Update: Finale von Schweizer Jugend forscht in Fribourg: Auszeichnung und Sonderpreis für Anna-Maria Richard (mit Bildergalerie)
Anna-Maria Richard (19) aus Beromünster holt beim Nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht das Prädikat «hervorragend», das beste Prädikat. Zudem wird sie mit dem Sonderpreis «Arts and Science Experience» geehrt und reist eine Woche nach Indien. Was für eine Ehre für die Kanti Beromünster.
Im mit Spannung erwarteten Finale am Samstag, 27. April, prämierte die Fachjury von Schweizer Jugend forscht die besten 116 jungen Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Schweiz für ihre bahnbrechenden Leistungen am 58. Nationalen Wettbewerb. Die Prämierungsfeier in Freiburg/Fribourg markierte das Ende eines langen Weges für die talentierten Teilnehmer:innen: Seit einem Jahr haben sie mit Leidenschaft an ihren Ideen und Erfindungen gearbeitet, um am Finale teilzunehmen, das vom 25. bis zum 27. April 2024 in der zweisprachigen Stadt mit mittelalterlichem Flair gastierte. Die 116 besten Jungforscherinnen und Jungforscher erhielten für ihre Arbeit die Bewertungen «gut», «sehr gut» und «hervorragend». Diese sind eine wohlverdiente Würdigung, und die Finalteilnahme machte alle Jugendlichen zu Gewinnern.
Anna-Maria Richard (19) aus Beromünster, die im Sommer 2023 die Kantonsschule Beromünster abgeschlossen hat, hat die Jury vollauf überzeugt und mit ihrer Arbeit «Sensibilisierung für die Integration und Inklusion von Kindern mit kognitiver und körperlicher Beeinträchtigung – ein Bilderbuch», das Prädikat «hervorragend» und zusätzlich den Sonderpreis «Arts and Science Experience», gestiftet von Swissnex, erhalten.
Das höchst aktuelle Thema vielschichtig mit Bild und Text zugänglich gemacht
Die Expertin Susanne Käser würdigte Anna-Maria Richards Arbeit: «Mit einem sensibel gestalteten Kinderbuch greift Anna-Maria Richard ein höchst aktuelles Thema auf. Die Darstellung von Menschen mit kognitiven und körperlichen Einschränkungen wurde bisher in der Visuellen Kommunikation noch wenig erforscht. Die Arbeit überzeugt mit einem Lösungsansatz, der auf systematischen visuellen Experimenten basiert, und der das Thema auf vielschichtige Weise mit Bild und Text zugänglich macht.»
Rektor Marco stössel ordnet gegenüber dem Anzeiger Michelsamt ein: «Die Maturaarbeit ist ein Produkt, das die Kompetenzen und Kenntnisse im Hinblick auf ein Studium unter Beweis stellt. Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zeigen in dieser ersten grossen propädeutisch-wissenschaftlichen Arbeit, ob sie studierfähig sind. Dabei geht es nicht nur um einen nach wissenschaftlichen Standards untersuchten Inhalt, sondern auch um überfachliche Kompetenzen wie Selbstkompetenzen. Anna-Maria Richard hat mir ihrer Arbeit diese Ziele nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen. Ihr gelingt es mit Ihrer Maturaarbeit auf eindrückliche Art und Weise, das Ideal eines gelebten Miteinanders und damit der Inklusion von beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Menschen ohne Vorurteile, ohne räumliche und gesellschaftliche, und vor allem auch ohne mentale Grenzen zu vermitteln. Sie entwickelte ihre Arbeit inhaltlich wie auch gestalterisch sensibel und mit hoher Reflexionskompetenz in Bezug auf soziale Interaktionen wie auch mit hohem gestalterischem Bewusstsein und visueller Kompetenz. Die gestalterische Umsetzung erfolgte über eine eigenständig entwickelte und überzeugend umgesetzte Bildsprache, bei der sie digitale Bildbearbeitung mit analoger Gestaltungstechnik (in Form von Kartoffelstempeldruck) verbindet. Wir sind ausserordentlich stolz und freuen uns sehr, dass Anna-Maria Richard für Ihre hervorragende Arbeit nun auch von Schweizer Jugend forscht mit dem besten Prädikat und einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde. Die Kanti Beromünster gratuliert zum Erfolg!»
