«Was für ein Tag! Endlich bestanden!» – Maturafeier 2024 an der Kanti «Möischter»
Rote Rosen, schwungvolle Musik, glückliche Maturandinnen und Maturanden, stolze Mamis und Papis, ein volles Haus. All das fand man am Donnerstagabend, dem 20. Juni, in der Aula der Kantonsschule Beromünster. Und 48 begehrte blaue Büchlein.
Rund 260 Gäste, vor allem natürlich 48 schick gekleidete Maturandinnen und Maturanden, fanden sich in der festlich gedeckten Aula der Kanti Beromünster ein. Passend zur noblen Aufmachung kam auch Prominenz ins Haus: Armin Hartmann, Judith Schmutz und Manuela Jost-Schmidiger waren für die Maturafeier zu Besuch. Durch den Abend begleitet wurde das Publikum durch die Band aus Schülern und Schülerinnen des Schwerpunktfachs Musik aus der 5. Klasse unter der Leitung von Walter von Ah. Mit «Austin» von Dasha sorgten sie bereits vor den Feierlichkeiten für Stimmung.
Erleichterung
«Was für ein Tag für die Maturanden und Maturandinnen! Endlich bestanden!» Mit diesen Worten eröffnete Rektor Marco Stössel den Abend und pries in seiner Anfangsrede die Leistung der KSB-Absolventinnen und -Absolventen, gratulierte ihnen herzlichst zur bestandenen Matura. Dass für sie der Abschluss durchaus erleichternd war, stand den nun Ex-Kantischülern und -schülerinnen förmlich ins Gesicht geschrieben. Zurecht, schliesslich müssen sie nun nie mehr in die Schule gehen – etwas, wovon die Jahrgänge unter ihnen vorerst nur träumen können.
Insgeheim waren die 48 Maturand:innen natürlich auch ein wenig ungeduldig, wollten sie doch einfach nur wissen, welchen Schnitt sie denn im Zeugnis erreicht haben. Zwischen Rühmen und Erleichterung fand Stössel aber auch einige inspirierende Worte. So beauftragte er die Maturi und Maturae, von nun an in die weite Welt der Möglichkeiten einzutauchen und ihre Ziele zu verwirklichen. Er sprach die Anforderungen an, die fortan an sie gestellt würden. «Sie haben das Rüstzeug, Verantwortung zu übernehmen. Tragen Sie Verantwortung! Treffen Sie mutige Entscheidungen!»
Feierliche Ansprachen ...
Als erste Rednerin des Abends richtete Judith Schmutz, die einst selbst Absolventin der KSB war, ihr Grusswort aus. Die höchste Luzernerin betonte insbesondere, dass die Bildung, welche die Schülerinnen und Schüler sechs Jahre geniessen durften, viel mehr ausmache, als ihnen jetzt klar sei. «Bildung ist so viel mehr als Auswendiglernen! Es ist ein Türöffner für eure Träume und Visionen!» Nun sei der Moment gekommen, an dem sie neue Wege, neue Kapitel einschlagen sollen. Als letzten Tipp gab sie den Maturae und Maturi mit, neugierig zu bleiben und mutig zu sein.
Die nächste Ansprache gab der Bildungsdirektor des Kantons Luzern, Armin Hartmann. Er gab, angesichts der glanzvollen Leistung von 48 Abschlüssen, seiner Zuversicht für diese Schule Ausdruck, verwies dabei auf das «reife Alter» des Gymnasiums selbst, sowie auf jenes der Maturandinnen und Maturanden. Die Kantonsschule Beromünster sei etwas ganz Besonderes, so Hartmann.
Auch Manuela Jost-Schmidiger, Gemeindepräsidentin von Beromünster, war an der Maturafeier zu Gast. Sie bezeichnete die Kantonsschule sowie die Maturand:innen als «Gütesiegel mit viel Ausstrahlung» für den Ort Beromünster.
... nun aber zum Hauptevent
Nun aber zum Hauptevent des Abends: Die Zeugnisvergabe. Reih um reih kommen sie nach vorne, nacheinander holen sie alle ihre Zeugnisse ab. Ein kleiner Blick ins blaue Heftlein, ein entspanntes Lächeln den Ehrengästen, eine schöne Rose, das letzte Mal ein Klassenfoto mit allen «Gspänlis». Stolze Eltern, die auch noch ein «Föteli» machen wollen von ihren nun doch nicht mehr so kleinen «Kleinen». Und schon ist es vollbracht. Nun haben sie alle die Matura im Sack.
