So ist nachhaltige Mobilität im Michelsamt möglich: Es ist Zeit, über Mobilität zu reden
Im November 2022 hat der Verkehrsverbund Luzern zusammen mit dem Kanton Luzern die Dachmarke Luzernmobil neu lanciert. Im Rahmen der kantonalen Mobilitätsmanagementstrategie informiert Luzernmobil mit dem Slogan «zäme bewege» über das Thema nachhaltige Mobilität. Auf der Plattform Luzernmobil.ch sowie über eine breit angelegte Kampagne werden Privatpersonen, Gemeinden, Unternehmen, Arealentwickler:innen, Veranstalter:innen und Schulen für einen bewussten Umgang mit der Mobilität sensibilisiert. Luzernmobil zeigt auf, welche Einflüsse die verschiedenen Verkehrsmittel auf die Umwelt und die Auslastung der Verkehrsfläche haben. Welche Mobilitätsformen stehen dem Michelsamt zur Verfügung und wie kann nachhaltige Mobilität auch auf dem Lande umgesetzt werden?
Wir kennen es alle: Meist bestimmen unsere Gewohnheiten, was wir essen, wie wir unseren Alltag gestalten und eben auch, welches Fortbewegungsmittel wir wählen. Im Mobilitätsbereich ist die Tendenz der Luzerner Bevölkerung eindeutig. Mehr als jede zweite Person im Kanton Luzern hat ein eigenes Auto. Seit der Jahrtausendwende stieg der Autobesitz stetig. Und dies, obwohl ein eigenes Auto durchschnittlich 23 Stunden am Tag still steht, wie die Plattform Luzernmobil eindrücklich aufzeigt. Unter anderem mit solchen Fakten und Visualisierungen sorgt Luzernmobil dafür, dass jeder sein eigenes Mobilitätsverhalten überdenkt und die Art und Weise seiner Fortbewegung bewusster wählt. Denn ob zu Fuss, mit dem Velo, dem Car-Sharing oder dem öV, die Mobilität ist vielseitig und darf auch so gelebt werden.
Erfahrungsberichte zeigen, wie es geht
Die Tragweite unseres gegenwärtigen Mobilitätsverhaltens ist enorm. Einerseits für die Umwelt – denn der Verkehr verursacht in Luzern rund einen Drittel der kantonalen Treibhausgasemissionen. Der grösste Teil davon, fast drei Viertel, stammt aus dem Strassenverkehr. Andererseits wirkt sich unser Mobilitätsverhalten auch auf den begrenzten Platzbedarf auf den Strassen und somit auf die Stauzeiten aus. Denn während aus demografischen Gründen die Anzahl der Verkehrsteilnehmenden zunimmt, bleibt der zur Verfügung stehende Platz auf den Strassen gleich. Hingegen kann jede und jeder das eigene Mobilitätsverhalten individuell angehen und Teil der Lösung sein. Genau darauf zielt Luzernmobil ab und informiert über Massnahmen und Fortbewegungsmittel, die nachhaltig und flächeneffizient sind. So zeigt etwa eine aussagekräftige Darstellung auf Luzernmobil auf, wie viel Platz 50 Personen zu Fuss, auf dem Velo, in einem Bus oder in Autos einnehmen. Das Potenzial zum Einsparen ist beträchtlich. Mit Fakten, Illustrationen und vor allem auch mit persönlichen Erfahrungsberichten tritt die Dachmarke Luzernmobil mit der Bevölkerung in einen Dialog über die Mobilitätsvielfalt. Echte Menschen, wie sie auch aus dem Michelsamt kommen könnten, teilen ihre Erfahrungen von nachhaltig gelebter Mobilität. Vorbildfunktionen punkto Mobilitätsvielfalt auf dem Land und in der Stadt, für den Berufs- und den Freizeitverkehr, als Familie oder Einzelperson stehen im Zentrum von Luzernmobil. Ganz nach dem Motto «zäme bewege», zeigt die Bevölkerung auf, wie sie selbst Teil der Lösung ist, um ein nachhaltig verändertes Mobilitätsverhalten herbeizuführen.
