Von A wie Alfons, über K wie ... bis Z wie Zuckerschlecken!
A wie Alfons als zufriedener Marktchef, H wie Heirassa als Attraktion und W wie Wädi-Wurst als obligate Festverpflegung: Vielseitigkeit und Fröhlichkeit prägten den bunten Marktbetrieb in Beromünster am Samstag, 27. April. Das Wetter hätte nicht besser sein können, das Besucheraufkommen indessen schon. Aber das tat der guten Stimmung nichts ab. Frühlingsmarkt ist Flaniergenuss von A bis Z.
A wie Alfons:
Marktchef Alfons Röthlin geht zwischen roten und gelben Marktständen den Flecken auf und ab. Er hat den Überblick und ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. «Aufgestellte Marktfahrer und Wetterglück ‘bis änenuse’», strahlt er, «es läuft wirklich!»
B wie Bratwurst:
Eine knusprig-knackige Bratwurst vom Grill gehört auch im Frühling dazu. Unübertroffen die Wädi-Wurst bei der Enoteca im oberen Flecken. Man sagt, es sei bald die Letzte. So ist es: Nur noch an Auffahrt und am Abschlussfest Mitte Juni kann man beim Italiener im oberen Flecken Bratwurst essen, dann übergibt die Enoteca da Ramundo den Betrieb ihrem Nachfolger.
C wie Chäs:
«Angenehmes ‘Chäswätter’», meinen Scheubers vor ihrem Stand. Offensichtlich herrscht für ihre Produkte beste Betriebstemperatur. «Wir sind zufrieden. So haben wir auch Zeit zum Reden mit den Kunden.»
D wie Draussen:
Ein Markt muss draussen stattfinden, dessen ist man sich einig unter Organisatoren, Marktfahrern und Besuchern. Dasselbe in einer Halle? Niemals! Das wäre nie dasselbe. Da nimmt man lieber das Wetterrisiko in Kauf.
E wie Einefreudebereiten:
Diese Entsprechung für Buchstaben E liefert Raphi, Standbegleiter von Marina Gassmann. Sie bietet hübsche Floristik-Dekorationen an, und recht hat er: mit ausgewählten Artikeln kann man sich und andern eine Freude bereiten.
F wie Fleckensperrung:
Die vom Marktchef bei der Kantonspolizei beantragte Fleckensperrung an Märkten ist ein eingespielter Turnus und wird von Polizei, Werkdienst und Feuerwehr umgesetzt. So fliesst der Verkehr an diesem Samstag nach Sursee über Gärbigass, Wili und Blosenberg und nach Menziken durchs Zwetschgengässli. Nur Auswärtige wundern sich.
G wie Gwerder:
Das ist der Name des Korbers. Prächtiges Korbhandwerk in allen Variationen präsentiert sich im Sonnenlicht. Verkäufer Giuseppe hat Freude, meint aber, für selbstständige Marktfahrer sei es schwierig. «Die Leute müssen uns unterstützen, damit wir existieren können. Sonst gibt es in zehn Jahren keine Marktfahrer mehr.»
H wie Heirassa:
Das ist die Spezial-Attraktion dieses Frühlingsmarktes. Preise fürs Volksmusik-Festival Heirassa. «Markt allein genügt nicht», erklärt Alfons Röthlin, «es braucht auch immer eine besondere Attraktion dazu.» Voilà. Wer sie gewonnen hat, steht auch in dieser Zeitung.
I wie Impfen:
Was? Ja, schon fast vergessen: Vor zwei Jahren ging es bei solchen Anlässen noch um Impfung und Distanz. Also lieber i für ideales Wetter. Das hilft über vieles hinweg, und am zweiten Frühlingsmarkt von Beromünster garantiert.
J wie Josef Kurmann:
Er und seine Frau Margrit begutachten eingehend die Korbauswahl. Ihnen gefalle es am Markt, sagen sie. Danach gehen sie noch ein wenig spazieren, «damit sie besser schlafen können». Marktbesuche haben eben viele Vorteile.
K wie ...
also darauf kommt jetzt jeder. Es dreht und dreht und dreht sich, macht fröhlich und fehlt an keinem Markt.
L wie Leichtangeheitert:
Diese Analogie liefert ein bestens gelaunter Marktbesucher, der namentlich nicht genannt sein will. In guter Gesellschaft steht er vergnügt bei der Enoteca, im Hintergrund die Ländlermusik. Die Sonne scheint und die vier Gläser auf dem Stehtisch sind auch schon leer.
M wie Marktstand:
Ein Marktstand misst 1.2 auf 3 Meter, ist entweder gelb oder rot überdacht und kostet pro Markttag 50 Franken. Das wärs doch. Warum nicht selber mal für einen Tag Marktfahrer sein?
