Was heisst kinderfreundlich für Beromünster?
Im Moment sind wir – so wie mehrere andere Familien aus der Region auch – traurig und enttäuscht. Denise Häfliger, die beliebte Geschichtenanimatorin aus Beromünster, beendet das Geschichtenerzählen in der Bibliothek unserer Gemeinde nach fünf erfolgreichen Jahren. Die Geschichten, die sie immer mit spürbar viel Herzblut und Details vorbereitete und inszenierte, gehören der Vergangenheit an. Die Geschichten, auf welche die Kinder mit viel Vorfreude warteten, finden nicht mehr statt. Die Geschichten, die einen ersten, wertvollen Kontakt zur Literatur und dem Lesen herstellten, werden von der Gemeinde nicht genügend finanziell unterstützt. Darüber sind wir traurig und enttäuscht.
Ist Beromünster tatsächlich eine kinderfreundliche Gemeinde, die das Unicef-Label auch lebt? Wäre es da nicht äusserst angebracht, ein erfolgreiches Projekt für die vielen jüngeren Kinder im Dorf wertzuschätzen, es klar zu befürworten und finanziell mitzutragen? Die Anerkennung von solchen Projekten ist nicht nur eine Investition in die Zukunft der Kinder, sondern auch in die Zukunft der gesamten Gemeinde. Eine kinderfreundliche Gemeinde sollte sich aus meiner Sicht genau für solche Angebote einsetzen, um eine starke und gebildete nächste Generation zu fördern.
Sandra Henseler, Beromünster