Wir brauchen die ü65 und müssen die AHV bezahlen können
Die Renteninitiative muss angenommen werden. Im Zeitalter von verzerrter Demografie und daraus folgendem Arbeitskräftemangel ist es nicht ehrlich, die Know-how-Träger:innen mit 65 in den Ruhestand zu entlassen. Die Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass diese erfahrene Fachleute weiterhin arbeiten, allenfalls auch mit reduzierten Pensen. Diesbezüglich müssen wir von der Wirtschaft, unterstützt von der Politik, mit flexiblen Arbeitsmodellen dankbar Hand bieten. Ausser Diskussion ist zudem, dass in den körperlich anstrengenden Berufen die bisherigen sozialpartnerschaftlichen Regelungen weiterhin gelten. Seit 76 Jahren ist das Pensionsalter 65 unverändert. Die minimale Anpassung auf 66 und später die scheibchenweise Bindung an die Lebenserwartung kommt keiner Revolution gleich. Vielmehr ist es das, was Dänemark, Norwegen, Italien und andere Länder bereits beschlossen haben oder ebenfalls planen. Hingegen muss die 13. Rente entschieden abgelehnt werden. Wir können nicht gesellschaftlich und wirtschaftlich Boden gut machen mit einem leicht erhöhten Rentenalter und gleichzeitig neue ungedeckte Ausgaben grosszügig generieren. Deshalb «Ja» zur Renteninitiative und «Nein» zur 13. Rente, beides im Sinne der gesellschaftlichen und ökonomischen Tragbarkeit.
Christian Stofer, Meggen