Update: Das Michelsamt am 46. Luzerner Stadtlauf: Keiner zu klein, ein Stadtläufer zu sein (mit Bildergalerie)
Der Luzerner Stadtlauf ist und bleibt das grösste Lauffest der Zentralschweiz, das am vergangenen Samstag bei besten Bedingungen und mit über 13 000 Teilnehmenden und einer riesigen Fankulisse von 40 000 Laufbegeisterten über die Bühne ging. Mit dabei waren auch mehrere Schulklassen aus Beromünster und aus Rain, die viel erlebt haben und es gerne erzählen (siehe Kasten).
Eine eindrückliche Zahl: In den bisherigen 46 Austragungen haben sich 360 227 Läuferinnen und Läufer klassiert. Und in den letzten Jahren hat der Laufsport ein stetes Wachstum erlebt. 13 774 Läuferinnen und Läufer hatten sich in Luzern eingeschrieben, fast 2000 mehr als noch im letzten Jahr. 13 052 fanden sich an der Startlinie auf der Bahnhofstrasse ein, 12 992 finishten letztlich auf dem Kapellplatz. Angenehme Frühlingstemperaturen mit viel Sonnenschein lockten 40 000 gutgelaunte Zuschauerinnen und Zuschauer in die Luzerner Altstadt. Andreas Grüter, der Geschäftsleiter des Luzerner Stadtlaufes, sagt «Die Stimmung entlang der Strecke und unter den Teilnehmenden sowie die steigenden Anmeldezahlen zeigen klar, dass der Stadtlauf in der Bevölkerung verwurzelt ist.» Aus Sicht der Polizei und der medizinischen Abteilung verlief die Veranstaltung ohne grössere Zwischenfälle.
Ausverkaufte Familienkategorien
Die Familienkategorie mit 6450 Gemeldeten war schon seit 10 Tagen ausverkauft und stellte einmal mehr den Hauptharst der 46. Auflage. Sehr erfreulich ist auch die Anzahl bei den Firmengruppen mit 2700 Gemeldeten. «Diese Zahlen beweisen», sagt Andreas Grüter, «dass der Stadtlauf vor allem ein Fest für den Breitensport sowie ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist. Die Auswahl der Streckenlängen von 1,51 bis 7,0 km bietet für jede und jeden entsprechend seinen Bedürfnissen die ideale Länge». Beliebt waren aber auch die Schüler-Kategorien, die dem Anlass zurück zum Volksfest verhalfen, ihm aber auch einen bunten Anstrich verliehen.
Vorjahressiegerin und -sieger gewinnen Altstadt Classic
Die Altstadt Classic über 3,850 km gewann bei den Männern wie schon im vergangenen Jahr Roman Renner aus Meierskappel in 11.15 Minuten. Auch bei den Frauen setzte sich die Vorjahressiegerin Amy Leibundgut aus Sarnen in 13.45 Minuten durch. Sie verwies die Stadtluzernerin Yanira Büchler klar auf den Ehrenplatz.
Doppelstarter Lussy siegt in der Musegg Classic
Die Musegg Classic mit 7,0 km Länge wurde zum 6. Mal ausgeschrieben und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bei den Männern stellte Florian Lussy – in der Altstadt Classic musste er sich noch knapp geschlagen geben – seine Tempofestigkeit eindrücklich unter Beweis. Der Nidwaldner aus Stans-Oberdorf siegte in einer Zeit von 21.56 Minuten. Zweiter wurde der Obernauer Teklay Merhawi. Platz 3 belegte wie schon im Vorjahr der Altdorfer Manfred Jauch. Das Feld der Frauen meisterte in 24.17 Minuten die Langenthalerin Elena Eichenberger. Als Zweitplatzierte lief Gianna Chiara Wohler aus Spiez über die Ziellinie, Rang 3 sicherte sich Aisling Ryan aus Zug.
Teilnahmerekord beim Solidaritätslauf
Einen Teilnahmerekord hatte der traditionelle Solidaritätslauf mit 308 Teilnehmenden zu verzeichnen. Der Erlös kommt in diesem Jahr vollumfänglich der Krebsliga Zentralschweiz zugute. Die Krebsliga Zentralschweiz berät, unterstützt und informiert Menschen mit und nach dem Krebs. Sie setzt sich gezielt für Prävention und Früherkennung von Krebs ein und fördert die unabhängige Krebsforschung in der Region. Als Ehrenstarterin amtete die Luzerner Regierungsrätin Michaela Tschuor. Auch die Gemeindepräsidentin von Beromünster, Manuela Jost-Schmidiger, startete voller Freude für die gute Sache.