Dabei stechen drei so richtig raus: Mit phänomenalen Noten schnitten Elias Hüsler (5.57), Philomena Hausheer (5.61) und Juri Luternauer (5.86) ab. Eine wahre Glanzleistung. Zusätzlich ausgezeichnet wurden die Maturaarbeiten von Tim Krauer und Aline Estermann, welche für den Wettbewerb «Fokus Maturaarbeit» nominiert wurden.
Tim Krauer aus der Klasse 6b beschrieb den Abschluss folgendermassen: «Es war sicher etwas surreal, aber auch sehr schön. Man stand mega im Mittelpunkt. Nun bin ich ein wenig ‹zwiegespalten› angesichts der neu erworbenen Freiheit, der vielen offenen Türen und Möglichkeiten, aber auch der Hürden des Lebens», beschreibt er seine Stimmung. «Es ist ein ungewohntes Gefühl. Jetzt heisst es aber erst mal entspannen: Die Maturareise mit meiner Klasse steht noch an.»
Entspannter Ausklang
Entspannt war auch der Ausklang des Abends. Nach der Zeugnisvergabe, einem kleinen Abschlusswort von Marco Stössel und dem passenden Song «Free Me» von Joss Stone begann der gemütliche Teil der Zeremonie. Ein Maturafeierfoto mit Freunden und Familien draussen vor dem Teich, gemütliches Beisammensitzen und Plaudern. Dazu wurden die Gäste vom Mensateam, unterstützt durch die Schüler und Schülerinnen der 5. Klassen, ausreichend verpflegt. Bis spät am Abend unterhielten sich die Schüler und Schülerinnen, Eltern, Lehrpersonen und Schulleiter sowie Politiker über Gott und die Welt.
Nun gilt für die 48 Absolvent:innen: «Auf Wiedersehen!» Und für die fleissigen Helferinnen und Helfer aus der fünften Klasse: «Bis nächstes Jahr!»
Noël Koch
Ein Hauch von Glamour: Hier die Gruppenbilder der drei Abschlussklassen ...
Weitere Impressionen des unvergesslichen Abends vom 20. Juni 2024 auf dem Sandhübel:
Bilder: Ursula Koch-Egli
Blick zurück:
Maturafeier 2023: «Oben im Sandhübel entstehen Visionen»
Auch die Maturafeier 2023 der Kantonsschule Beromünster war ein stimmungsvolles Highlight. 2023 durften 56 Maturi und Maturae das während sechs Jahren hochverdiente Zeugnis entgegennehmen. Gehaltvolle Ansprachen, beeindruckende musikalische Vielfalt, alles mit eigenen KSB-Talenten realisiert.
Rektor Marco Stössel konnte voller Freude die Maturandinnen und Maturanden mit ihren Eltern und den Lehrpersonen sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik begrüssen. Das finale Ziel der Kantonsschule, die Maturität, war glücklich erreicht. Marco Stössel erwähnte, dass er mit diesem Jahrgang 2017 als Rektor gestartet sei, als auch für ihn vieles neu gewesen sei. Er sprach über sein Credo der Vertrauenskultur und appellierte an die zukünftigen Leader der Gesellschaft, Optimismus an den Tag zu legen, Vertrauen anzunehmen und zu schenken, ehrlich zu sein und sonst lieber zu schweigen. Er betonte, dass seine Gedanken auch diesmal ohne jeden Einbezug von KI entstanden seien.
«And Now We Have Found...»
Lena Lustenberger, Laurenz Pirchl und Noah Böbner eröffneten den Abend mit ihrem tollen Mashup aus grossen Songs. Sie starteten mit U2's «Still Haven't Found What I'm Looking For» und schlossen das Set ab mit der Abwandlung «And Now We Have Found...» Auch «Don't Stop Me Now» war programmatisch. Auch Marco Stössel meinte nach dem Mashup begeistert: «Sie haben den halben Lehrplan Musik zusammengefasst und mehr Instrumente haben wir nicht...» Auch die weiteren musikalischen Darbietungen von Fiona Flury, Lena Lustenberger, Clara Steiger und Lisa Estermann waren hochklassig und spannten stilistisch einen weiten Bogen.
