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Schweizer Raps hat einen schweren Stand

Die Rapsabrechnung kam pünktlich zirka drei Wochen nach meiner Ablieferung bei der Sammelstelle. Aber als ich dann den diesjährigen Produzentenpreis sah, traute ich meinen Augen nicht. Sage und schreibe 30 Franken pro 100 Kilogramm weniger als im Jahr 2022. In der Fachpresse war zu lesen, dass inländischer Raps gesucht sei und man die Anbaufläche sogar noch ausdehnen sollte. Und dann dieser Preishammer – eine absolute Frechheit gegenüber des Bauern. Bei meiner Anbaufläche von 2.0 Hektaren verliere ich über  2000 Franken gegenüber dem Jahr 2022. Dazu kommt noch, dass die Produktionskosten (Saatgut, Dünger, Pflege, Treibstoff, Pflanzenschutz, Transport usw.) auch angestiegen sind.

Weil auch der Krankheits- und Schädlingsdruck gestiegen ist, kenne ich bereits Berufskollegen, die dem Rapsanbau den Rücken kehren. Vom Bundesamt für Landwirtschaft in Bern konnte man kürzlich lesen, dass man die Ernährung der Bevölkerung vermehrt über den Boden (Ackerbau), anstatt über die Tierhaltung machen sollte. Der inländische und wirtschaftliche Rapsanbau wäre auch ein Instrument, um dies zu erreichen. Der Handel will aber lieber Raps importieren, da sind die Margen bestimmt um einiges höher.

Wie heisst es so schön, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Dies habe ich bei meiner letzten Rapsabrechnung auf keinen Fall feststellen können. Wahrscheinlich muss die Schweizer Bevölkerung wieder einmal Hunger leiden, damit die Bauern faire Produzentenpreise erzielen können.

Philipp Arnold, Schlierbach




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