Tierwohl als Selbstverständlichkeit
Stimmberechtige können demnächst an der Urne ihre Sicht zur Massentierhaltung äussern. Ein Streitpunktthema, das nicht in der Verfassung verankert werden sollte, sondern im Alltag auf jedem Tierhaltungsbetrieb gelebt. So wie sie in der Vergangenheit wiederkehrend aufgetreten sind, können sie morgen oder übermorgen auf dem Hof sein: Tierseuchen, die auf Menschen übertragbar sind. (BSE, besser bekannt als Rinderwahnsinn, Rinderräude, der virusähnliche Erreger der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK), Glatz- oder Kälberflechte (Trichophytie), Maul- und Klauenseuche u.s.w.) Jeder kommerzielle Tierhalter, ob mit Rindern, Geflügel oder Schweinen, ist der Gefahr einer Erkrankung seines Bestandes ausgesetzt – und bewusst. Die Tierhaltung muss daher ganz oben auf der Agenda stehen und dem Vieh genügend Lebensraum geben. Bevor wir eine Lawine lostreten, die niemand mehr aufhalten kann, sollte der Gesetzgeber jenen Tierhalter Einhalt geben die sich nicht daranhalten. Jeder der es nicht will sollte eine neue Herausforderung suchen, nicht aber mit Tieren wirtschaften. Das Wohl der Tiere muss eine Selbstverständlichkeit sein, ohne Verfassungszwang und der Konsument bereit sein einen Mehrpreis zu bezahlen.
Manfred V. Urech, Sankt Erhard