Weiterhin vereint statt individual besteuern!
Die von liberalen Kreisen hochgelobte Individualbesteuerung würde ein Bürokratiemonster werden. Dieser Systemwechsel brächte einen enormen Verfahrensaufwand und hohe Verwaltungskosten primär auf Gemeindeebene – notabene auf dem Buckel der Steuerzahlenden. Das ist unnötig.
Dieser Zug fährt offensichtlich in die falsche Richtung. Die heute schon überbordende ICH-Gesellschaft würde noch individualistischer und emanzipatorischer. Sinnvoller wäre das Gemeinschaftliche zu verstärken, statt das Steuerwesen ohne generellen Mehrwert zu trennen. Bei der Individualbesteuerung handelt es sich in Wahrheit um eine komplizierte, zum Teil ungerechte aber teure Reform. Viele Familien, Alleinstehende, Rentner:innen und der Mittelstand würden deutlich stärker belastet. Insbesondere verheiratete Paare mit nur einem oder mit stark unterschiedlichen Einkommen – wie etwa Bauernehepaare – müssten künftig deutlich mehr Steuern bezahlen als Paare mit vergleichbaren Zweiteinkommen.
Mit Ihrem «Nein» zur Individualbesteuerung würde eine folgenschwere Reform erspart. Die Mitte-Initiative wäre die weitsichtigere und kostengünstige Alternative
Alois Hodel, Egolzwil