«Schulen für alle» mit Elternreferat «Resilienzförderung in der Familie»: Zusammen wachsen - Menschen stärken
Am vergangenen Donnerstag fand im ganzen Kanton der Tag «Schulen für alle» statt. Früher war dies der «Tag der aufgeschlossenen Volksschule». Alle waren eingeladen, sich ein eigenes Bild des Schulbetriebs zu machen und den Unterrichtsalltag mitzuerleben. Der Einsatz der Lehrkräfte sowie die Freude und Offenheit der Schülerinnen und Schüler sind auch diesmal beeindruckend. Und am Abend fand ein Elternreferat zum Thema Resilienzförderung statt. Der Anzeiger Michelsamt war wiederum vor Ort und tauchte aktiv in die Schulwelt ein.
Die Schulbesuche in der Primarschule Gunzwil sowie in der Primar- und Sekundarschule Beromünster sind eindrücklich. Es ist ein emsiges Wuseln, sich Austauschen, konzentriert und zielorientiert Zusammenarbeiten. Den Schülerinnen und Schülern macht es sichtlich Spass, den Eltern und den sonstigen Interessierten einen Einblick in den Schulalltag zu gewähren. Auch die Lehrkräfte sind offen für spontanen Austausch und wollen ein authentisches Bild ihrer Arbeit und ihrer Herausforderungen vermitteln.
Drei Schülerinnen sitzen im Treppenhaus und diskutieren fokussiert über die bevorstehende Präsentation im Fach Deutsch. Sie sind intensiv bei der Erarbeitung ihres Zeitungsprojekts an der Arbeit. Die Funktionsweise von Medien will verstanden werden, das nützt auch später im Leben. Sie sind sofort für ein Foto zu haben, später gibt auch ihre Klassenlehrerin das Einverständnis.
Heute lernen für die Herausforderungen von morgen
In einer Klasse ist ein Lehrgespräch im Kreis im Gang, alle scheinen sich aktiv zu beteiligen, niemand scheint sich von den recht zahlreichen Besuchern ernsthaft ablenken zu lassen. In einer anderen Klasse wird mit zugelosten Positionen diskutiert, ob Schulnoten noch zeitgemäss sind. Die Lehrerin erklärt den Schülerinnen und Schülern den Wert von Debatten und Positionsbezügen: «Wenn ihr später mehr Lohn möchtet, müsst ihr auch verhandeln können, aufzeigen, was ihr könnt und was ihr aushandeln wollt.» Das scheint allen einzuleuchten. Im BG, also bildnerisches Gestalten, ist grad eine Einzelarbeit im Gang. Jeder ist konzentriert und kommt bei Fragen und für den nächsten Auftrag zur Lehrperson, die jede und jeden geduldig und individuell betreut und weiterbringt. So vergeht die Zeit im Flug, und um 11.45 scheinen alle hungrig zu sein, um sich für den Nachmittag zu stärken. Auch die Elternmitwirkung hat sich in einem Raum eingerichtet und diskutiert mit Eltern über ihre Aufgaben und die Schule von heute.
Elternreferat «Resilienzförderung in der Familie»
Zum Abschluss des Tages fand um 19.30 Uhr im Singsaal der Sekundarschule ein Elternreferat statt. Dass dieses einem aktuellen Thema gewidmet war, zeigte sich durch das rege Interesse der Eltern. So nahmen auch Eltern aus allen Schulstandorten teil. Hausaufgaben, Ämtli oder Gamingzeiten – viele Eltern diskutieren mit ihren Kindern immer wieder die gleichen Themen.
Der Wunsch nach Respekt, Kooperation, Wertschätzung und Harmonie in der Familie ist nur durch Stärkung der Widerstandskraft, also der Resilienz, des Selbstvertrauens und des Selbstwertes des Kindes zu erreichen.
Die Referentin Natascha Zoller, Psychologin, Lerncoach und Schulpsychologin, zeigte im Rahmen des Projektes «fit4future» anhand vieler Beispiele praxisnah auf, wie an diesen Themen mit den Kindern gearbeitet werden kann. Der Abend regte zum Denken und Handeln an. Mit vielen Inputs und gestärkt durch ein Apéro, das durch die Elternmitwirkung organisiert wurde und vielleicht auch etwas resilienter durften die Teilnehmenden so den Tag der «Schulen für alle» abschliessen. «Die Schulleitung zieht ein positives Fazit zum Tag für alle und dankt den Eltern für ihren Besuch und ihre Teilnahme an diesem speziellen Tag ganz herzlich», sagen sagen die Primarschulleiter Lui von Andrian und Elmar Müller. So ist es an diesem Aktionstag gelungen, die Schule den verschiedenen Anspruchsgruppen wieder näher zu bringen.
Text: Karl Heinz Odermatt, Bilder: kho / zvg