Update: Feierabendanlass im Museum Sankturbanhof in Sursee: «Zukunft zum Jahresende»
Der Regionale Entwicklungsträger (RET) Sursee-Mittelland mit 19 Gemeinden, darunter Beromünster, Rickenbach und Hildisrieden, organisierte in Zusammenarbeit mit der ajato GmbH am 22. Dezember im Museum Sankturbanhof Sursee einen inspirierten Abend mit Brainstorming zu Zukunftsthemen bei einem warmen Getränk.
Die Region Sursee-Mittelland umfasst 19 Gemeinden, 71 000 Menschen, 27 000 Privathaushalte und 43 000 Arbeitsplätze und bildet somit eine starke Region im Herzen der Schweiz. Der Regionale Entwicklungsträger (RET) Sursee-Mittelland führt bis im Jahr 2023, wie vor 12 Jahren, einen erneuten Zukunftsprozess durch, der die regionalen Chancen und Potenziale ermittelt und in einen Kompass für die nächsten 10 bis 15 Jahre aufnimmt. Mit Blick auf die Zukunft hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, bei einer Tasse Glühwein oder einem Tee zu erfahren, was andere Einheimische denken, ihre eigene Meinung über die Zukunft der Region Sursee-Mittelland zu äussern und Zukunftsideen zu entwickeln.
Der Zukunftsprozess verläuft in drei Phasen und wird wissenschaftlich begleitet. Das heisst, der gesamte Prozess sowie die einzelnen Phasen werden mit Fachpersonen reflektiert und gestaltet. Die Uni Freiburg war am Anlass gut vertreten, ebenso die Gemeinden Buttisholz als Pioniergemeinde und Sursee als regionales Zentrum. Es nahmen insgesamt gegen 30 Personen teil. Der Zeitpunkt so kurz vor Weihnachten war sicherlich nicht ideal, doch der Workshop war sehr professionell aufgegleist und bot jede Menge wertvolle Gedankenanstösse.
Inspiriert wurden die Teilnehmenden des Abends zuerst von Rene Ziswiler aus Buttisholz, Initiant und Präsident «Zukunftsgemeinde», der die Zukunftsgemeinde Buttisholz vorstellte und sagte: «Wir wollen visionär sein, doch umsetzbare Ideen liefern, wie vor 12 Jahren, als schliesslich 70 bis 80 Prozent der Ideen umgesetzt werden konnten. Wir wollen als Pioniergemeinde von Buttisholz aus die Welt verbessern.» Nach einer engagierten ersten Ideenrunde folgte Edy Portmann, Informatikprofessor an der Universität Freiburg. Er ist auch publizistisch tätig und inspiriert mit sehr eigenständigen Überlegungen zur Zukunft aus Sicht der Auswirkungen der IT. Er sagte: «Wir sind immer noch geprägt von den alten Griechen, von Aristoteles, der streng nach wahr oder falsch unterschied und nach Perfektion strebte. Wir müssen wegkommen davon, sollten integrativer denken und brauchen dafür statt der bestehenden Interaktionstechnologie eine Kommunikationstechnologie. Wir brauchen Moral und Ethik statt brutaler Rechengewalt.»
Gemeinsam wurden Zukunftsideen besprochen und skizziert, die auf den Megatrends aufbauen. Vorherrschende Themen waren Verkehrspolitik, Energiepolitik, Bildungspolitik und Gesellschaftspolitik. Ideen wie die Sharing Economy, Kreislaufwirtschaft und Vernetzung in allen Bereichen wurden angeregt und vertieft. Auch die Stadt/Land-Thematik wurde diskutiert. Konkrete Ideen waren etwa ein Barfussweg, Schiffsverkehr auf dem Sempachersee, Kita-Förderung und Nutzung von Geothermie und Windenergie. Naturgemäss oft mit plausiblen Gegenargumenten. Es sind nun bereits über 40 Ideen im Speicher für regionale Potentiale gesammelt, damit der Zukunftsprozess 2023 richtig in Schwung kommt.
Im Raum der Inspiration traf man Bilder zum Thema Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region Sursee-Mittelland sowie von den Teilnehmern geschaffene Artefakte an. Das Format des Abends war für Diskutier- und Debattierfreudige ideal. Die Beiträge der beiden Gastredner und weitere innovative Ideen förderten den Austausch untereinander.
Die in Neudorf aufgewachsene Regierungsratskandidatin der Jungen Mitte, Andrea Kaufmann, war engagiert dabei, ebenso die Kantonsrätin Helen Affentranger-Aregger aus Buttisholz (Mitte) und die Luzerner Kantonsrätin und Regierungsratskandidatin Ylfete Fanaj (SP). Sie sagte gegenüber dem «Michelsämter»: «Ich bin in Sursee aufgewachsen und fühle mich mit der Region sehr verbunden, darum verfolge ich immer gerne, was in der Region läuft. «Zukunft zum Jahresende» fand ich vielversprechend. Es war sehr inspirierend, wie der Mitwirkungsprozess gestaltet wird und dass so viele Menschen mitreden können.»
René Ziswiler ist Initiant und Präsident Zukunftsgemeinde. Er glaubt fest daran: «Die Zukunft ist lokal.» Mit seiner Arbeit spricht er einen wichtigen Aspekt unserer Gemeinden an. «In einer Zeit der Krisen und Verunsicherungen, liefert Zukunftsgemeinde Visionen, Konzepte und Praxisbeispiele und somit die lokale Antwort auf die globalen Herausforderungen.»Edy Portmann ist Professor für Informatik am Human-IST-Institut der Universität Fribourg und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Informatikgesellschaft. Seine transdisziplinäre Forschung konzentriert sich auf die menschenzentrierte Online- und Offline-Entscheidungsfindung. Er arbeitete unter anderem für Swisscom, PwC und EY. Zudem forschte er an den Universitäten Singapur, Berkeley und Bern.
Der Zukunftsprozess ist ein Projekt des RET, das alle Bewohnerinnen, Arbeitnehmer und Sie alle dazu aufruft, mitzudenken und mitzuhelfen, Potentiale für die Region Sursee zu finden, die im Hinblick auf die Megatrends zukunftsfähig sind.
Mitdiskutieren und mitgestalten erwünscht über www.zukunftsprozess.ch
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt