Tanzen, schwitzen und geniessen am Innerschweizer Trachtenfest
Nach einem erfolgreichen Heimatabend stand der zweite Vereinsanlass der Trachtengruppe Gunzwil an: die Jubiläumsreise ins Melchtal. Manche kamen ins Schwitzen und eine Polonaise besonderen Ausmasses gehörte auch dazu.
Am Samstagmorgen, bei herrlichem Wetter, trafen sich über dreissig Mitglieder der Trachtengruppe und fuhren danach in der Tracht mit den privaten PWs in Richtung Obwalden. Angekommen im Melchtal, konnten die Mitglieder, die eine Übernachtung gebucht hatten, speditiv die Massenschläge beziehen. «Die Zimmer- und Betteinteilung war schnell entschieden und wir konnten das Festgeschehen unsicher machen», erzählen die Reisenden fröhlich.
Bei hohen Temperaturen und vor einem herrlichen Bergpanorama trafen sich nach dem Mittag über 850 Tänzer:innen mit ihren verschiedenen Trachten zu einer eindrücklichen Polonaise. An dieser nahmen die mitgereisten Gunzwiler Tänzer:innen ebenfalls teil. Die Sänger:innen sangen beim Innerschweizer Chor mit und umrahmten unter anderem den Tanz «Hobbysenn», einen der vielen gemeinsam aufgeführten Tänze.
1500 Mitwirkende
Die Schattenplätzli waren bei den am Samstag rund 1500 angereisten Mitwirkenden sehr gefragt, und das eine oder andere Mitglied kam sicherlich ins Schwitzen in der Tracht. Die «Buurehofglace» war vor Ort eine willkommene Abkühlung, musste jedoch verdient werden. Um 18.15 Uhr sang der Innerschweizer Chor mehrere Lieder auf dem Aussenplatz, wie etwa die «Luzerner Hymne».
Anschliessend durften die Mitglieder der Tanzgruppe im grossen, vollbesetzten Zelt «Sarnen» ihr Können beweisen. Der Tanz «s’ Läbe läbe» kam beim Publikum sehr gut an, die Gunzwiler:innen meisterten ihren Auftritt souverän. Danach war es Zeit für eine Stärkung. Die einen mussten sich jedoch lange geldulden, bis sie das feine Bankettessen geniessen konnten. Danach war der offizielle Teil des Tages zu Ende.
In guter Begleitung
Wer danach das Tanzbein schwingen wollte, war in guter Begleitung. Denn die «Rusch-Büeblä» gaben alles und es war herrlich anzuschauen, wie die Bühne voll mit begeisterten Tänzerinnen und Tänzern war. Die einen suchten die bequemen Betten früher auf als andere und machten den Fliegen im Zimmer den Garaus. Die jüngere Mannschaft genoss das Nachtleben noch etwas länger. Wer ausschlafen wollte, war an der falschen Adresse. Für die «Langschläfer» war bereits um 7.30 Uhr musikalische Tagwache angesagt.
Nach dem langen Anstehen fürs feine «Zmorge» waren alle gestärkt für den Berg. Auf der Melchsee-Frutt angekommen, ertönten erneut musikalische Klänge. Der Chor formierte sich bei der Kapelle spontan für ein Ständli. In frischer Bergluft und bei Sonnenstrahlen nutzten alle die Chance, mit der Bahn auf den Bonistock zu fahren. Auch dort tanzten verschiedene Gruppen vor dem Publikum. Neben dem Panoramalift gaben am Nachmittag auch die jüngsten Innerschweizer Tänzerinnen beim «Chlefele und Täschle» ihr Bestes. Manche Vereinsmitglieder kühlten ihre Füsse im frischen Bergseewasser ab.
Die Tracht wieder am Bügel
Um 15 Uhr war der grosse Fototermin bei der alten Bergstation angesagt. Bei diesem war nur noch eine kleine Gruppe des Gunzwiler Vereins dabei. Denn viele bevorzugten es, vor der grossen Teilnehmermenge wieder ins Tal zu reisen. Bei den aufgeheizten Autos angekommen, fuhren sie zum Glück ohne Stau wieder ins Michelsamt zurück. Trotz schöner und sehr gemütlicher Stunden war sicherlich jedes Mitglied sehr froh, nach zwei Tagen die Tracht zum Auslüften an den Bügel hängen zu können. Denn bei solchen Temperaturen gibt es definitiv angenehmere Kleider zum Tragen als eine Tracht. «Es war eine tolle Jubiläumsreise, die unseren Mitgliedern sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird», erzählen die Gunzwiler Trachtenleute. «Herzlichen Dank an Zita Lang und Benedikt Gisler für eure Begleitung und eure Bemühungen!»
Text und Bilder: zvg