N wie nichts gekauft:
Auch das gibt es. Einkaufen ist Nebensache, Dabeisein alles. Einer von ihnen ist Kurt. Lächelnd sitzt er vor seinem Bier, spricht mit wem er gerade antrifft und meint: «Es ist immer wieder interessant, Leute zu sehen.»
O wie von oben observieren:
Wieder der kreative Wortkünstler am Stehtisch, immer noch angeheitert. Vom oberen Flecken lasse sich das Geschehen am besten beobachten. «Objektivität beim Observieren», lacht er. Manuela indes behält Objektivität beim Servieren.
P wie Produkte aus Sizilien:
Brotaufstrich in sieben Sorten, von Artischocke bis Olivenöl, preisen zwei Verkäufer in der Mitte der Flaniermeile an. P wie Plan passt auch: Gleich vier Märkte bereichert der südländische Vertreiber diesen Samstag. Einer davon ist der Frühlingsmarkt Möischter.
Q wie QR-Code:
An den meisten Ständen ist das kleine, schwarz-weiss gemusterte Quadrat gut sichtbar angebracht. Marktfahren im digitalen Zeitalter: Einfacher wird mit Twint bezahlt. Wie etwa am Delisa-Stand für Schmuck, Schlüsselanhänger und Täschli.
R wie Regenbogenkette:
Brigitte Gisi aus Hägendorf ist zum ersten Mal hier. Ihr Stand glitzert und funkelt in allen Regenbogenfarben. «Ich habe Spass dran! Es ist sehr schön in Beromünster», lacht die junge Frau und reicht der Kundin eine Visitenkarte. Internet ist zwar praktisch, aber der persönliche Funke springt am Markt!
S wie Senf:
Den Senf dazu, das geben vier junge Leute aus Hellbühl und Schötz an ihrem Hot Dog Stand. «Einfach mal probieren!», ist ihre Devise. Die Jungen müssten auch etwas machen, finden sie, und gehen mit gutem Beispiel voran. Der Hot Dog schmeckt.
T wie Tupperware:
Dinge, die es in keinen Läden gibt, lassen sich am Frühlingsmarkt erstehen. So auch die farbenprächtige Auslage am Tupperware-Stand von Familie Küng. Alles Neuware. Wer nichts kauft ist selber schuld.
U wie Ursi Stocker:
Wer Kunsthandwerk in Präzision bewundern will, besucht den Kartenstand von Ursi Stocker. Unglaublich, was sie mit dem Messer aus Papier hervorzaubert. Verpasst? Keine Sorge, der nächste Markt kommt bestimmt.
V wie vorherig:
Das vorherige Wochenende kommt überall zur Sprache. Gemeint sind das Markt-Timing und das Wetter. Nur eine Woche früher, und man hätte in Handschuhen flanieren und den Schnee von den Ständen wischen müssen.
W wie Wetter:
Nochmals das Wetter. Schliesslich ist es wichtigster Teamplayer der Marktfahrenden. Es ist diesen Samstag grandios. Der Föhn bringt milde Temperaturen nach Möischter und zerzaust die Stimmung und die Stände.
X wie ...
«Nennen Sie mir etwas mit X ...» Niemand weiss etwas. Deshalb hier eine etwas unbeholfene Notlösung, die aber sinngemäss extrem zutrifft: «Xselligkeit!»
Y wie Yak:
Unverlegen für Y ist man bei Freyjas Swissteam: «Yak-Felle haben wir nicht», lacht die Frau am Stand hinter Trinkhörnern, Honigweinen und Geweihen. «Aber Felle von Schaf, Hase, Bison, Fuchs und Kojote.» Pelzig, ihre Auswahl.
Z wie Zucker und Zusammenräumen:
Ja, beides muss sein. Ein Markt ohne Zuckerschlecken wäre kein Markt, Gesundheit hin oder her. Unwiderstehlich leuchten die roten Erdbeeren wie eh und je. Confiseur Raphael hat den Platz zuoberst im Flecken. An seinen Süssigkeiten kommt keiner vorbei. «Nächstes Mal vielleicht mit Zuckerwatte», sagt er. Abgemacht? Und dann, Schlag 16 Uhr, gehts ans Zusammenräumen. Autos fahren vor, Sachen werden eilig in Schachteln gepackt, Klappmöbel in Kofferräume verstaut. Bei Wädu aber gehts noch weiter, von dort klingt Musik und Gelächter. Schade, sind die Buchstaben vom Markt-ABC schon fertig. Der angeheiterte Wortkünstler am Stehtisch hätte bestimmt noch ein paar Begriffe auf Lager.
Ursula Koch-Egli