«Versuche nicht! Mach es oder mach es nicht! Es gibt keinen Versuch!»
Martin Schwab, CEO der CKW AG wurde mit den launigen Worten von Marco Stössel angekündet, dass er sich mit der Einladung erhoffte, dass die Energie garantiert fliesse, worauf gleich das Headset von Martin Schwab keinen Strom hatte, was viel Erheiterung auslöste. Wie um zu beweisen, wie gut die Kanti Beromünster Improvisation kann, wurde dieses Problem in Windeseile und geistesgegenwärtig gelöst. Martin Schwab redete dann eindrücklich und frei über die Themen Neuland und Neugier und outete sich als grosser Star Wars-Fan. Er zitierte Yodas Aufforderung an Luke Skywalker in «The Empire Strikes Back»: «No! Try not. Do. Or do not. There is no try!» Er forderte die Jungen final dazu auf: «Gebt 100 Prozent, steht für eure Werte ein, geht keine Kompromisse ein. Habt Fun dabei. Viel Glück!»
«Es macht keinen Spass, allein in See zu stechen...»
Reto Wyss, Vize-Regierungspräsident, sei schon fast ein Stammgast an der Maturafeier, meinte Marco Stössel, worauf dieser einstieg mit: «Es ist halt einfach immer schön hier.» Er hatte selber auch einen Sohn an der KSB. Er verwendete das Bild des Lebens-Kompasses, den es zu nutzen gelte. Er forderte dazu auf, den Kompass nach dem Herz auszurichten. «Engagieren Sie sich fürs Gemeinwohl. Nutzen Sie Ihr Netzwerk, es macht keinen Spass, allein in See zu stechen. Das Leben ist nicht linear. Haben Sie Visionen. Ich nehme an, Sie lassen es nun noch etwas krachen.» Da die Klassen in der nächsten Woche ihre Maturareise nach Kroatien, nach Zypern bzw. nach Lloret de Mar bevorstehend haben, kann man durchaus davon ausgehen...
Die DNA der Kanti Beromünster
Hans-Peter Arnold überbrachte zum letzten Mal in seiner Funktion als Gemeindepräsident die besten Wünsche der Standortgemeinde Beromünster und betonte die vielen Verbindungen der Gemeinde mit der Schule. «Oben im Sandhübel entstehen Visionen, das ist die DNA der Kanti Beromünster.» Er nahm ebenfalls Bezug auf das Werk «Neuland» von Maturandin Vera Brigger aus Hildisrieden, das im Rahmen des Schwerpunktfachs Bildnerisches Gestalten entstanden ist. Er erinnerte an die Schlachtfeier 2022, wo Beromünster Gastgemeinde war und zusammen mit der Kanti einen mutigen Auftritt realisierte, oder an «Jugend debattiert», wo Arnold Jurymitglied war und begeistert von den jungen Debattierenden.
Herausragende Leistungen
Nun war es an der Zeit, die Maturazeugnisse an jeden und jede der drei Klassen zu übergeben. Von 57 Kandidat:innen, die an die Maturaprüfungen angetreten sind, haben 56 die Prüfung bestanden. Fabienne Andermatt vom Verein der Ehemaligen der KSB übergab die drei Don-Bosco-Maturapreise an Zoe Brun, Beromünster und Larissa Krummenacher, Rain (je 5.50) und im 1. Rang an Salome Ehrler, Sempach (5.57). Wahrlich herausragende Leistungen. Jede und jeder erhielt aus den Händen von Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold ein edles Schreibset für das analoge Schreiben. Laurenz Pirchl bot einen eigens geschriebenen Song, «KSBye», der durchaus melancholisch war, doch gegen Schluss Temperament zeigte, so wie die Jungen nun ins Leben rausgehen.
