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Was ist mit dem Hirschen los?

Der Hirschen, das geschichts- und traditionsreiche Gasthaus im oberen Flecken von Beromünster, ist zu. Was hat es damit auf sich? Der Anzeiger Michelsamt fragte nach.

Bis vor Kurzem sassen die Gäste hier an Gartentischen unter den Bäumen, nun ist der Hirschen geschlossen.

«Grüezi», sagt eine freundliche Stimme auf dem Telefonbeantworter, wenn man sich an das Restaurant Hotel Hirschen in Beromünster wendet. «Das Gasthaus ist momentan geschlossen.» Die Website des Gastrobetriebs ist zwar aktiv, jedoch mit veralteten Daten. Der Schaukasten vor Ort an der rosa gestrichenen Mauer lässt verlauten: «Ab 26. August Betriebsferien. Wir gönnen uns eine Pause.»

Gerücht bestätigt

Ist es wirklich nur eine Pause? Schon seit Längerem kursiert das Gerücht, der Hirschen schliesse seinen Betrieb. Dieses wurde von den Pächtern gegenüber dem Anzeiger Michelsamt denn auch bestätigt. Die angekündigte «Information zu gegebener Zeit» liessen Dominik Balmer und Denny Bretschneider aber bisher vermissen.

Was ist mit dem Hirschen los? Dieser Frage rund um das traditionsreiche Gasthaus, einem denkmalgeschützten Bijou und Wahrzeichen von Beromünster, möchte man gerne nachgehen. Dass es mit seinem Gastroangebot nicht mehr zum Besten stand, raunte man sich schon seit Längerem nicht nur hinter vorgehaltener Hand zu.


Konkurs eröffnet

Ist das Gasthaus definitiv geschlossen und was steht in Aussicht? Die Gemeindeverwaltung Beromünster kann auf diese Fragen keine Auskunft geben und verweist auf die Hirze AG Beromünster als Besitzerin der Liegenschaft. Mit ihr führt die Spur weiter zu Verwaltungsrats-Einzelmitglied Peter Bachmann, Treuhandexperte aus Malters.

Dieser teilt auf Anfrage mit, dass über die Pächter vor Kurzem der Konkurs eröffnet worden sei. «Wir waren überrascht von dieser Tatsache», hält er fest. Der Pachtvertrag mit der maNNege Gastro GmbH von Dominik Balmer und Denny Bretschneider, die den Hirschen seit 2019 führten, lief per Ende August 2024 aus und wurde nicht erneuert. Vom Konkurs wurde die Besitzerschaft dann offenbar überrascht. «Wir wissen erst seit Kurzem, was ‹fact› ist», so Bachmann. Ausser «Betriebsferien seit 26. August» verfügt auch er über keine weiteren Informationen.

Pächter unerreichbar

Nun, wie soll es weitergehen? «Ja, vorwärts», meint Peter Bachmann etwas ungehalten, «Sachen kommen in Bewegung!» Es handle sich um ein denkmalgeschütztes Objekt, bei dem viele Vorgaben erfüllt werden müssten, erklärt er. «Wir wissen im Moment nichts. Aber es wird nach Wegen gesucht, damit der Hirschen wieder aufgehen kann», versichert er. Dazu müsse man aber zuerst die Pächter erreichen, um überhaupt Zutritt zu haben zu Gebäude und Inventar, damit die Abgabe ordnungsgemäss abgewickelt werden könne. «Dann sehen wir weiter.» 

Wahrlich ein dubioser Abgang einer Pächterschaft, nach fünf Jahren Betriebsführung eines namhaften Gasthofes im Herzen von Beromünster. 

Die Jahrzahl 1536 krönt den Wappenstein über dem Eingangsportal.
Gasthaus Hirschen: mit seinem Treppengiebel und rosa Anstrich ein unverkennbares Bijou und Wahrzeichen von Beromünster.

Ursula Koch-Egli




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