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Samichlauszeit im Michelsamt: Urtümlich, urchig und auch ein bisschen magisch

Das Brauchtum in der Samichlauszeit rund um den 6. Dezember durfte in der Region wieder ausgiebig gepflegt werden. Der Samichlaus hielt feierlich Einzug in den Dörfern.

Der Samichlaus und sein Gefolge in Römerswil.

(red) Das Licht, das durch die Dörfer getragen wird und der urtümliche Klang der Trycheln im Dunkeln, dazu die grosszügige und doch mahnende Gestalt des Samichlaus, dem man, egal wie alt man ist, immer etwas staunend und ehrfürchtig begegnet, und dann schliesslich die Auflösung der Spannung, das fröhliche Zusammensein bei Kuchen und Glühwein... all dies gehört in diese Zeit, und heuer schien man besonders glücklich, alles wieder uneingeschränkt geniessen zu können. Einen Einblick in die Dörfer, ganz nahe an grossen weissen Bärten, leuchtenden Kinderaugen und rauchenden «Krummen», bietet dieser «Fokus» jenen, die nicht dort waren und ebenfalls jenen, die dabei waren, eine schöne Erinnerung. Wie aber der alte, ehrwürdige Samichlaus es geschafft hat, in allen Dörfern fast gleichzeitig und für alle miteinander da zu sein... ja, das bleibt sein Geheimnis.

Text: uke, Bild: Beat Wiederkehr

Römerswil: Fulminantes Chlauswochenende auf dem Erlosen

Das Wochenende vom 2. bis 4. Dezember stand bei den Römerswiler:innen ganz im Zeichen von Rot-Weiss und Schwarz. So war einerseits der Samichlaus auf Tournee, andererseits seine begeisterten Trychler, und ebenfalls sehr erwähnenswert: Der Jugendverein Träff 81 zog mit dem «Chlaus-Obe» sämtliche Register.

Angefangen hat es für die Einwohner:innen am Erlosen bereits am Freitag. Erste Trychlerklänge waren kurz nach Feierabend im Dorf zu hören. Der Samichlaus war unterwegs und hat die ersten Familien besucht. Kurz vor 20 Uhr wollte die Schar rund um den Chlaus, seinem Gefolge samt Trychlern aber fertig sein, denn das WM-Spiel Schweiz-Serbien wurde im gemütlichen Zelt, welches für den «Chlaus-Obe» am darauffolgenden Tag auf dem Dorfplatz aufgebaut wurde, auf Grossleinwand übertragen. Die einzigartige Stimmung während dem Spiel fand seine Fortsetzung auch in den Stunden danach. Das Zusammenkommen der verschiedenen Chlausgruppierungen und der Dorfbevölkerung war eine stimmungsvolle Mischung.

Am Samstag, nach 17 Uhr, stand dann der Einzug auf dem Programm. Der rot-weiss gekleidete Samichlaus wurde einerseits von einer riesigen Schar Schulkinder mit Laternen und «Yffelen» begleitet. Andererseits – und an dieser Stelle braucht es ein wenig Insiderverständnis – wurde er von vielen Trychlern mit weissen «Chotteli» durch die Strassen geführt. Die Trychler der Chlausgroppe Römerswil mit schwarzem «Baueledämpf» und die Herlisberger Trychler mit roten «Zipfelmützen» ermöglichten zusammen mit einigen «Geisslechlöpfern» einen stimmungsvollen Einzug.

Danach durften die zahlreichen Zuschauer:innen dem Samichlaus bei einer Geschichte zuhören. Im Anschluss an den Einzug lud der Jugendverein zum «Chlaus-Obe». Marktstände säumten den Kirchplatz, Glühwein und geschmolzener Käse dufteten herrlich aus dem Winterdörfli, welches neben dem gemütlich geschmückten Zelt aufgebaut wurde. Der Träff 81 hat eine sehr einladende Atmosphäre geschaffen, welche von der Bevölkerung mit vielen Besuchern goutiert wurde. Für die Chlausgroppe Römerswil war es nach weiteren gemütlichen Stunden aber nicht vorbei. Am Sonntag warteten noch die letzten Familien auf den Samichlaus, welcher die Einladungen immer sehr gerne annimmt und sich bereits jetzt aufs kommende Jahr freut.


