Wie wird die Ausbildung erlebt und worauf schauen die Berufsbildner?
Welchen Stellenwert legen die Lernenden bei der Stellensuche? Wo liegt der Fokus der Berufsbildner? Der Anzeiger hat nachgefragt.
Fabrice Bieler
In Ausbildung zum Kaufmann EFZ, Müller-Steinag Gruppe
Ich habe mich damals für die Ausbildung zum Kaufmann entschieden, weil das KV eine solide Grundausbildung ist. Diese Ausbildung eröffnet mir ein grosses Spektrum an Möglichkeiten für meine künftige berufliche Weiterentwicklung. Die Ausbildung bei der Müller-Steinag Gruppe gefällt mir sehr. Die bodenständige und hilfsbereite Art des Familienbetriebes schätze ich sehr. Wahrscheinlich gerade deshalb mag ich die Arbeit im Team besonders. Mein Tipp an alle ist so viele verschiedene Berufe und in unterschiedlichen Unternehmen zu schnuppern wie nur möglich.
Nadine Buob
Verantwortliche Berufsbildnerin, Müller-Steinag Gruppe
Als Berufsbildnerin liegt mir die Einstellung und die Motivation der Lernenden stark am Herzen. Dies beginnt schon bei der Vergabe der Lehrstelle. Selbstverständlich spielen die Noten bei der Vergabe der Lehrstelle eine Rolle, denn wir möchten ja, dass die Lernenden in der Berufsschule mithalten können. Aber die Offenheit und der Wille Neues zu Lernen ist gerade so wichtig – sowohl während dem Bewerbungsprozess als auch während der gesamten Lehre. Spannend ist es zu sehen wie sich die Lernenden während dieser «kurzen» Zeit zu jungen Berufsleuten weiterentwickeln. Mein Tipp ist, dass man immer die passende Portion an Offenheit und Neugier beibehält, denn so kann man alles Lernen.
Ramon Felix
Sachbearbeiter Personal, Müller-Steinag Gruppe
Die Lehre im «Bohler» durfte ich 2021 abschliessen und darf auf eine spannende und positive Ausbildung in einem sehr lehrreichen und familiären Umfeld zurückblicken. Dank der Mitarbeit in sechs verschiedenen Abteilungen fehlte es nie an Abwechslung. Die Herausforderung? Der Übertritt von der Oberstufe in die Lehre. Es ist eine ziemlich grosse Umstellung – anderes Umfeld, andere Tagesstrukturen, andere Aufgaben… Da ist die Offenheit und der Dialog zwischen Lernenden und Berufsbildner:innen sehr hilfreich und wertvoll. Mein Tipp an alle ist, dass man den Mut hat Dinge anzusprechen und zusätzliche Unterstützung einfordert.
Pirmin Spichtig
Leiter Berufsbildung, CKW
Einer Lehrstelle geht eine Schnupperlehre voraus. Diese ist für uns entscheidend, um zu beurteilen, wie gross das Interesse und die Motivation für den Beruf sind, wie gut die Person ins Team passt und wo deren individuelle Stärken liegen. Daneben achten wir auch auf die schulischen Leistungen, das ist jedoch nicht der wichtigste Punkt: Die Erfahrung zeigt, dass nicht immer die Lernenden, die bei Lehrstart die besten Schulnoten mitbringen, am Ende die beste Lehrabschlussprüfung absolvieren.
Moritz Münkel
In Ausbildung zum Fassadenbauer EFZ, Gebr. F. + B. Meyer
Ich arbeite sehr gerne handwerklich und mit anderen Menschen zusammen. Und da mich Metall als Arbeitsmaterial interessiert, habe ich mich für diese Ausbildung entschieden. Da ich in Neudorf wohne, wo die Firma F. + B. Meyer AG ihren Sitz hat, war mir diese natürlich bekannt. Zudem fand ich ihre Website sehr ansprechend. Ein weiterer entscheidender Punkt war für mich auch der nahe Arbeitsweg. Die Tätigkeit auf den Baustellen gefällt mir sehr, denn am Abend kann man immer das Ergebnis seiner Arbeit sehen.
Christian Meyer
Geschäftsleiter und Berufsbildner, Gebr. F. + B. Meyer
Die Lehrstelle ist der Beginn in den Arbeitsalltag. Bei der vorausgehenden Schnupperlehre können die Stärken und die Motivation für den Beruf eruiert werden. Wer weiss, wie sich Lernende mit ihrem Beruf identifizieren, kann ein tieferes Verständnis dafür entwickeln, wie es ihnen gelingt, eine Balance zwischen eigenen Erwartungen und jenen der Arbeitswelt zu finden. Mit Nachhaltiger Nachwuchsförderung wollen wir den aufstrebenden Handwerker/innen optimale Voraussetzungen schaffen um eine erfolgreiche Lehrzeit zu absolvieren.
Text und Fotos: zvg