Linus Kerngast mit Rückblick à la Harry Potter
Anschliessend servierten die Schüler:innen der 5. Klassen gekonnt ein feines Nachtessen. Zwischen Hauptgang und Dessert glänzte der Gewinner von «Jugend debattiert», Linus Kerngast, mit einem rhetorisch perfekt vorgetragenen Rückblick à la Harry Potter auf 6 Jahre Kanti Beromünster. Man habe nicht nur gezaubert, sondern sich «6 Jahre durchgemogelt». Er verriet einige Highlights der schrägsten Begebenheiten, wobei irgendwo ein Gentleman's Agreement zu spüren war, dass man nicht allzu fest austeilt. Für seine rhetorische Leistung gratulierten ihm einige im Saal persönlich.
Wohin geht nun die Reise mit dem Kompass des Lebens nach den Maturareisen? Dazu Prorektor Guido Nauer: «Zwei Drittel der Maturand:innen machen ein Zwischenjahr. Bei den Jungs ist dies oft durch das Militär bedingt. Ungefähr ein Drittel fängt unmittelbar ein Studium an.» Es wurde noch viel diskutiert an den Tischen, Schulerinnerungen ausgetauscht. Die Jungen freuten sich riesig über das erreichte Etappenziel, im Wissen, dass der Lebenskompass nun eigenverantwortlich justiert werden will.
Die Maturandinnen und Maturanden der KSB 2023:
Amrein Robin, Rothenburg; Barmettler Sina, Rothenburg; Birrer Anouk, Beromünster; Birrer Sarah, Römerswil LU; Böbner Noah, Rothenburg; Brigger Vera, Hildisrieden; Brillantino Nicole, Rothenburg; Brun Zoe, Beromünster; Bucher Evelyn, Hildisrieden; Dali Elena, Gunzwil; Egli Manuel, Beromünster; Ehrler Salome, Sempach; Estermann Joel, Neudorf; Estermann Thomas, Rothenburg; Fähndrich Lisa, Rothenburg; Feer Mia, Römerswil LU; Fischer Lara, Beromünster; Flury Fiona, Schwarzenbach LU; Furrer Jasmin, Menziken; Giger Julian, Rain; Hausheer Salome, Rain; Helfenstein Vera, Sempach; Huber Silvan, Rickenbach LU; Ibrahim Jasmin, Rain; Inderwildi Renato, Neudorf; Kaufmann Chiara, Schenkon; Kerngast Linus, Hildisrieden; Klauser Rahel, Herlisberg; Koller Jon Andri, Sempach; Krieger Sarah, Hildisrieden; Krummenacher Larissa, Rain; Kunz Cheyenne, Gunzwil; Kyburz Silvan, Reinach AG; Lengacher Maximiliane, Neudorf; Lipp Timo, Hildisrieden; Lustenberger Lena, Rothenburg; Märki Magdalena, Menziken; Merz Enya, Rain; Moser Manuel, Reinach AG; Müller Carla, Rothenburg; Nauer Cyrill, Rothenburg; Ottiger Leonie, Herlisberg; Pajic Valentin, Beinwil am See; Palladino Melvin, Rickenbach LU; Pirchl Laurenz, Birrwil; Richard Anna-Maria, Beromünster; Rüegg Selina, Hildisrieden; Schiess Jana, Sempach; Stadelmann Noé, Hildisrieden; Stauffacher André, Beinwil am See; Steiger Clara, Menziken; Stocker Florina, Beromünster; Suter Janis, Beinwil am See; Waldis Ambra, Beromünster; Weber Jael, Hildisrieden; Wettstein Alessandro, Herlisberg;
Die besten Abschlüsse:
1. Rang: Ehrler Salome, Sempach (5.57)
2. Rang: Brun Zoe, Beromünster (5.50)
2. Rang: Krummenacher Larissa, Rain (5.50)
Ausgezeichnete Maturaarbeiten:
Bucher Evelyn, Hildisrieden, Titel «Gas Discharges – An experimental investigation of the influence of a change in pressure, voltage and electrode distance on the appearance of a glow discharge in air», Siegerin Fokus Maturaarbeit in der Kategorie Physik, Mathematik, Informatik und Technik, nominiert für den Nationalen Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht»
Richard Anna-Maria, Beromünster, nominiert für den Nationalen Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» mit der Maturaarbeit «Sensibilisierung für die Integration und Inklusion von Kindern mit kognitiver und körperlicher Beeinträchtigung – ein Bilderbuch»
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt