«Stärne-füfi!» am Eröffnungsabend: «So viele spannende Leute!»
Was war das für ein toller erster Abend der Gewerbeausstellung! Kurze, knackige Ansprachen, feierliches Durchschneiden des roten Bandes und los ging's mit Staunen - Entdecken - Geniessen und Gewinnen. Lasst Bilder sprechen, hier eine Bildergalerie, die man gesehen haben muss!
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt
Die Stimmung auf dem Gwärb-Rundgang am Samstag und Sonntag von früh bis spät, aufgenommen von uke:
Stärne-füfi, läuft das rund!
Der Besucherstrom an der Gwärb fliesst: Von Zelt A zur Lindenhalle, dann weiter zu den Genussproduzenten und runter zur Feuerwehr, durchs Bauernzelt und zum Zelt B...
Samstagvormittag um elf sind die Hände noch in den Taschen
Beim ersten Rundgang durch das Ausstellungsgelände am Samstagmorgen zeigen sich die Aussteller noch in gelassener Erwartung, die Hände noch in den Hosentaschen. Lösli, Laptops, Leckereien... alles bereit auf den Theken. Zwischen den Ständen hats noch einiges an Freiraum. Das dürfte sich aber bald ändern.
Auch das Servicepersonal in der Lindenhalle sitzt noch gemütlich herum. Aber nicht mehr lange. Es darf losgehen! Bereits am Freitagabend hatte die Gwärb2023 des Gewerbevereins Beromünster und Umgebung auf dem Lindenareal schon sehr viel Volk angelockt. Irène und Pino vom Brauhuus 531 ziehen strahlend erste Zwischenbilanz: «Sehr zufrieden.» Und das ist erst der Anfang.
Da geht einiges ins Netz
An der Gewerbeausstellung in Gunzwil vom 13. bis 15. Oktober gibt es viel zu sehen und auch zu fangen. Schon am Eingang bleibt man beim Badeenten-Fischen hängen. Die Gwärb2023 des Gewerbevereins Beromünster und Umgebung entwickelt sich zunehmend zum Treffpunkt für Jung und Alt. Auf dem Rundgang durch die Zelte, Hallen und Beizen herrscht munteres Sehen-und-gesehen-werden. Als hätte es überall Widerhaken, bleibt man garantiert immer irgendwo hängen. Den Gewerblern geht mit Glück auch etwas neue Kundschaft ins Netz.
Samstagnachmittag, halb drei: definitiv auf Betriebstemperatur!
Am Samstagnachmittag kommt nun richtig Fahrt auf: Die Neugier zündet und das Areal füllt sich mit kontaktfreudigem Volk. Mehr und mehr gwundrig Interessierte finden sich ein. Auch die Lindenhalle ist jetzt gefüllt und der Service ist in vollem Gange. An den über 55 Ständen herrscht freudiges Kontakteknüpfen, und die Gewerbler haben nun alle Hände voll zu tun: Geknabber anbieten, Getränke ausschenken, zum Wettbewerb animieren, Goodies verschenken. Der Geräuschpegel steigt. Man führt lockere Fachgespräche oder einfach einen Schwatz, es wird angestossen, geplaudert und viel gelacht. Die Tische und Theken ziehen magnetisch die Leute an, die gerne etwas naschen, gucken oder schätzen. Alles wird ausprobiert! Manche gehen einfach lächelnd vorbei. Ein Jazz Trio kursiert durch die Gänge und bringt Schwung auf, wo noch keiner ist, und über die Lautsprecher vernimmt man die nächsten Highlights: «Als Nächstes das Konzert in der Lindenhalle...» Also, nichts verpassen! Für viele Standbetreiber heisst es jetzt auch: Schichtwechsel. Der Tag ist noch lang.
Halbzeit – der Speaker meint: «Sehr, sehr gut!»
Beim Rundgang um 18 Uhr herrscht bereits mittleres Gedränge in den Ausstellungsgängen: Gehen, stocken, stehen. Und immer noch, oder immer mehr, wird heiter diskutiert, gepröbelt und degustiert. Von Flaute keine Spur, der Besucherstrom fliesst. Von Zelt A zur Lindenhalle, weiter zu den Genussproduzenten und runter zur Feuerwehr, dann weiter durchs Bauernzelt zum Zelt B und wer will, kann ja gleich nochmals anfangen. Ein Tipp: Wer den Rundgang verkehrt herum macht, sieht die Leute von vorne.
