Idee umsetzen und die sich gegenseitig unterstützen.
Taufrisch und sonnenwarm
Gewächshäuser mit reifen Tomaten, Beeren vom Strauch und knackige Salate direkt vom Beet: Wem jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft, wer aber selbst keinen Garten besitzen oder pflegen kann ... wer sich nach sonnenwarmem, taufrischem Gemüse sehnt sowie einer kleinen Auszeit an der Sonne oder im Schatten der Bäume ... dem sei der Selbsterntegarten empfohlen! Nicht zuletzt auch wegen der Kontakte, die sich dort ergeben, sei es mit den Gärtnerinnen selbst, mit anderen Abonnentinnen oder mit dem grossen Wissen um den Pflanzenreichtum, von dem in diesen Gärten gar vieles schlummert.
Ursula Koch-Egli
BOX
«Greensoul» Witwil
• Täglich, von Frühling bis Herbst, von 8 bis 20 Uhr freier Zugang zum Selbsterntegarten.
• Der tägliche Bedarf an saisonalem, frischem Gemüse darf auf der gesamten Fläche des Selbsterntegartens geerntet werden.
• Sie verpflichten sich für keine Mithilfe.
• Sie dürfen sich auf der Fläche des Selbsterntegartens aufhalten, abschalten und Natur tanken.
Das Abo im Selbsterntegarten Witwil dauert rund 210 Tage, von Ende April bis November, je nach Witterung. Weitere Infos und Preise auf: www.my-green-soul.ch
«Gaia’s Garden» Pfeffikon
Wir pflanzen – du erntest:
Der tägliche Bedarf an frischem, saisonalem Gemüse und Früchten darf auf der gesamten Fläche selber geerntet werden. Das Gemüse wird von uns gepflanzt und gepflegt, es gibt keine Mithilfeverpflichtung.
Aufenthalt auf der gesamten Permakulturfläche als Treffpunkt, Ort zum Verweilen, Entspannen und vieles mehr. Vorhandener Kräutergarten darf genutzt werden.
Weitere Infos: gaiasgarden.ch
Bilder: uke