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Warum?


Sind die Landwirte wirklich alles Versager, wie in der Biodiversitätsinitiative proklamiert wird? Gemäss Initianten könnte man meinen, die Biodiversität stehe kurz vor einem Kollaps. Warum wird mit keinem Wort der Bevölkerung aufgezeigt, welche Erfolge wir die letzten Jahre verbuchen konnten? Innert 20 Jahren haben die Landwirte 20 % ihrer Flächen für die Biodiversität ausgeschieden, fast die Hälfte davon erreicht die höchste Qualitätsstufe, das heisst, besonders artenreiche Wiesen. Warum verschweigt man, dass in der Schweiz 1400 Arten pro km2 leben, also 7-mal mehr als beispielsweise in Deutschland? Warum wird mit keinem Wort erwähnt, dass die Brutvogelbestände in der Schweiz innert 20 Jahren um über 30 % zugenommen haben? Oder dass die neun angeblich verschwundenen Vogelarten gar nicht ausgestorben sind, sondern in umliegende Länder abgewandert und im Gegenzug 35 neue Arten heimisch geworden sind? Warum spricht man nicht vom grössten Feind der Biodiversität, dem markanten Bevölkerungswachstum in der kleinräumigen Schweiz mit einer Zunahme von fast 6 Millionen Menschen auf 9 Millionen in den letzten hundert Jahren? Dass der Landverlust für den Siedlungsraum noch heute 0.8 m2 pro Sekunde beträgt? Warum gesteht man nicht ein, dass die Gewinner der jahrelangen Artenförderung wie Fuchs, Greifvögel, Störche und Reiher, welche sich die letzten Jahre teils versiebenfacht und gefährdete Arten wie Feldlerche oder Feldhasen als ihre Beute haben? Wer spricht von unseren 1.3 Millionen Hauskatzen in der Schweiz, die Schätzungen zufolge jährlich 30 Millionen Vögel und 500 000 Amphibien töten? Warum anerkennt man die geleistete Arbeit derer, die seit Jahren viel Herzblut in die Biodiversität investiert haben, nicht mehr? Es braucht keine extremen Initiativen, denn bekanntlich führt Druck zu Gegendruck. Lernen wir miteinander zu kommunizieren und uns gegenseitig wertzuschätzen. Darum am 22. September Nein zur extremen Biodiversitätsinitiative.


Markus Kretz, Präsident Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband, Schongau




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