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Schweizer Jugend forscht: Erika Stocker aus Neudorf im Final mit «sehr gut» bewertet

Am vergangenen Samstag, 22. April, prämierte die Fachjury von Schweizer Jugend forscht die Arbeiten des 57. Nationalen Wettbewerbs. Schon die Finalteilnahme machte alle Jugendlichen zu Gewinnenden. Erika Stocker (21) aus Neudorf glänzte mit ihrer Arbeit «Einfluss der Trockenstellmethode bei Kühen auf Zellzahl und Erregervorkommen in der Milch während der Galtzeit und der Frühlaktation».

Erika Stocker bei der persönlichen Präsentation ihrer Arbeit in St. Gallen - auch dies gehört zur Aufgabenstellung dazu.



An der Prämierungsfeier in St. Gallen wurden dieses Wochenende die besten 126 jungen Forschenden des Landes für ihre Leistungen ausgezeichnet. Die aus 18 Kantonen stammenden Finalist:innen des 57. Nationalen Wettbewerbs von Schweizer Jugend forscht stehen nun am Ende eines langen Weges: Seit mindestens einem Jahr tüftelten sie an ihren Erfindungen und Ideen. Das Finale gastierte vom 20. bis 22. April 2023 am SQUARE der Universität St. Gallen. Als krönender Abschluss des Nationalen Wettbewerbs fand am Samstag die Prämierungsfeier statt, an der die Jugendlichen für ihre Arbeiten ausgezeichnet wurden. Nun steht endlich fest, wie die Fachjury die Forschungsprojekte bewertet hat. Von den 126 Jugendlichen erhalten 27 das Prädikat «gut», 68 «sehr gut» und 31 «hervorragend». Entsprechend diesen Prädikaten werden Bargeld- und Sonderpreise im Gesamtwert von 170 000 Franken vergeben. Die 66 innovativsten Jungforschenden erhalten einen von insgesamt 35 Sonderpreisen, welche u.a. zu einem Besuch des European Space Camps in Norwegen, einem Forschungspraktikum auf dem Jungfraujoch (3550 m ü. M.) oder zur Teilnahme an internationalen Projektwettbewerben in Europa, Asien, Afrika und den USA berechtigen. Diejenigen Jugendlichen, welche den Sonderpreis EUCYS (EU Contest for Young Scientists) erhalten, stellen überdies die offizielle Schweizer Delegation für den europäischen Wissenschaftswettbewerb. 

Neugierde als Triebfeder 

An der öffentlichen Ausstellung vom Freitag und Samstag stellten die Jugendlichen aus der Gymnasial- und Berufsbildung ihre Forschungsprojekte vor und standen den zahlreichen Besuchenden Rede und Antwort. «Was uns alle hier verbindet, ist die Neugierde. Sie hat uns dazu gebracht, unsere Komfortzone zu verlassen und uns dem Wettbewerb zu stellen. Es klingt wie eine Plattitüde, doch keine Angst haben und sich Herausforderungen zu stellen ist das Beste für uns junge Menschen», sagte Teilnehmer Nico Hänggi mit einem Leuchten in den Augen. 

«Ausgangspunkt für weitere Forschungen» 

Erika Stocker hat letztes Jahr das Kurzzeitgymnasium abgeschlossen. Ihre Fachlehrerin für ihre Arbeit war Konstanze Mez. Im ausführlichen Bericht und der Dokumentation zur Arbeit von Erika Stocker resümiert die Expertin Dr. Sybille Schwendener: «Durch die Arbeit konnte gezeigt werden, dass die Trockenstellmethode bereits die Zellzahlhöhe im Kolostrum massiv beeinflusst. Der Einsatz von Antibiotika wirkte sich positiv auf die Eutergesundheit aus. Beobachtungen in dieser Arbeit weisen darauf hin, dass das Keimvorkommen in der Milch durch den Antibiotikaeinsatz in der Galtzeit beeinflusst werden kann. Antibiotika sollte bei gesunden Herden nur selektiv eingesetzt werden, um mögliche Antibiotikaresistenzen zu minimieren. Auf den Erreger S. uberis muss ein besonderes Augenmerk gelegt werden, da er weit verbreitet und eine erfolgreiche Behandlung schwierig ist.» Sie würdigt die Arbeit von Erika Stocker: «Zur Vermeidung von Resistenzen sollen Antibiotika in der Nutztierhaltung möglichst zurückhaltend eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Trockenstellmethode bei Milchkühen. In ihrer Arbeit untersuchte Erika Stocker die Auswirkungen von antibiotischen und nicht-antibiotischen Trockenstellern auf die Eutergesundheit von Kühen und die Bakterien der Milch. Sie hat sich mit grossem Interesse dem Thema gewidmet, viel Engagement, Ausdauer und Eigeninitiative gezeigt. Ihre Resultate hat sie kritisch interpretiert und ihre Beobachtungen zu den Keimen können Ausgangspunkt für weitere Forschung sein.» So soll es sein, grosser Einsatz, Wille und Können als Basis für weitere Forschung.


Stimmungsvolle Prämierungsfeier in St. Gallen, ein Höhepunkt für alle Teilnehmenden.


Volle Konzentration bei den Präsentationsständen.
Jede Frage will fachmännisch und je nach Wissensstand des Fragenden beantwortet sein.



Die ausgestellten und präsentierten 117 Arbeiten in St. Gallen.


Erika Stocker posiert stolz vor dem Resümée ihrer tollen Arbeit an der Präsentation in St. Gallen.


Text: Karl Heinz Odermatt, Bilder: zvg  




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