Sempachersee: 2027 sollen wieder Festspiele steigen
Musik-Events am Ufer des Sempachersees nehmen einen dritten Anlauf: 2027 sollen die ersten Sempachersee-Festspiele über die Seebühne gehen. Der Initiant Beat Toniolo präsentierte am Dienstag seine Idee in Oberkirch unter dem Titel «Utopie oder Realität?».
Nach der «Bühne am See» im Strandbad Sursee (2008–2009) und den Seekonzerten Sempachersee an diversen Austragungsorten (2010–2016) sollen 2027 die ersten Sempachersee-Festspiele steigen. Initiant ist der Künstler, «Kulturfusionist» und «Impresario» Beat Toniolo, der in Deutschland ein Büro für Kunst und Kultur führt und in der Schweiz verschiedentlich als Veranstalter kultureller Events (zum Beispiel der Festivals «Der Rheinfall tanzt» oder «Tell trifft Wagner» in Seelisberg) hervorgetreten ist. Auch die Region Sempachersee ist ihm nicht unbekannt. Eine erste Annäherung gab es 2002 mit dem SPZ in Nottwil, und die Kontakte sind bis heute nicht abgebrochen.
Mehrheit findet es eine gute Idee
Am vergangenen Dienstag präsentierte Toniolo im Hotel Hirschen in Oberkirch seine Idee vor den Medien. Vorgängig hatte er am Wochenmarkt in Sursee und per E-Mail eine Machbarkeitsbefragung mit elf Fragen durchgeführt, die von 77 Personen beantwortet wurde. Dabei kam etwa heraus, dass eine Seebühne von mehr als der Hälfte befürwortet wird und die Mehrheit die Idee der Sempachersee-Festspiele gut findet. Aus der Befragung ging überdies hervor, dass auch Natur, Wertschöpfung sowie Essen und Trinken wichtige Faktoren sind. Bei den Musikgenres schnitten Musicals und World Music am besten ab, und bei den Austragungsorten lag das Strandbad Sursee vor jenen in Sempach und Nottwil. «Hauptsache am Sempachersee», lautete der Tenor.
Budget von 500 000 Franken
Seine persönliche Präferenz liege indessen bei der Badi Nottwil, liess Toniolo durchblicken. Konkret schwebt ihm ein Festival vor, das alle zwei Jahre an fünf bis sieben Tagen, verteilt über zwei Wochen im August/September stattfindet und Platz für 300 bis 400 Zuschauende bietet – «ein Festival, das klein, aber fein ist und nicht mit jenen in Thun, Walenstadt oder Bregenz vergleichbar ist». Um Schutz vor Regen zu bieten, wären die Bühnen gedeckt. Bei acht Aufführungen mit jeweils fünf Künstlerinnen oder Künstlern rechnet Toniolo mit einem Budget von rund 500’000 Franken, bei zwei Künstler/innen wären es etwa 320’000 Franken.
Heinz Frei ist Botschafter
Um zu erreichen, dass die Sempachersee-Festspiele länger Bestand haben als die «Bühne am See» und die Seekonzerte Sempachersee, ist angedacht, sie jeweils gezielt unter eine Thematik zu stellen, die für die aktuelle Zeit relevant ist. Es sei ihm bewusst, dass für die Umsetzung der Idee Dialog und Transparenz wichtig seien, versicherte der Initiant. So gelte es, möglichst viele Vereine und zuständige Stellen ins Boot zu holen. Der bei der Präsentation ebenfalls anwesende Nottwiler Gemeindepräsident Walter Steffen pflichtete ihm bei: «So ein Projekt muss von der ganzen Region getragen werden, und zwar nicht nur monetär, sondern auch ideell. Die Tour de Suisse hat bewiesen, dass es unter dieser Voraussetzung funktioniert.»
Konkret soll ein Förderverein mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Kultur der Idee der Sempachersee-Festspiele Schub verleihen. Ein prominenter Botschafter konnte bereits gefunden werden: der Rennrollstuhlsportler Heinz Frei, der dem Projekt einen Inklusions-Mehrwert zutraut.
Text und Bild: Daniel Zumbühl