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Staub, Luft, Zünder: Explosion sprengte Fassadenteile weg

Ein lauter Knall, ein Grossaufgebot der Rettungskräfte: Bei der Gefu Ober­le AG in Rickenbach lösten sich am vergangenen Donnerstag, 17. Oktober, an der Westseite eines Gebäudes grossflächig Teile der äusseren Fassade. Eine unglückliche Kombination von Luft, Staub und Zünder führte zu einer Staubexplosion.

Eine Druckwelle nach einer Explosion im Sprühturm liess die Fassade am Gebäude bersten.  Bild: Luzerner Polizei

Am Donnerstag, 17. Oktober, ereignete sich bei der Firma Gefu Oberle AG in Rickenbach ein Gebäudeunfall. Etwa nach 10 Uhr vormittags kam es im sogenannten Sprühturm – dort, wo flüssige Molke zu Molkeneiweiss pulverisiert wird – infolge Unterhaltsarbeiten zu einer Staubexplosion.

«Eine Staubexplosion, verursacht durch Schweissarbeiten, führte zu diesem Unfall. Drei dumme Zufälle, die es theoretisch nicht geben kann, in der Praxis aber dann schon.»  Jörg Oberle.

Grosses Aufsehen

Das Ereignis zog grosses Aufsehen auf sich, als ein lauter Knall weitherum hörbar war und unmittelbar danach Ambulanzen, Rega-Helikopter, Polizei und Feuerwehr bei der Gefu Oberle AG an der Huebmattstrasse in Rickenbach eintrafen. Sichtbar am Gebäude waren losgelöste Fassadenteile aus Metall, die schräg in die Luft ragten. Wenige Stunden später war es wieder still rund ums Firmenareal. Was genau war passiert? Der Anzeiger Michelsamt fragte bei Firmeninhaber Jörg Oberle nach.

Routinearbeiten an zwei verschiedenen Orten

«Eine Staubexplosion, verursacht durch Schweissarbeiten, führte zu diesem Unfall», erklärt Jörg Oberle. «Drei dumme Zufälle, die es theoretisch nicht geben kann, in der Praxis aber dann schon.» Die Produktion war für diesen Tag eingestellt gewesen, damit Reparaturen an den Gerätschaften vorgenommen werden konnten. «Routinearbeiten», so Oberle, «wurden an zwei verschiedenen Orten im Turm ausgeführt. Eine Übertragung durch Leitungen, die wie eine Zündschnur wirkten, führte zur Explosion. Luft, Staub, Zünder – das sind die drei Komponenten.» Zu einem Brand sei es nicht gekommen. Es handelte sich um eine reine Explosion, so Oberle. Die Druckwelle, die dadurch ausgelöst wurde, drückte die Blech-Paneelen an der westlichen Fassade des acht Meter hohen Gebäudes weg. «Am Turm entstanden keine Schäden, nur an seiner Verkleidung, die aus rein optischen Gründen am Gebäude angebracht ist», erklärt Jörg Oberle. «Der Schaden ist überschaubar.»

Die Feuerwehr Michelsamt wurde aufgeboten, hatte aber keinen Brand zu bekämpfen.  Bild: uke


Eine mittelschwer verletzte Person

Zu den verletzten Personen sagt er, es handle sich um zwei Mitarbeiter seiner Firma. Die eine Person habe am selben Tag das Spital wieder verlassen können und habe bereits am darauffolgenden Tag wieder gearbeitet. Die mittelschwer verletzte Person, welche Verbrennungen erlitten hat und mit der Rega in ein Zürcher Spital geflogen wurde, werde in absehbarer Zeit auch wieder arbeiten können. Die Untersuchung zu Unfallhergang und Verantwortlichkeit führt die Staatsanwaltschaft Sursee.

Ursula Koch-Egli




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