Was mer alles z’Senn chond! Singen Sie mit!
Sie denken jetzt: Ups, denen ist ein Fehler unterlaufen. Das mit dem Singen hatten wir doch schon letztes Mal. Nein, nein. Das ist nicht dieselbe Kolumne wie letzten Monat. Da war ein «?», heute ist ein «!». Denn kaum ist meine August-Kolumne über das Singen erschienen, konnte ich feststellen, dass sich auch andere, weit prominentere Leute mit dem «Volks-Singen» auseinandersetzen.
Kunz, der bekannte MMS (Mauenseer Mundart Sänger) mit Neudorfer Wurzeln – Was? Sie wissen nicht, dass seine Mutter aus Nüderef stammt? – will verhindern, dass die alten Schweizer Volkslieder «aussterben». Auch er hat festgestellt, dass immer weniger gesungen wird. Jetzt nimmt er mit seiner Band bekannte Volkslieder aus allen Landesteilen auf Tonträger auf und veranstaltet Offenes Singen, bei denen jedermann teilnehmen bzw. mitsingen kann. So organisiert er öffentliche Anlässe, wie Mitte September einer in Luzern auch stattgefunden hat. Ich finde das eine tolle Idee und eine gelungene Veranstaltung. Die traditionellen Lieder, sei es Volksliedgut wie das «Burebüebli» oder auch die traditionellen Männerchorlieder wie der «Bajazzo», müssen am Leben gehalten und weitergegeben werden.
Aber auch die modernere Musik lädt ja zum Singen ein. Ich habe lange genug in den Festzelten selbst Musik gemacht und weiss, dass die Klassiker von Deep Purple und den Rolling Stones, oder auch Polos «Alperose» die Leute animiert zum Mitsingen. Erstaunlich wie viele Menschen die Texte dieser Songs auswendig kennen.
Am letzten Samstag im Clubhaus wurde auch wieder mal gesungen. Obwohl ich in der Küche mit dem Zubereiten von Hamburger, Pommes und Currywurst völlig im Stress war, habe ich dabei mitgesungen. Irgendwie tat mir dies sehr gut und ich habe … aber was ist das … Moment mal … meine Gitarre lächelt mich aus der Ecke an … und ich kann nicht widerstehen … ich muss sie packen und ein paar Beatles Songs singen. Das tut meiner Seele gut.
Sorry, die Kolumne ist heute ein bisschen kürzer geraten. Bin am Singen.
Markus Christoph Bucher, Gunzwil
PS: Auch heute: Nichts fragen, sondern einfach mitsingen: «Hey Jude, don’t make it bad … Na, na, na, nanananaaaaa …»