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Seit 40 Jahren «Chöubi» – und noch nie eine Sitzung

Das Kirchweihfest in Krumbach ist klein, aber ganz fein. Jedes Jahr findet es statt an einem Sonntag um den St. Wendelinstag, dem 20. Oktober. Dieses Jahr hats es wieder «gepreicht».

 Idyllisch einladendes Plätzchen an der Herbstsonne in Krumbach.  

Seit man gemerkt hat, dass die Leute sonntags zahlreicher erscheinen und länger bleiben, findet die Krumbacher Kilbi immer an einem Sonntag statt. Das war nicht immer so. Das Kirchweihfest zu Ehren des Heiligen Wendelin, dem die schmucke Kapelle geweiht ist, fand früher stets exakt an dessen Feiertag, dem 20. Oktober, statt, egal was für ein Wochentag es war.

Ein Sechstel Unterhaltspflicht

Organisiert wird das Fest seit gut vierzig Jahren von sechs Bauernfamilien. Es sind die vier Familien Holzmann, Muff, Arnold und Furrer vom Dörfli sowie die Familien Koch und Wyss vom benachbarten Weiler Hunzikon, die je zu einem Sechstel die Unterhaltspflicht der Kapelle innehaben. Und wenn dann Kilbi ist, packen alle an. «Seit gut vierzig Jahren machen wir die Kilbi und wir hatten dafür noch nie eine Sitzung!», sagt Hanspeter Wyss. «Alles klappt, jeder weiss, was zu tun ist, und auch die Jungen helfen mit.» Eine familiäre Angelegenheit.

Gottesdienst im Freien

Der Gottesdienst um 10 Uhr findet immer im Freien statt. Bänke werden aus Geuensee herbeigeschafft, vor Familie Muffs Haus wird ein Altar errichtet. Ein Quartett der Blasmusik begleitet jeweils die Feier musikalisch, dieses Jahr hielt sie Seelsorger Andreas Baumeister. Es war vormittags frisch und etwas neblig, doch mit jeder Stunde drängte die Sonne mehr durch und liess den in die herbstliche Landschaft gebetteten Weiler erleuchten.

Glücksrad – selbst gemacht

Bratwurst und Pommes wurden in der Festwirtschaft gebrutzelt, dazu die obligate Kürbissuppe. Herbstgenuss für alle Sinne, Kaffee und Kuchen inbegriffen. Und schon das dritte Jahr gibts in Krumbach auch ein Lebkuchenrad! Stefan Arnold hat es gebaut. Das Rad, die Karten dazu – alles selbst gemacht. «Das gibt etwas Unterhaltung», schmunzelt Hanspeter Wyss, als ob man in Krumbach auf Unterhaltungsspiele nicht angewiesen wäre. In Krumbach ist man offenbar selbst seines Glückes Schmied. Nur Kinder habe es halt nicht mehr allzu viele an dieser Kilbi, meint Hanspeter Wyss. Sie machen kleine Stände, Mohrenkopfschleudern und ähnliches, mehr braucht es ja nicht. Wer die Krumbacher Kilbi verpasst hat, Pech – aber schon nächstes Jahr gibts wieder Gelegenheit.

Nachmittags um vier war es am Kilbisonntag im Weiler Krumbach bereits wieder ruhig. 

Ursula Koch-Egli




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