Update: Stiftung Kapelle Gormund und Kirchenrat Römerswil: Einsegnung des restaurierten Stationenwegs am Karfreitag mit 120 Pilgern (mit Bildergalerie)
Der Kirchenrat Römerswil und der Stiftungsrat Kapelle Gormund luden ein zur feierlichen Einsegnung des neu restaurierten Stationenwegs von der Mariengrotte Römerswil zur Wallfahrtskapelle Gormund. Es war die perfekte Karfreitags-Aktivität. Erfreulich viele, nämlich 120 Pilger folgten der Einladung.
Am Karfreitag versammelte sich eine grosse Gruppe von über 120 Personen, darunter auch Familien mit Kindern, um 10 Uhr bei der Kirche Römerswil, um an der Einsegnung des Stationenweges teilzunehmen. Einige starteten schon um 9 Uhr im Gormund und erlebten also den Weg in beide Richtungen. Dass so viele da waren, war für die Organisatoren eine sehr schöne Überraschung, hatte man doch mit um die 70 Teilnehmenden gerechnet.
Der Weg wurde von den Römerswilern seit 1932 bis zur 12. Station begangen. In den letzten Jahren waren 30 bis 50 Pilger auf dem Weg. Diesen Karfreitag nun wurde er erstmals gemeinsam bis zur 14. Station vollendet und mit Pilgermahl und gemütlichem Beisammensein im Gormund abgerundet.
Pilgern zwischen Römerswil und Gormund mit viel Tradition
Nach einer kurzen Begrüssung in der Pfarrkirche Römerswil begaben sich die Teilnehmenden gemeinsam auf den Weg, um sich an die Leidensgeschichte Jesu zu erinnern. Die Pfarreiseelsorgerin von Römerswil, Veneranda Qerimi, und Katechetin Theres Galliker führten zur ersten Station, die symbolisch für alle Stationen mit Weihwasser gesegnet wurde. Zwischendurch sang man das Lied «Ubi caritas»: «Wo Liebe ist, da wohnt Gott ...» Der Weg führte weiter durch die schöne Landschaft bis zur Wallfahrtskapelle Maria Mitleiden Gormund. Bei jeder der 14 Stationen wurde innegehalten und aufmerksam den Worten von Veneranda Qerimi und Theres Galliker gelauscht. Bei der letzten Station, die vor der Kapelle Gormund am steilen Hügel steht, empfing Pfarrer Bühlmann die Gruppe. Er segnete auch diese letzte Station des Weges, bevor es zum Abschluss in die Kapelle ging.
Scheue Römerswiler?
Dort erzählte Beat Stocker, Präsident des Stiftungsrates Gormund, Interessantes über die Geschichte des Stationenweges und wie dieser vor 92 Jahren von Pfarrer Gassmann aus Ruswil gestiftet wurde. Er erzählte die Anekdote, dass Pfarrer Zimmermann sich jeweils wunderte, dass die Römerswiler nur bis zur Station 12 pilgerten und dann umkehrten, also nur die Leidensgeschichte abliefen und nie bis zum Gormund kamen. Ob sie wohl zu scheu seien, soll er sich gefragt haben. Er ist an Weihnachten 2023 gestorben. Man hat in der Kirche Gormund seiner gedacht – mit dem Karfreitag 2024 wurde diese Lücke geschlossen.
Urs Lang, Mitglied des Kirchenrats Römerswil, für das Bauwesen zuständig und beruflich Architekt, bedankte sich bei allen, die an den Sanierungsarbeiten der Stationen mitgewirkt haben.
Pilgern macht hungrig und durstig...
Im Anschluss an die Prozession genossen die Teilnehmer eine feine Gerstensuppe mit Brot und Tee. Da die Organisatoren mit etwa 70 Pilgern gerechnet hatten und 120 kamen, musste die Suppe ein wenig gestreckt werden. Währschaft genug war sie jedoch alleweil, und genug für alle hatte es auch. Dabei liess man sich von der warmen Frühlingssonne verwöhnen und nutzte die Gelegenheit für wertvolle Begegnungen und Gespräche.
Eine gelungene Zusammenarbeit, die Früchte trägt
Der gesamte Anlass wurde in Zusammenarbeit mit dem Stiftungsrat Gormund, dem Pfarreirat und dem Kirchenrat Römerswil organisiert. Ein Shuttlebus stand nach den Feierlichkeiten bei Bedarf für die Rückreise zur Verfügung. Es war ein gelungener Anlass, der wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Der Weg wurde 1932 von Pfarrer Gassmann aus Ruswil gestiftet. 14 Stationen stellen in eindrucksvollen Bildern den Leidensweg Christi dar. Dank der Unterstützung von Marc und Moritz Weizenegger (Reinigung und Sanierung), Judith Zen Ruffinen Erni und Max Winiger (Restaurierung der Bilder und Malerarbeiten), Beat Spiess (Beschriftungen) sowie Hansjörg Strebel und Franz Fuchs erscheinen die 14 Stationen in neuem Glanz. Insbesondere die Entfernung der Eisengitter hat dazu beigetragen, dass die Bilder noch besser zur Geltung kommen. Die Sanierungsarbeiten wurden im Sommer 2022 aufgenommen und letztes Jahr abgeschlossen.
Die geschichtlichen Hintergründe dazu finden Sie in einem separaten Artikel.
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt