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Wenn Pläne des Bundesrats als «Falschaussage» bezeichnet werden

Der Vorwurf der Falschaussage von Nationalrätin Priska Wismer an meine Adresse grenzt nicht nur an Ehrverletzung, er ist auch schlicht unhaltbar: Bereits als sich vor gut zehn Jahren politisch eine sogenannte «Energiewende» abzuzeichnen begann, musste die damalige Energieministerin (und Wismer-Parteikollegin) Doris Leuthard einräumen, dass es künftig Gaskraftwerke in der Schweiz brauche, wenn die klassischen «Erneuerbaren» wie Wind- und Solarkraft die Kernkraft ersetzen sollen. Dass Gaskraftwerke im Lichte der «Energiestrategie 2050» künftig eine tragende Rolle spielen müssten, wurde auch erst kürzlich im Rahmen der sich anbahnenden Strommangellage bekräftigt; so titelten etwa «Tages-Anzeiger» und Co. vor zwei Jahren unmissverständlich: «Bundesrat will Gaskraftwerke bauen». Weshalb ausgerechnet eine Energiepolitikerin wie Priska Wismer über diese bereits langjährigen Bestrebungen nicht im Bild sein will, ist schwer nachvollziehbar. Auch dass die Kapazität der heutigen Speicherwasserkraft nicht einmal ansatzweise ausreicht, um uns als zuverlässige «Winterstromreserve» vor einem Blackout zu schützen, und dass ein markanter Ausbau weder erstrebenswert noch realisierbar ist (Stichwort Erhöhung der Grimsel-Staumauer), darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden.

In einem Punkt muss ich Priska Wismer allerdings recht geben: Tatsächlich dürften wir in der Schweiz auch deutschen Kohlestrom mit im Netz haben – aus diesem Grund habe ich auch geschrieben, dass wir diesen bilanziert nicht hätten. Dies ist jedoch ein weiteres Argument gegen die Windkraft: Viele Schweizer Stromversorger halten heute bereits grosse Anteile an deutschen Windparks und verkaufen ihren Strom entsprechend als grünen Ökostrom oder ähnliches. Doch dieser ist eben nur auf dem Papier grün: Aufgrund der beschriebenen geringen Verfügbarkeit der Windkraft, auch in Deutschland, fliesst in Tat und Wahrheit gerne auch Kohlestrom, verkauft zu grünen Öko-Preisen. Fakt bleibt: Je mehr auf vermeintlich umweltfreundliche Technologien in der Stromproduktion gesetzt wird, desto dreckiger wird der Strom. Ich wiederhole: Wers nicht glaubt, der schaue sich die miese Ökobilanz des Wind-«Musterschülers» Deutschland an, z.B. gerade jetzt, während des Verfassens dieser Zeilen, am 21.2.2024 um 15 Uhr (gemäss electricitymaps.com): Schweiz (fast ohne Windkraft) mit nur 55 Gramm CO2-Emissionen pro Kilowattstunde – Deutschland hingegen (fast 30000 Windräder in Betrieb), mit 328 Gramm CO2 pro Kilowattstunde, also dem Sechsfachen! Das sind die Fakten – und nicht die Marketingsprache der Windkraft-Profiteure.

Hans A. Frank, alt Grossrat, Rickenbach




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