Anna-Maria Richard sagt nach dem grossen Erfolg gegenüber dem Anzeiger Michelsamt: «Ich bin mit der Erwartung nach Fribourg gereist, dass mehr Menschen mit der wichtigen Thematik des Miteinanders in Berührung kommen. Ein solches Ergebnis habe ich mir niemals erträumt und ich bin unfassbar dankbar, dass das Buch «Zusammen» nun noch mehr Menschen erreichen kann. Die unglaublichen Talente der anderen Teilnehmenden machen mich noch immer sprachlos. Jedes einzelne Projekt zeugte von solch einer grossen Innovation, Hingabe und Interesse für das jeweilige Thema, was meiner Meinung nach einfach genial ist. Die drei Tage ermöglichten es mir, viele tolle und inspirierende Menschen kennenzulernen. Den Austausch empfand ich als sehr wertvoll, bereichernd und motivierend. Es freute mich sehr, dass Marco Stössel und seine Frau zur Ausstellung und zur Preisverleihung gekommen sind - was für eine schöne Überraschung! Ich möchte mich auch bei allen anderen herzlich bedanken, die extra nach Fribourg gereist sind oder mit ihren Gedanken bei mir waren!»
Gewinner sind sie alle
Als Höhepunkt des Nationalen Wettbewerbs fand am vergangenen Samstag die mit Spannung erwartete Prämierungsfeier statt, in der die Jugendlichen für ihre herausragenden Arbeiten geehrt wurden. Die Fachjury hat ihre Urteile gefällt, und die Ergebnisse sind nun endlich bekannt: Von den 116 talentierten Teilnehmern wurden 21 mit einem Prädikat «gut», 57 mit «sehr gut» und 38 mit «hervorragend» ausgezeichnet. Entsprechend dieser Bewertungen werden Bargeld- und Sonderpreise im Gesamtwert von über 200 000 Franken verliehen. Die 58 innovativsten Nachwuchsforschende dürfen sich über einen von insgesamt 31 Sonderpreisen freuen, die unter anderem einen Besuch des European Space Camps in Norwegen, ein Forschungspraktikum auf dem Jungfraujoch (3550 müM) oder die Teilnahme an internationalen Projektwettbewerben in Europa, Asien, Afrika und den USA beinhalten. Darüber hinaus werden diejenigen, die den begehrten Sonderpreis EUCYS (EU Contest for Young Scientists) erhalten, die offizielle Schweizer Delegation für den europäischen Wissenschaftswettbewerb bilden. Dem vorausgegangen war die öffentliche Ausstellung, an der die Jugendlichen aus der Gymnasial- und Berufsbildung ihre Forschungsprojekte vorstellten und den zahlreichen Besuchenden Rede und Antwort standen.
Die wichtigsten Zahlen zum Wettbewerb
116 Jugendliche nahmen mit 106 Projekten teil. Diese stammen aus allen Fachrichtungen und sind in folgende Fachgruppen unterteilt:
Fachgruppe Anzahl Projekte
Biologie | Umwelt 16
Chemie | Biochemie | Medizin 14
Gestaltung | Architektur | Künste 11
Geschichte | Geografie | Wirtschaft | Gesellschaft 26
Literatur | Philosophie | Sprache 6
Mathematik | Informatik 15
Physik | Technik 18
Folgende 20 Kantone waren vertreten:
AG | BE | BL | BS | FR | GE | GR | JU | LU | NE |NW | OW | SG | SO | TG | TI | UR | VD | VS | ZH
Über Schweizer Jugend forscht
Schweizer Jugend forscht identifiziert junge, begeisterungsfähige Menschen und fördert ihre intrinsische Motivation, ihre individuelle Begabung und ihre Neugierde. Durch gezieltes Coaching wird selbstständiges Forschen, Entwickeln, und Entdecken gefördert. Darüber hinaus werden die Jugendlichen unterstützt, sich zu vernetzen, innovativ zu sein und Bestehendes zu hinterfragen.
Der Anzeiger Michelsamt hat mit Anna-Maria Richard vor dem Final ein Interview geführt und stellt so ihre Arbeit und den Weg zum Erfolg in Fribourg detailliert vor. Demnächst auf michelnews und im gedruckten Anzeiger Michelsamt.
Text: Karl Heinz Odermatt / Marianne Begré, Bilder: zvg