Auch für ländliche Regionen gibt es Möglichkeiten
Doch wie einfach kann die Mobilitätsvielfalt in ländlichen Regionen genutzt werden? Auf dem Land sind die Distanzen grösser, die Taktfrequenzen des öV im Vergleich zur Stadt geringer oder das Velo aufgrund der Steigung nur bedingt geeignet. Auch für solche Regionen, einschliesslich dem Michelsamt, bieten sich Möglichkeiten, um nachhaltiger und flächeneffizienter unterwegs zu sein. Luzernmobil arbeitet mit Mobilitätspartner:innen wie Car-Sharing, Bike-Sharing oder Co-Working-Spaces aus dem ganzen Kanton Luzern zusammen und vereint diese auf einer übersichtlichen Karte. Im Einzugsgebiet unserer Zeitung, zum Beispiel in Beromünster, befindet sich ein Car-Sharing Standort. Die Gemeinde Eich bietet ergänzend zum Car-Sharing auch Velos zum Teilen an, für die Gemeindebewohner:innen sind die ersten vier Leihstunden kostenlos. Zudem verfügt jede politische Gemeinde im Kanton Luzern über ein gut erschlossenes öV-Netz. Doch auch unabhängig von diesen Mobilitätsangeboten ist es möglich, einen ersten Schritt in die Richtung der Mobilitätswende zu machen. So kann etwa für das Sporttraining oder die Vereinsprobe am Abend ein Velo oder E-Bike genutzt, Fahrgemeinschaften gebildet oder Einkäufe zu Fuss mit einem Einkaufs-Trolley erledigt werden. Weiter gibt es die Möglichkeit, das eigene Auto zu vermieten oder mit befreundeten Personen zu teilen. Auch dafür gibt es Schweizer Plattformen, die das Teilen erleichtern. Auf der anderen Seite der Kantonsgrenze, in Reinach etwa, ist ein solches Angebot zu finden. Unter dem Stichwort «kombiniert» stellt Luzernmobil in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der verschiedenen Verkehrsmittel in Kombination vor. Mobilitätsangebote können sich optimal ergänzen und in Kombination sogar eine Alternative zum Privatauto bieten. Auch Co-Working-Spaces sind dabei nicht zu unterschätzen. Sie helfen mit, um auf die eine oder andere Pendlerfahrt zu verzichten. Denn auch Verkehr zu vermeiden ist klimafreundlich und spart Kosten und Zeit. Dass all das ohne Komfortverlust machbar ist, zeigen die Erfahrungsberichte auf Luzernmobil.
Mobilitätsmanagement für Gemeinden und Unternehmen
Luzernmobil möchte jedoch nicht nur Privatpersonen sensibilisieren, sondern auch Gemeinden und Unternehmen sowie Arealentwickler:innen, Veranstalter:innen und Schulen mit ins Boot holen. Diese Akteure haben einen grossen Hebel für die Mobilitätswende in der Hand. Denn vielfach hängt unser Mobilitätsverhalten nicht nur von den üblichen Gewohnheiten ab, sondern wird auch durch unser Umfeld, etwa den Wohn- oder Arbeitsort, geformt. Gemeinden und Unternehmen können entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, damit alternative Mobilitätsformen häufiger genutzt werden. Eine Gemeinde kann die Mobilitätsvielfalt zum Beispiel unterstützen, indem sie mit Sharing-Anbietern zusammenarbeitet. Auch für Unternehmen bieten sich eine Vielzahl an Massnahmen für ein erfolgreiches Mobilitätsmanagement an. Das können etwa Ladeinfrastrukturen für E-Bike und E-Autos, Car-Sharing Stationen, öV-Gutscheine für Mitarbeitende, Home Office und optimale Schichtzeiten sein. Luzernmobil bietet deshalb für Unternehmen und Gemeinden Checklisten für ein ganzheitliches Mobilitätsmanagement sowie ein kostenloses Beratungsangebot an. Auch für Veranstalter:innen und Arealentwickler:innen stehen Online-Tools zur Verfügung. Für Schulen wird zudem in Zusammenarbeit mit der PH Luzern sowie der Dienststelle Volksschulbildung die Entwicklung von Schulmaterial für bewusstes Mobilitätsverhalten erarbeitet.
Mit diesen Aktionen können Sie neue Mobilitätsformen ausprobieren
Luzernmobil bietet für die Bevölkerung neben inspirierenden Erfahrungsberichten und einer übersichtlichen Mobilitätskarte auch Aktionen an. Probieren Sie mit den Rabatt-Codes (gültig bis Ende März) verschiedene Mobilitätsangebote oder Co-Working-Spaces aus und lassen Sie sich selbst davon überzeugen, wie einfach nachhaltige Mobilität möglich ist.
«4V»-Strategie: Verkehr vermeiden, verlagern, verträglich gestalten und vernetzen:
Wie denken Sie darüber?
1. Frage: Wie sind Sie im Michelsamt unterwegs?
2. Frage: Was tragen Sie persönlich dazu bei, zukünftig nachhaltiger unterwegs zu sein?
3. Frage: Können Sie sich vorstellen, Fahrgemeinschaften zu bilden, ein Auto zu mieten, vermehrt Velo zu fahren, sich ökologischer zu verhalten usw.?
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Weitere Informationen: https://luzernmobil.ch
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt, Grafiken und Cartoons: Luzernmobil