Markus Bucher, Speaker und Chef Unterhaltung, zieht Bilanz zur Halbzeit. Es sei nicht nur «sehr gut», sondern «sehr, sehr gut!» Eine Gewerbeausstellung im 5-Jahres-Rhythmus findet er positiv. «Man sieht so, wie die Firmen sich weiterentwickeln. Auch neue Start-ups sind dabei!» Dann verzieht sich der Vielbeschäftigte ins stille Kämmerlein, eine Garderobe die als Tonstudio dient, für seine nächste Programmdurchsage. «Geschätzte Besucherinnen und Besucher, willkommen um 19 Uhr zur Aufführung der Trachtengruppe...»
Und samstags um 22 Uhr... Stärne-füfi, wird da gefeiert!
Etwa so ab 20 Uhr beginnt es im Ausstellungsgelände dann doch langsam «zu luggen». Dafür wird es im Genusszelt nebenan eng. Als in der Ausstellungsmeile um 22 Uhr Lichterlöschen ist, heisst das aber noch lange nicht heimzugehen. Im Genusszelt wird es jetzt noch enger und die Stimmung noch fröhlicher. «Tag zwei» der Gwärb2023 in Gunzwil wird ausgelassen abgeschlossen.
Auch die Festwirtschaft in der Lindenhalle ist gut besucht, für viele heisst es jetzt: endlich Nachtessen. Die Kleinformation «Mer esch glich» sorgt hier bis Mitternacht für Unterhaltung, aber klar, dass am Sonntagmorgen ab 10 Uhr die ganze Equipe vom Gewerbeverein sowie alle Helferteams für «Tag 3» der Gwärb wieder motiviert im Einsatz stehen werden.
Sonntags die Krönung: Viereinhalb Stunden für einen Rundgang
Die Gwärb am Tag drei: Interesse, Austausch und Stimmung wie samstags, nur alles noch um eine Stufe höhergeschraubt. Der Sonntag dürfte vom Besucheraufmarsch die Krönung sein. Die Gewerbler geben nochmals alles, die Resonanz ist gross.
Um halb zwei sind auch Ingrid Oehen und Roland Zeidler aus Gunzwil auf dem Rundgang im Zelt A anzutreffen. «Wir haben um zehn Uhr begonnen und sind jetzt erst hier!», lachen sie. «Es ist super. Anfangs konntest du noch mit allen Leuten reden, jetzt kommst du ja kaum mehr durch!», meinen sie voller Begeisterung und schleusen sich weiter Richtung Zelt B.
Ebenfalls am Kursieren sind Diane und Adriano Polesel von Design by Bole. «Wir müssen jetzt endlich, wenigstens einmal, den ganzen Rundgang machen», lacht das engagierte Geschäftspaar, das wie alle andern Gewerbler schon seit Freitag im Dauereinsatz ist.
Familie Negri aus Rickenbach läuft Richtung Lindenhalle und braucht erst mal einen Kaffee, und im Genusszelt stehen Irène und Walter Wirz aus Neudorf gemütlich bei einem Drink. Weshalb sie die Gewerbeausstellung besuchen? «Wegen dem Bier, und weil zuhause der Wasserhahn kaputt ist!»
Bei Lüthi Mode dreht das Glücksrad im Dauerlauf, egal ob Gutschein oder Trostpreis – es macht Spass. Ariane Schlapfer und Thomas Lüthi meinen kurz und bündig: «Super! Passt!» Und Beat Amrein von Amrein AG Strassenbau über die Freude auf der Seite der Aussteller: «Spannend, so viele Gesichter! Plötzlich siehst jemanden, den du nur vom Telefonieren her kennst.»
Wer am Sonntag auf dem Rundgang ist, kommt nicht so schnell voran. Und das ist gut so. Selten ist Langsamkeit so angenehm, die Kontaktquote so hoch. Um 14.30 Uhr sind Ingrid Oehen und Roland Zeidler wieder beim Eingang. Jetzt haben sie den ganzen Turnus absolviert. «Viereinhalb Stunden! Wunderbar!», schwärmt Ingrid und strahlt. «Das darfst du ruhig schreiben: Viereinhalb Stunden Erlebnis pur, und einfach ein wenig zuhause sein!»
Ursula Koch-Egli
Mehr Gwärb-Rundgang in Bildern: