Unbeschwert und mit typischem Pfeffiker Unterhaltungssound
Ein unterhaltsamer Nachmittag mit der Musikgesellschaft Pfeffikon war am vergangenen Sonntag angesagt. Die Eröffnung machten die Little Brassers. Bereits wurde ein grosses 50-Jahr-Jubiläumsfest im Juli 2023 angekündigt.
Im Sommer werden jeweils die Little Brassers – die Mittelstufe der Nachwuchsförderung der Musikschule Michelsamt – neu zusammengestellt. Am Sonntag war der erste Auftritt, auf den man hingefiebert hatte. Dirigent David Rufer gelang es, in der kurzen Zeitspanne eine Einheit zu formen und ein ansprechendes Niveau zu erreichen. Die 16 Little Brassers zeigten sehr viel Spielfreude und kamen nicht darum herum, eine Zugabe zu geben.
Von Rosmarie bis Mary Poppins...
Im ersten Teil erzählte die MG Pfeffikon musikalisch Geschichten; national und international. So wechselten sie fliessend von Schweizer Titeln «Viver senza Tei», «Heitere Fahne» und «Rosmarie» zu internationalen Songs wie «Downtown» oder dem aktuellen Shanty Seemannslied «The Wellerman Comes». Letzterer wurde mit Stampfen, Klatschen und Singen unterstützt. Den Höhepunkt der ersten Hälfte bildete ein Potpurry von Melodien aus dem Musical Mary Poppins. Dabei wurden die Klippen in Form von Rhythmuswechseln von der Brass Band hervorragend gemeistert. Als Ansage hatte sich die Brass Band etwas Originelles einfallen lassen: Jedes Register durfte eine Stückansage machen. Dies gab einen humoristischen Einblick in die jeweiligen Register und trug so zur Abwechslung bei.
Verpasste Festivitäten werden 2023 nachgeholt
Bei seiner Ansprache blickte Präsident Roger Geissbühler auf die letzten eineinhalb Jahre zurück. Im Sommer 2020 war die Neuuniformierung mit Fahnenweihe geplant gewesen. Eine Durchführung war nicht möglich und auch das Ausweichdatum liess kein grosses Fest zu. So entschloss sich die MG Pfeffikon letztes Jahr im Dezember eine interne Feier mit Segnung der Uniform und Fahne vorzunehmen. Auch im 2021 war kein passender Event möglich. Somit konnte erst jetzt im Rahmen des Jahreskonzertes die neue Uniform an einem Konzert vorgestellt werden. Doch die verpassten Festivitäten werden nachgeholt: In eineinhalb Jahren, also anfangs Juli 2023 wird das 50-jährige Bestehen mit einem dreitägigen Dorffest gefeiert. Alles was jetzt zu kurz kam, wird dann nachgeholt. OK-Präsident ist Dirigent Herbert Waser, der bereits seit 16 Jahren den Taktstock bei der MG Pfeffikon schwingt. Dies zeigt, dass Herbert Waser nicht nur die MG Pfeffikon musikalisch leitet, sondern inzwischen eine tiefe Verbundenheit zu diesem Verein entwickelt hat. Deshalb gelingt es ihm auch immer wieder die gespielten Stücke auf seine Musizierenden abzustimmen. Und auch sein Dirigierstil ist unverkennbar: Mit tänzerischer Leichtigkeit und strahlendem Gesicht holt er sehr viel Spielfreude aus dem Orchester heraus.
Starke Besetzung des Bass- und Schlagzeugregisters
Auch im zweiten Teil spielte sich die MG Pfeffikon quer durch verschiedenste Stile der modernen Unterhaltungsmusik: Vom britischem Pop über Filmmusik (Findet Nemo) zu Celine Dion, von Country bis zum Alpenrock war alles dabei. Dabei kristallisierte sich heraus, wo die Stärke dieser Brass Band liegt: Bass und Schlagzeug. Ein «solider Boden» bildet in jedem Orchester die wichtigste Grundlage. Je länger das Konzert dauerte, desto mehr fiel auf, wie stark die Bässe und die Perkussion die Band tragen. Es fand seinen Höhepunkt bei der Zugabe beim «Can Can» von Jean Jacques Offenbach, wo die Mächtigkeit und Temposicherheit dieser beiden Register zur Geltung kam. Auf dieses starke Fundament hat der Dirigent, Herbert Waser, die anderen Instrumente ideal aufgebaut und produziert so den typischen Pfeffiker Unterhaltungssound. So kam das Publikum zu zwei unbeschwerten Stunden. Der grosse Schlussapplaus zeigte, dass es allen sehr gut gefallen hat.
Markus Bucher