Text: Patrick Wicki, Bilder: Beat Wiederkehr


Beromünster: «Samichlous du grosse Maa, darf ech ächt es Säckli ha?»

Mit den vielen Schulkindern und den verschiedenen Trychlergruppen zog der Samichlaus in Beromünster von der Pfarrkirche St. Stephan den schön beleuchteten Flecken hinauf. Allen voraus gingen die Geisslechlöpfer. Beim Hirschenplatz verriet der Samichlaus den Kindern, was er so gemacht hatte in seiner langen Pause. Die Kinder strahlten um die Wette und sangen schöne Samichlauslieder. Für das leibliche Wohl sorgten der Gasthof Hirschen und die Enoteca da Ramundo jeweils mit einem Aussenstand. «Samichlous du grosse Maa, darf ech ächt es Säckli ha? Ech be ganz brav gse, s’ganze Johr. Chasch mer gloube, das esch wohr.»

Text und Bilder: Susanne Marbot-Isch


Hildisrieden: Vor drei Jahren und drei Tagen zog St. Nikolaus letztmals ins Dorf

Lang, lang ists her... auch der Samichlaus sehnte sich nach diesem Moment. Es hatte etwas Wesentliches gefehlt im Dorfgeschehen in den letzten zwei Pandemie-Wintern. Darum war heuer der Aufmarsch der Schulkassen und Familien sehr gross.

Die Schulkinder und die Lehrpersonen gaben sich in diesem Jahr besonders Mühe, haben die alten, verblichenen, schadhaften «Yffeln» restauriert, neue originelle Laternen hergestellt und ihre Verse gut geübt. Vor allem zwei Klassen trugen ihre Gesamtdarbietungen zur Freude der Anwesenden vor. Der Samichlaus war begeistert vom Enthusiasmus und dem aktiven Dasein der Kinder. Gerne verschenkte er grosszügig saftige Mandarinen. Noch nie dagewesen war, dass zwei Trychlergruppen den umfangreichen Einzug umrahmten, voraus die Trychler:innen der örtlichen Trachtengruppe und die Trychlergruppe Sempach-Neuenkirch, die den Korso abschloss. Einmal mehr ist dieser Anlass der Götschizunft zu verdanken, die dieses Brauchtum wieder aufleben liess – und hoffentlich weiter pflegt.

Text und Bilder: Emil Barmet

Neudorf: Endlich den Grittibänz wieder persönlich vom Samichlaus entgegennehmen

Am Freitag, 2. Dezember, durften die Kinder von Neudorf den Samichlaus beim Schulhaus willkommen heissen. Von den kleinsten bis zu den grossen Schulkindern sah man überall Freude und Stolz, die selbst gefertigten Laternen zu tragen. Die wundervollen «Yffelen» wurden dieses Jahr mit Stolz von der Käserei bis zum Schulhaus getragen. Auch der Petrus meinte es gut an diesem Abend und liess die Laternen ganz besonders schön erstrahlen in den extra abgedunkelten Strassen von Neudorf. Leider konnte das «Eseli» den Samichlaus dieses Jahr nicht begleiten, da es krank im Stall bleiben musste.

Auf dem Schulhauspavillon erzählte der Samichlaus eine Weihnachtsgeschichte. Anschliessend wurden von der Spielgruppe, Basisstufe bis zur sechsten Klasse «Versli» und «Liedli» vorgetragen. Endlich durften die Kinder dieses Jahr wieder einmal einen «Grittibänz» ganz persönlich vom Samichlaus entgegennehmen. Auch auf die traditionelle Chlaus-Feier im Gemeindesaal wurde nicht verzichtet. Bevor der Samichlaus sich wieder auf den Weg machte, richtete er ein grosses Dankeschön an die Kinder für die wundervoll vorgetragenen «Versli».

Text und Bilder: Corinne Röthlisberger


Rickenbach: Imposante Trycheln, Fackeln und Laternen

Beim 27. Samichlauseinzug des Trychler-Clubs und der Kirchgemeinde Rickenbach wurde am vergangenen Samstag, 3. Dezember, der Samichlaus festlich empfangen. Die Trychler begleiteten ihn zusammen mit einer Vielzahl an Fackelträger:innen von der Pfarrkirche St. Margaretha hinauf zum Kubus, wo bei Mehlsuppe, Kaffee und Kuchen anschliessend die Samichlaus-Bescherung stattfand.