Gwen Bucher 7. in der Nachwuchselite mit starker Leistung und Pace
Den krönenden Abschluss setzte einmal mehr die Nachwuchselite (U18/U20), welche drei Runden und eine Gesamtdistanz von 2,470 km zu absolvieren hatte. Das Männerfeld U20 meisterte Gian Baggenstoss aus Vers-chez-Perrin in der starken Zeit von 7.20 Minuten. Hugo Witteveen (Vessy) siegte in der Männerkategorie U18 in 7.23 Minuten. Bei den Frauen U18 siegte Fiona von Flüe. Die Chamerin lieferte sich mit der Siegerin der Frauen U20, Shirin Kerber aus Kehrseiten, einen packenden Fotofinish. Beide werden mit einer Siegerzeit von 8.08 Minuten aufgeführt. Gwen Bucher hatte eine Einladung für die Nachwuchselite erhalten. Sie wurde gute 7. mit einer Pace von 3.30 Minuten pro Kilometer. Sie sagte nach dem Rennen gegenüber dem Anzeiger Michelsamt: «In einem starken nationalen Feld lief ich ein sehr gutes Rennen, wobei ich fortwährend von hinten aufholte. Auch wenn ein siebter Rang nicht glänzt, bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung und freute mich vor allem, als ich nach dem Rennen noch Läuferriegler und andere Bekannte getroffen habe, die alle super Resultate erzielt haben.» Auch Zaki Navruzi hatte mit 3:26 eine starke Pace, und Andy Vögtli macht mit 4:21 noch sehr vielen Jüngeren etwas vor.
Viel Unterhaltung, unter anderem mit «Sofort Hei!» aus Rain
Rund um den Stadtlauf gab es viel Unterhaltung. So war auf sieben Plätzen die Rainer «Pressband» «Sofort Hei!» anzutreffen, die seit 2002 jedesmal und konsequent versucht, sofort heimzugehen… Groove mit Tiefgang und dann, irgendwann, nie zu früh… leidenschaftlich heimgehen! Das ist ihr Credo.
Der 47. Luzerner Stadtlauf findet am Samstag, 3. Mai 2025, statt. Das Anmeldeportal ist ab November 2024 geöffnet.
Originalton und Erlebnisse der 3./4 sowie der 5./6. Klassen Beromünster:
Martin: ist vor dem Start «scho e chli nervös».
Viviane: ist ausgestattet mit Fizzers, damit der Zuckerhaushalt stimmt.
Fabio: «Ich war sogar einmal joggen vor dem Stadtlauf, bin also vorbereitet.»
Alena: «Ich war joggen mit Mami als Vorbereitung.»
Leandro: «Ich fühle mich gut vor dem Start, habe zwar wenig trainiert: Es hat viel geregnet, daher hab ich nur einmal trainiert, aber ganze 6 km in knapp einer Stunde gemeistert.»
Elias: ist mit Sonnenbrille gerannt: «Ich wurde sogar gerammt, konnte mich wieder aufraffen und bin weitergerannt.»
Die Mädels: fanden den Lauf streng, fanden es cool, dass alle sie mit ihrem Namen angefeuert haben
Jonas: «Alle waren etwas nervös, und es war ein ziemliches Gedränge»
Linus: «Ich hatte etwas Seitenstechen, doch ich bin weitergeseckelt, eigentlich ist es noch recht gut gelaufen.»
Einigen Kindern war es schwindlig, weil sie so schnell gerannt sind. Die beiden Möischterer Lehrpersonen Martina Meier und Sven Rogger betreuten ihre Klassen. Die Fachlehrpersonen Judith Cottone und Sandra dal Molin haben die Kids ebenfalls begleitet. Auch die Verantwortlichen vom OK des Stadtlaufs äusserten ihre Dankbarkeit, dass es so engagierte Lehrpersonen gibt, die solches über viele Jahre möglich machen.
Klassenassistenz Jana Burri aus Rain meinte nach dem Run freudestrahlend: «Wir haben mit der Klasse 3b den zweiten Platz belegt.» Es geht ja schon vor allem ums Mitmachen, doch eine gute Zeit macht halt immer Freude...
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt