Schirm und Schutz für die Maria
Aufgefallen: Am Badweg in Beromünster ist der Marienbrunnen zwecks Restaurationsarbeiten eingerüstet. Denn auch Göttliches, in Stein gehauen, ist vor Abstürzen nicht ganz gefeit.
«Die Marienstatue war absturzgefährdet!», erklärt Stiftsverwalter Markus Wandeler auf Anfrage. Das klingt wahrlich ein wenig dramatisch. Niemand möchte doch die Figur vom Sockel stürzen und in den Brunnen plumsen sehen! Deshalb hat das Chorherrenstift St. Michael den Surseer Bildhauer Vitus Wey um entsprechende Schutz- und Restaurationsmassnahmen beauftragt.
«So sanft wie möglich, so intensiv wie nötig» Credo des Steinhauers Vitus Wey im Umgang mit der 100-jährigen Marienstatue
Als Erstes bekam die Gottesmutter aus Stein ein Gerüst und ein schützendes Dach, welches den Passanten im Badweg und Bärengraben bereits aufgefallen sein dürfte. Für einmal heisst es nicht: «Maria, breit den Mantel aus ...», sondern: «Vitus, mach Schirm und Schild für sie daraus!» Das Zelt wurde erstellt, um die Figur darunter erst einmal gut austrocknen zu lassen. Danach wird diese gereinigt und neu gesichert. Ganz nach dem Grundsatz des erfahrenen Steinrestaurators: «So sanft wie möglich, so intensiv wie nötig». Der Lauf der Zeit hinterlässt eben überall Spuren, so zeigten sich an der bald 100-jährigen Statue mit Jahrgang 1926, die 1989 letztmals renoviert wurde, erneut Risse.
Der Marienbrunnen wurde vermutlich 1618 erstellt und 1765 erneuert, und ist prägender Bestandteil des geschützten Stiftsbezirkes von Beromünster. Er steht seit 1964 unter dem Schutz des Kantons, seit 1993 unter dem Schutz des Bundes.
Ursula Koch-Egli