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Wie Kushido vor 35 Jahren in das Seetal kam

Vor genau 35 Jahren wurde eine Sportart in das idyllische Seetal eingeführt, die nicht nur körperliche Disziplin, sondern auch mentale Stärke fördert: Kushido, ein Karatestil, der verschiedene Kampfkünste vereint. Die Kampfkunstschule hat sich mittlerweile fest in der Region etabliert und zieht Menschen jeden Alters an.

Kushido ist Teil ihres Lebens: Irene Mieschbühler, Jan Merz, Beat Denier und Beni Isenschmid (von links).

Die Geschichte des Kushido im Seetal begann im Jahr 1989, als die Karate-Instruktoren Juanita und Paul Baumann aus Stansstad beschlossen, ihr Wissen und ihre Leidenschaft auch im Seetal weiterzugeben. Die beiden lebten zuvor auch in Kapstadt, Südafrika, wo sie in der ersten Kushidoschule des Gründers Hugh St. John Thomson lernten und trainierten. Nach der Rückkehr in die Schweiz eröffneten sie 1986 ihre erste Schule, auch «Dojo» genannt, im nidwaldnerischen Stansstad, später kamen die Karateschulen in Hochdorf und Zug dazu.

Disziplin, Respekt und Selbstvertrauen

«Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals das erste Mal von Karate hörte», sagt Beat Denier, einer der ersten Schüler in Hochdorf von Juanita und Paul Baumann. «Es war etwas völlig Neues hier im Seetal. Die Idee, Körper und Geist zu trainieren, hat mich sofort fasziniert.» So bin ich noch heute aktiv und gebe mein Wissen, mittlerweile als Schwarzgurt, weiter an Kinder und Erwachsene.

Mit der Zeit gewann Karate im Seetal an Popularität. Die Kushido-Schule zog immer mehr Schüler an. Lokale Veranstaltungen und Vorführungen halfen dabei, das Interesse an dieser fernöstlichen Kampfkunst bei der Bevölkerung zu wecken. Erwachsene und Eltern vieler Kinder erkannten die positiven Auswirkungen des Karate-Trainings: Man lernt Disziplin, Respekt und Selbstvertrauen. Viele Eltern ermutigten ihre Kinder, dort teilzunehmen. Heute trainieren in Hochdorf über 40 Kinder als «Pre-Kushidos» sowie Junioren und rund 20 Erwachsene, darunter vier Schwarzgurte.

«Die Idee, Körper und Geist zu trainieren, hat mich sofort fasziniert.» Beat Denier

Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen gelegt, sowohl in Bezug auf ihre körperliche als auch ihre geistige Entwicklung. In der Kushido-Schule geht es immer um die ganzheitliche Entwicklung einer Person und nicht bloss um eine auf wenige sportliche Kriterien eingeschränkte Bewertung. Hin und wieder durchgeführte interne Wettkämpfe dienen dazu, zu lernen, unter Druck und im Rampenlicht sein Bestes zu geben. Denn es heisst: Den wirklichen Kampf im Kushido muss jeder mit sich selbst austragen. Es verlangt viel Disziplin und Ausdauer, die eigenen Schwächen immer wieder zu überwinden.

Wettkampfsituation: Zwei junge Karateka im Ring, links Schieds- und Punkterichter. (Archivbild, Hochdorf 2019)


Körperbewusstsein ... und Spass!

Durch langfristiges Training fördert Kushido Eigenschaften wie Ausgeglichenheit, Selbstsicherheit und Durchhaltewillen. Es schult Körperhaltung, die Motorik und Koordination und führt dadurch zu einem besseren Körperbewusstsein. Speziell Kindern hilft regelmässiges Training, die koordinativen Fähigkeiten zu verbessern, Energie auf- und eventuelle Aggressionen abzubauen, sich besser und länger zu konzentrieren sowie ein gesundes Selbstwertgefühl zu fördern. Kushido bedeutet Persönlichkeitsbildung sowie Respekt und Achtung vor dem Partner. Kushido ist geeignet für Frauen und Männer und für Kinder ab einem Alter von 5 Jahren.

Die Kushido-Schule von Hochdorf hat im Laufe der Jahre mehrmals ihren Standort gewechselt, um den wachsenden Bedürfnissen gerecht zu werden. Angefangen in Räumen eines Fitnessstudios, zog sie nach verschiedenen Wechseln in Hochdorf schliesslich an den heutigen Standort bei der Alten Kerzi am Lavendelweg 8.

Zwei Braungurte im Kumite: Wettkampf in Stansstad. 


Wettkampftag am 4. Mai

Vor zehn Jahren, im Jahr 2014, entschieden sich Juanita und Paul Baumann, die Leitung ihres Dojos an ihren langjährigen Schüler Jan Merz zu übergeben. Der 37-jährige Hochdorfer erlernte Kushido bei Juanita und Paul Baumann und führt die Schule mit derselben Hingabe und Professionalität weiter.

«Die Entwicklung des Karate im Seetal in den letzten 35 Jahren war wirklich bemerkenswert», sagt Jan Merz stolz. «Es ist eine Freude zu sehen, wie diese Kunst Menschen aller Altersgruppen zusammenbringt und wie sie unser Gemeinschaftsgefühl gestärkt hat. Kushido ist heute fest im kulturellen und sportlichen Gefüge des Seetals verankert.»

Am 4. Mai findet in der Turnhalle Zentral in Hochdorf der Kushido-Wettkampftag statt, bei dem Karatekas der beiden Schweizer Kushido-Schulen teilnehmen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Wettkämpfe zu verfolgen.

Programm 4. Mai Turnhalle Zentral Hochdorf

- 09.00 Uhr Kata Runde 1
- 10.20 Uhr Schwarzgurt Gruppen-Vorführung
- 10.30 Uhr Semi-Free / Randori
- 11.30 Mittagspause
- 13.00 Uhr Schwarzgurt Gruppen-Vorführung
- 13.15 Uhr Finalpaarungen
- 15.00 Uhr Rangverkündigung

Stetiges Training im Dojo Hochdorf. Wer dranbleibt, kommt voran.


Bildlegende I:

Die Schwarzgurte im Dojo Hochdorf: Irene Mieschbühler, Dojoleiter Sensei Jan Merz, Beat Denier und Beni Isenschmid.

Bildlegende II: Eine Hochdorfer Kushido-Klasse beim Training.


Bernhard Isenschmid




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