Saalbau Reinach: Theater Rigiblick mit «Tribute to Woodstock»
Mit dem Tribute «50 Jahre Woodstock» widmet sich das Theater Rigiblick einem der spannendsten Momente der amerikanischen Gegenkultur. Mittwoch, 6. April, 20 Uhr.
Woodstock ist der symbolische Tausch Leben gegen Krieg. Viel Hintergrundinformation zu diesem historischen Open Air und die Interpretationen der wegweisenden Musik zeigen, dass Woodstock mehr ist als eine kulturhistorische Fussnote. Noch mehr als 50 Jahre danach wird Woodstock gewöhnlich als Musikveranstaltung der Superlative verstanden, ein Open Air, das organisatorisch zwar aus dem Ruder lief, doch damit sei mit einem Riesenevent dieses Ausmasses ja zu rechnen gewesen. Es bleiben vor allem die grossen Namen: Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Who, Santana, Joe Cocker, Crosby, Stills, Nash and Young und viele mehr. Doch tatsächlich bewältigte Woodstock einen Alptraum, von dem kaum mehr gesprochen wird. 1969 drohte jungen amerikanischen Männern in jedem Moment der Einberufungsbescheid. Im März 69 hatte sich der amerikanische Asienkrieg auf Kambodscha ausgeweitet. Im April waren bereits über eine halbe Million US-Soldaten im Einsatz...
...eine mitreissende Hymne an das Woodstock-Festival. Kein Film kann die Aufregung einer Aufführung ersetzen. Jean-Martin Büttner im «Tages Anzeiger»
Mittwoch, 6. April, 20 Uhr
Vorverkauf und Infos: www.saalbau-reinach.ch
Peter`s Gwürzsack, Hauptstrasse 22, 5734 Reinach, 062 772 06 06
Nachgefragt bei Daniel Rohr, Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter:
Welchen Bezug haben Sie selber zu Woodstock?
In unserem Abend über Woodstock erzählen wir die Geschichte des Festivals. Vieles weiss man ja nicht, etwa, dass es fast zu einer grossen Katastrophe gekommen wäre. Ich habe den Text des Stückes geschrieben und mich intensiv mit Woodstock auseinander gesetzt. Es ist schon unglaublich, wer da alles zusammen gekommen ist. Das ist sehr spannend, informativ und manchmal auch sehr witzig.
Inwieweit hat die Flowerpower- und Friedensbewegtheits-Zeit nun noch eine erhöhte Bedeutung für Sie?
Die Hippie-Bewegung hat sich gegen den Krieg in Vietnam eingesetzt. Heute sind die Russen in der Ukraine. Es ist traurig, dass das Thema so aktuell ist. Wir sagen nach wie vor: „Stop the War!"
Weshalb lohnt es sich aus Ihrer Sicht besonders, sich das Stück zu Gemüt zu führen?
Ich habe bei der Musik-Auswahl gekämpft: Es waren ja drei ganze Tage Festival. Und unser Stück dauert zwei Stunden. Aber wir spielen die grossen Songs der fantastischen Künstlerinnen und Künstler: Janis Joplin, Joe Jocker, Creedence Clearwater Revival, The Who, Jimmy Hendrix, Carlos Santana. Und vor allem: Wir erzählen die Geschichte des Festivals. Nach der Show kommen immer wieder Leute auf uns zu und sagen uns: «Mensch das wussten wir alles nicht!» Es ist schon spannend, was alles in Woodstock passiert ist. Und vor allem: bei uns regnet es auch!
Welches sind Ihre drei Lieblings-Songs aus dem Stück?
Joe Jocker: «With a little Help from my Friends», Creedence Clearwater Revival (CCR): «Bad Moon risin'» und Janis Joplin: «Peace of my Heart»
Was möchten Sie sonst noch gerne sagen?
Wenn jemandem der Abend nicht gefällt gebe ich ein Bier aus. Ganz unbescheiden.
Daniel Rohr absolvierte seine Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur an der Hochschule Mozarteum in Salzburg. Es folgten rund 20 Jahre als Schauspieler auf deutschsprachigen Bühnen, darunter am Schauspiel Bonn (1985), Schauspielhaus Zürich (1986), am Theater an der Ruhr in Mülheim (1986–1992), am Deutschen Theater in Göttingen (1992–1999) sowie am Theater Neumarkt in Zürich (1999–2004). Rohr gründete zudem das Göttinger Innenhof-Theater-Festival, das er seit 1997 leitet, und spielte Rollen in verschiedenen Schweizer Spielfilmen (Ernstfall in Havanna, Sternenberg, Das Geheimnis von Murk, Millionenschwer verliebt). Unter dem Label Stern-Theater produziert und veranstaltet Rohr eigene Theaterprojekte. Seit 2004 ist er Leiter des Theater Rigiblick in Zürich.