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Update: Nachgefragt bei Suzanne Z’Graggen: «Die musikalische Begleitung der Lichtshows bereitet mir Freude»

Susanne Z’Graggen, Konzertorganistin und Orgeldozentin aus Luzern, hat am Lilu Lichtfestival Luzern an 22 Konzerten als Teil der Lichtshow in der Jesuitenkirche Orgel gespielt. Sie hat in der Stiftskirche Beromünster schon diverse Auftritte absolviert und hatte schon Engagements in ganz Europa. Der Anzeiger Michelsamt konnte mit ihr über ihre Leidenschaft sprechen und dabei auch in Erfahrung bringen, was sie von Deep Purple hält und wie sie «moderne Musik» definiert.  


Bezaubernde, vielfältige Lichtshow in der Jesuitenkirche und dazu das Orgelspiel von Susanne Z'Graggen.



Susanne Z'graggen  Bild: Carolin Bohn

Susanne Z'Graggen, haben Sie einen Bezug zu Beromünster, das ja kirchenmusikalisch auch glänzt?

Ja, ich war in der Stiftskirche St. Michael schon einige Mal an den Orgeln und habe sogar mal einen Konzertabend, mit meinen Studierenden der Orgelklasse der HSLU zusammen mit Studierenden der Musik und Bewegungsklasse, gestaltet. Dies war ein sehr spannendes und für uns alle einmaliges musikalisches Projekt.

Das wievielte Mal sind Sie schon beim Lilu involviert, und wie ist es für Sie, in der Jesuitenkirche Orgel zu spielen?

Ich spiele dieses Jahr zum zweiten Mal beim Lilu, jeweils mit 22 Konzerten als Teil der Lichtshow in der Jesuitenkirche. Mir bereitet das musikalische Gestalten dieser Projektionen Freude und ich staune immer wieder wie viele Menschen so den Weg zu uns in die Jesuitenkirche finden und sich von Musik und Licht für einen Moment einfangen lassen.

Wie beurteilen Sie die Weiterentwicklung des Festivals?

Da mein Fokus und die Tätigkeit auf der Arbeit in der Jesuitenkirche beschränkt ist, kann ich nicht beurteilen, wie sich das Festival entwickelt oder verändert. Ich schätze aber die innovative, kreative Art der jungen Menschen, die dieses Festival gestalten und daraus ein für Luzern und die ganze Gegend so spannendes Ereignis im Januar machen.

Können Sie auch mit moderner Musik etwas anfangen?

Der Begriff moderne Musik kann ja sehr unterschiedliche Bedeutungen haben, abhängig vom Kontext, in dem er verwendet wird. Für mich persönlich ist moderne Musik auf der Orgel ein wichtiger Bestandteil unseres Repertoires (klassische moderne Musik) – denken wir zum Beispiel an Orgelmusik von Olivier Messiaen. Aber auch zeitgenössische Musik von Komponisten die aktuell und so spannend für unser Instrument schreiben ist faszinierend: Jean-Pierre Legay, Arvo Pärt, um nur zwei Namen zu nennen. Und natürlich sind auch avantgardistische oder experimentelle Musik immer wieder Teil unseres Alltags und gerade im Zusammenhang mit Studierenden auch wichtiger Teil ihrer Ausbildung.

Wie klingt es in Ihren Ohren, wie etwa Deep Purple die Orgel einsetzen?

Ich muss ehrlicherweise eingestehen, dass ich keine Expertin von Deep Purple bin. Allerdings glaube ich, dass der legendäre Jon Lord eine Hammond-Orgel einsetzte und keine Orgel wie wir sie hier spielen. Sein Spiel dieses Instruments bei Hardrock-Klassikern, immer auf Augenhöhe mit dem Gitarrenspiel des Kollegen, stellt sicher eine Besonderheit dar und fasziniert wohl Menschen bis heute.

Verstehen Sie Junge, die mit Orgelmusik nichts mehr anfangen können?

Ich glaube, dass es wichtig ist zu betonen, dass Musikgeschmack höchst subjektiv ist. Junge Menschen haben teilweise keinen Zugang zu Volksmusik oder zu Kirchenmusik, vielleicht empfinden sie aber auch Pophits vergangener Zeit genauso fremd. Während vielleicht in den 70/80er Jahre noch alle zu Beatles- oder ABBA-Hits tanzten, ist dies heute nicht mehr derart populär. Ähnlich mag es sich mit Musik für einzelne Instrumente verhalten. In den meisten Musikschulen sind die Instrumente Oboe, Fagott, Bratsche oder eben die Orgel nicht so oft besucht wie zum Beispiel Klavier. Aber ich bin überzeugt, dass Kinder und Jugendliche durch Begegnung mit den Instrumenten, Zugänglichkeit zu diesen sowie Offenheit ein tieferes Verständnis und eine Wertschätzung entwickeln können. Gerade eine solche Begegnung kann die Lichtshow im Rahmen des Lilu sein! 



Eine Beauty in violett getaucht.   Bild: Laila Bosco



Interview und Fotos: Karl Heinz Odermatt






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