Stiftung Zukunft Kinderspital Zentralschweiz: Raiffeisen setzt starkes Zeichen
Im Rahmen des 125-jährigen Jubiläums der Raiffeisen Bankengruppe in der Schweiz haben 19 Raiffeisenbanken aus den Kantonen Luzern, Obwalden, Nidwalden, Uri und Schwyz ein starkes und richtungsweisendes Zeichen für die Zukunft der Gesundheitsversorgung gesetzt. Mit einer grosszügigen Spende in Höhe von 750 000 Franken ermöglichen sie den Erwerb eines hochmodernen Photon-Counting-Computertomografen (PCCT) für das neue Kinderspital Zentralschweiz.
Dieser Schritt ist nicht nur eine bedeutende Unterstützung für die medizinische Ausstattung des Kinderspitals, sondern auch ein herausragendes Bekenntnis zur Förderung der Gesundheit der nächsten Generation.
Tanja Temel, Präsidentin der Stiftung Zukunft Kinderspital Zentralschweiz, unterstrich die Bedeutung dieses Engagements in ihrer Rede bei der GV der Raiffeisenbank Beromünster: «In einer Zeit, in der Unsicherheit und Herausforderungen die Welt prägen, können wir durch entschlossenes Handeln regional grosse und nachhaltige Veränderungen bewirken. Die Wirkungskraft regionaler Initiativen ist enorm – sie können Impulse setzen, die weit über die eigene Region hinaus wirken. Raiffeisen lebt diesen Gedanken vor und zeigt uns, wie durch gemeinschaftliches Handeln wahre Veränderungen für die Zukunft erreicht werden können.»
Ein technologischer Meilenstein zum Wohl der Kinder
Der PCCT, der als Erster seiner Art in Europa im neuen Kinderspital Zentralschweiz eingesetzt wird, stellt einen technologischen Meilenstein dar. Mit seiner bahnbrechenden Technologie liefert der Computertomograf gestochen scharfe Bilder, die eine noch präzisere Diagnosestellung ermöglichen. Ein besonderer Vorteil dieser Technologie ist die signifikant reduzierte Strahlenbelastung, was vor allem für Kinder von enormer Bedeutung ist, da deren Körper besonders empfindlich auf Strahlung reagieren. Die Einführung dieses Geräts ermöglicht nicht nur schnellere und präzisere Untersuchungen, sondern auch eine schonendere Durchführung der bildgebenden Verfahren. Dies trägt erheblich dazu bei, den Stress für junge Patienten und deren Familien zu verringern und eine angenehme sowie angstfreie Untersuchungserfahrung zu schaffen.
Herausforderung Kindermedizin
Tanja Temel hebt hervor, dass die Kindermedizin in der Schweiz mit einem Defizit konfrontiert ist, was häufig nicht ausreichend wahrgenommen wird. Sie erklärt, dass die derzeitige Tarifstruktur Kinder wie Erwachsene behandelt, was den besonderen Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht wird. Kinder sind nie allein, sondern immer von Eltern oder vertrauten Begleitpersonen umgeben, was den Betreuungsaufwand erheblich steigert. Ein entscheidender Aspekt sei jedoch der emotionale Aufwand: Es erfordere Zeit und Einfühlungsvermögen, um das Vertrauen des Kindes zu gewinnen und seine Kooperation zu fördern. Dies sei weniger eine Frage des Alters, sondern des Entwicklungsstandes des Kindes. Ein Beispiel sei die Blutentnahme: Während Erwachsene diesen Vorgang schnell und unkompliziert über sich ergehen lassen, stelle dies für Kinder ein beängstigendes Erlebnis dar, das viel Geduld und beruhigende Worte erfordere. Die Angst vor der Nadel und das Misstrauen müssten behutsam überwunden werden, was den Prozess verlängere – doch dieser zusätzliche Aufwand werde nicht vergütet.
Kraftvolles Bekenntnis zu zukunftsfähiger Gesundheitsversorgung
In diesem Zusammenhang ist es besonders wertvoll, dass die Raiffeisenbanken der Zentralschweiz mit ihrem grosszügigen Engagement ein klares Zeichen für ihre Verantwortung gegenüber der Region und der Gesundheit der kommenden Generationen setzen. Seit 125 Jahren lebt Raiffeisen das Prinzip der Solidarität und regionalen Verantwortung. Ihr Beitrag zum neuen Kinderspital Zentralschweiz ist nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern ein sichtbares und kraftvolles Bekenntnis zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Gesundheitsversorgung. Mit diesem Projekt leisten die Raiffeisenbanken einen entscheidenden Beitrag dazu, die Region zu einem Vorreiter für moderne und innovative Gesundheitsversorgung zu machen, die den besonderen Anforderungen der Kindermedizin gerecht wird.
Neues Kinderspital setzt Massstäbe
Das neue Kinderspital Zentralschweiz wird gemeinsam mit der Frauenklinik Tür an Tür errichtet, was eine optimale Versorgung von Mutter und Kind ermöglicht. Der Neubau, der bis 2026 abgeschlossen sein soll, wird ein hochmodernes Perinatalzentrum beherbergen, das in den Bereichen Geburtshilfe, Neonatologie und Neugeborenen-Intensivmedizin neue Massstäbe setzt. Durch die enge Zusammenarbeit von Geburtshilfe und Kinderheilkunde wird eine lückenlose und exzellente Versorgung von Müttern und ihren Neugeborenen gewährleistet.
Dankbar für die sehr grosszügige Geste
Die Stiftung Zukunft Kinderspital Zentralschweiz bedankt sich im Namen aller zukünftigen Patienten und deren Familien herzlich bei den Raiffeisenbanken für dieses aussergewöhnliche Engagement. Diese Spende stellt sicher, dass die medizinische Versorgung für Kinder in der Region auch in Zukunft auf höchstem Niveau bleibt – ein bedeutender Schritt für die Förderung einer gesunden und starken nächsten Generation. Tanja Temel schloss ihren Vortrag mit den bewegenden Worten: «Danke im Namen unserer Kinder. Danke – Für unsere Kinder.»
Text: Patricia Thérisod, Bilder: Karl Heinz Odermatt