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Was die Massentierhaltungsinitative mit Ihrem Einkaufskorb zu tun hat

Aktuell werde ich als Bäuerin oft auf die Massentierhaltungsinitiative angesprochen und ganz ehrlich: Ich bin es leid, mich zu rechtfertigen oder mich dauernd erklären zu müssen.

Die Argumente sind bekannt: Wir haben einen guten Tierschutz in der Schweiz, einer der höchsten der Welt. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir nach bestem Wissen und Gewissen zu unseren Tieren schauen. Die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung gibt ihr Bestes, um den Einkaufskorb der Schweizer Bewohner:innen mit qualitativ hochstehenden Produkten zu füllen.

Der persönliche Einkaufskorb bringt es auf den Punkt. Wir kaufen ein, wir legen die Produkte in den Korb. Wer einen höheren Standard will, kann Schweizer Bioqualität einkaufen. Wer einen höheren Standard will, kann direkt beim Bauern und der Bäuerin einkaufen. Landwirt:innen zeigen ihre Betriebe gerne und stehen Red und Antwort. Die Schweizer Landwirtschaft zeigt eine unglaubliche Vielfalt auf, die jedes Bedürfnis auf der Basis einer korrekten Haltung der Tiere abdeckt. Es gibt in unserer Region zahlreiche landwirtschaftliche Fleischproduzenten, welche offen kommunizieren und hinter der Haltung ihrer Tiere stehen. Ein bewussteres Konsumieren und Geniessen aller landwirtschaftlichen Produkte würde viele Missstände beheben.

Ich wünsche mir, dass wir als Konsument:innen diese Verantwortung wahrnehmen und Vertrauen in die landwirtschaftlich tätige Bevölkerung haben. So können wir uns auf unsere Kernaufgaben in den Betrieben konzentrieren und müssen nicht Abstimmungskämpfe führen. Diese Abstimmungskämpfe verschlingen Unsummen von Geld, Zeit und Nerven. Und sie sind verletzend. Es wird uns suggeriert, unsere Arbeit nicht gewissenhaft zu erledigen. Die Landwirtschaft entwickelt sich immer weiter und passt sich fortlaufend an aktuelle Probleme an. Sie versucht, den für uns alle besten und nachhaltigsten Weg zu finden. Die Tiere und der Boden sind unsere Einkommensgrundlage. Wenn wir diese mutwillig schädigen, stehen wir Bäuer:innen am Schluss als Verlierer da!

Danke, dass Sie regional und saisonal einkaufen. Danke, dass Sie uns unterstützen, dass Sie mehr an uns und unsere Landwirtschaft glauben. Lassen wir Taten folgen beim nächsten und jedem weiteren Einkauf! Kommen Sie auf uns zu, wenn Sie Fragen haben. Wir sind da und freuen uns über gute und faire Diskussionen und über konstruktive Kritik!

Danke für ein Nein auf Ihrem Abstimmungszettel am 25. September.

Judith Dörig-Greber, Bäuerin, Gunzwil




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