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Sprachliche Integration in der Schule Beromünster: Die Schule stellt sich den Herausforderungen   

Kinder aus 19 verschiedenen Nationen besuchen in Beromünster den Schulunterricht. Längst nicht alle beherrschen genug Deutsch, um dem Schulunterricht problemlos folgen zu können. Das stellt Schulpersonal, Lernende und ihre Eltern gleichermassen vor grosse Herausforderungen.

Das Verständnis für die Sprache ist anspruchsvoll, besonders zu Beginn in einem ganz anderen Kulturraum, weiss André Zihlmann.


Um die 14 Prozent, also rund 120 der 830 Schulkinder, brauchen Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache. Denn nur wer in der Lage ist, in der Ortssprache mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, kann erfolgreich lernen und sich aktiv am sozialen Leben beteiligen. Es gibt vielerlei Gründe, warum jemand ohne oder nur mit geringen Deutschkenntnissen nach Beromünster kommt. Nicht immer ist es die Flucht aus einem Kriegsgebiet. Es gibt auch Kinder, deren Eltern aus beruflichen Gründen aus dem Ausland zu uns ziehen.

Sprache öffnet Türen

In all diesen Fällen heisst das Zauberwort hierfür «DaZ», also «Deutsch als Zweitsprache». Die Sprache ist denn auch der erste Türöffner. Erst über sie können weitere Fähigkeiten, aber auch Defizite erkannt werden. Möglicherweise hat ein Kind in seinem Herkunftsland keine Schule besuchen können. Oder es bringt viel Erlebtes mit. DaZ wird in Beromünster unterrichtet. «Dies trägt zur Entlastung der Klassenlehrperson bei und bietet Kindern mit Sprachdefiziten eine riesige Unterstützung», so Rektor Martin Kulli.

Kinder, die gar keine Deutschkenntnisse mitbringen, erhalten vorerst intensiven DaZ-Unterricht, jede Woche mehrere Lektionen. Nach kurzer Zeit werden sie einer Klasse zugeteilt und besuchen dort erst einzelne, nach und nach aber sämtliche Fächer des Regelunterrichts. Nach der intensiven Deutschlernphase folgt der Aufbauunterricht, der unter Umständen mehrere Jahre dauern kann. Dabei werden die Fortschritte regelmässig überprüft.

Sprache hilft kulturelle Hürden überwinden

Integration geschieht zu einem grossen Teil über die Sprache. Mit zunehmendem Wortschatz kann sich das Kind denn auch differenzierter in der Zweitsprache ausdrücken. Gleichzeitig kann es sein Umfeld besser verstehen. Und dies wiederum hilft, kulturelle Hürden zu überwinden oder traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Martin Kulli: «Die Lehrpersonen machen mit unserem System mehrheitlich gute Erfahrungen, vor allem, wenn sie die Lernfortschritte bei den meisten Kindern mitverfolgen können.»


Gründe, weshalb Ausländer Deutsch lernen: Das wünschen sich sechs Lernende in einem FABIA Sprachkurs:

Ich lerne Deutsch, damit ich

• ... hier einen Beruf lernen kann
• … mit den Menschen reden kann
• … meine Mitmenschen verstehen kann
• … nicht mehr mit den Händen und Füssen reden muss
• … mich wehren kann
• … bei den Elterngesprächen die Lehrer verstehen kann
• … mich hier in der Schweiz integrieren kann
• … mich beim Arztbesuch ausdrücken kann
• … Automechaniker lernen kann
• … soziale Kontakte mit den Nachbarn haben kann


FABIA – das Kompetenzzentrum für Migration

FABIA unterstützt Schulen bei der praktischen Umsetzung von Themen wie Sprachenvielfalt, Zweitspracherwerb, Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern.

FABIA stellt ein breites Angebot an Deutschkursen in verschiedenen Gemeinden zur Verfügung.

FABIA Kompetenzzentrum Migration, Tribschenstrasse 78, Luzern


Text: André Zihlmann, Bild: Katharina Kocherhans




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