Unter den imposanten Trychel-Klängen der Trychler-Gruppe Oberkirch und des Trychler-Clubs Rickenbach begleitete eine Schar von Schulkindern aus der ersten bis sechsten Klasse den Samichlaus mit Fackeln und Laternen von der Pfarrkirche St. Margaretha hinauf zum Kubus. Dort fand anschliessend eine Samichlaus-Bescherung statt. Traditionsgemäss wurde den Teilnehmenden neben Kaffee und Kuchen eine Mehlsuppe serviert.

Um 18.20 Uhr ertönten die ersten Trychel-Klänge von der Landi her, wo der Umzug startete. Von dort aus bewegte sich der Umzug, der vom Trychler-Club Rickenbach angeführt wurde, am Winkel und am Gweyhuus vorbei zur Kirche empor, wo der Samichlaus feierlich in Empfang genommen wurde. Zusammen mit dem Samichlaus und seinen Schmutzli bewegte sich die Prozession unter den melodiösen Klängen der Trychler auf der Dorfstrasse, an den in Vielzahl erschienenen Schaulustigen vorbei, hinauf in den Kubus.

Text und Bilder: Lars Bühlmann


Pfeffikon: Die Kinder riefen lauthals «Samichlaus!»

Bereits Ende Oktober haben die Kindergärtler und die Kinder der Basisstufen begonnen, ihre Laternen für den Chlauseinzug zu basteln. Spätestens als die Samichlauslieder und die Chlausversli eingeübt wurden und man abends beim Eindunkeln die Proben der «Geisslechlöpfer» hörte, verbreitete sich die Vorfreude über das bevorstehende Ereignis. Auch die Erwachsenen waren im Hintergrund eifrig am Organisieren.

Der Chlausmarkt unter der Leitung von Heiko und Barbara Vergien wurde geplant und die Chlausgesellschaft unter der Leitung von Andy Meier schaute, dass die Freiwilligen für den Verkehrsdienst und die letzten Anweisungen an den Samichlaus weitergeleitet wurden. Glücklicherweise sagte der Trychler-Club aus Rickenbach unter der Leitung von Adrian Werlin auch zu, sodass alles bereit war für eine stimmungsvolle Adventseröffnung.

Am Freitag, 25. November, war es dann so weit. Um 18.15 Uhr setzte sich der Umzug unter grossem Beisein der Bevölkerung in Bewegung. Nach einem ersten Zwischenhalt riefen die Kinder lauthals «Samichlaus!». Nach bangem Warten traf der Samichlaus dann tatsächlich mit seinem Gefolge in Pfeffikon ein. Vor der Pfarrkirche wurde der Chlaus mit Liedern und Versli begrüsst, und die Geisslechlöpfer zeigten ihr Können. Zwischendurch erzählte der Samichlaus den Kindern eine spannende Geschichte und danach verteilten die Schmutzli Nüsse und Mandarinen. Der Trychler-Club führte die ganze Schar dann schliesslich hin zum Chlausmarkt, wo die Besucher des Einzuges den Abend bei Glühwein und Kerzenlicht ausklingen lassen konnten. Herzlichen Dank an dieser Stelle allen Beteiligten, die sich engagiert haben, diesen schönen Brauch weiterhin lebendig zu halten. Mit ihrem grossen Einsatz haben sie den Kindern ein wunderschönes Erlebnis beschert.

Text und Bilder: Pius Berther

Rain: «Ho ho ho…»

Auch in Rain war der Samichlaus unterwegs. Nach dem feierlichen Einzug am Samstag mit den Rainer Trychlern und der gemütlichen Schmutzlibar, ist er seit Sonntag zu den Familien unterwegs und sorgt für leuchtende Kinderaugen. Der Brauch wird in Rain vortrefflich organisiert, seit vielen Jahren vom Chlaus-VeRain. Schmutzli, mit Gaben schwerbeladene Dienerinnen, ein prächtiger Chlaus und der Knecht Ruprecht waren denn auch startklar für die Besuche bei den Familien, wo sie sehnlich erwartet wurden.


Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt





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