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Reto Dali aus Gunzwil: Intensive Vorbereitung auf die «WorldSkills» in Lyon

Vom 10. bis 15. September 2024, also in 4 Monaten, finden in Lyon die nächsten «WorldSkills» statt. Es werden mehr als 1500 Teilnehmer:innen aus 5 Kontinenten und 87 WorldSkills-Mitgliedsländern in mehr als 60 Wettbewerbsberufen erwartet. Reto Dali, amtierender Schweizer Meister im Garten- und Landschaftsbau aus Gunzwil, bereitet sich minutiös auf den Event vor und gibt dem Anzeiger Michelsamt einen Einblick in die Vorbereitung. 


Exklusiver Einblick in die Trainings zu den WorldSkills 2024.


Das SwissSkills National Team, bestehend aus den besten jungen Fachleuten der Schweiz, bereitet sich jedes Jahr darauf vor, bei internationalen Wettbewerben wie EuroSkills und WorldSkills zu glänzen. Diese angehenden Europameister und Weltmeister trainieren hart und stehen häufig auf dem Podium dieser renommierten Wettbewerbe, was die Schweiz zu einer der leistungsstärksten Nationen der Welt macht. An der diesjährigen Woche der Berufsbildung vom 13. bis 17. Mai 2024 steht das SwissSkills National Team im Mittelpunkt. Nicht weniger als 24 Kantone machen an dieser Spezialwoche, welche das duale Bildungssystem ins Rampenlicht stellt, mit.

Als Schweizer Meister im Gartenbau direkt für die WorldSkills in Lyon qualifiziert 

Reto Dali, 21, Gärtner EFZ bei der Egli Gartenbau AG in Sursee, hatte an den SwissSkills Berufsmeisterschaften 2022 in der Kategorie Garten und Landschaftsbau den 1. Rang erzielt. Als Schweizer Meister hat er sich direkt für die WorldSkills 2024 qualifiziert, während es in anderen Berufen noch Qualifikationsrunden gab. Er gibt dem Anzeiger Michelsamt einen Einblick in die Vorbereitung: «Wir trainieren im Moment regelmässig an den verschiedenen Fachbereichen, ab Juni haben wir die Haupttrainings, an denen wir ein «worldskills-ähnliches» Objekt erstellen. An gewissen Wochenenden haben wie noch Teamweekends mit allen Teilnehmern der Schweiz. Mein Arbeitgeber (Egli Gartenbau) unterstützt mich dabei . Alle Trainings gelten als Arbeitszeit, während die Teamweekends natürlich in der Freizeit stattfinden. Die Vorbereitung ist sehr interessant, da wir auch viele neue Dinge lernen die sonst in der Gärtnerlehre weniger thematisiert werden, wie Holz- oder Metallbau. Auch das Mentaltraining ist neu für uns, hilft aber zum Beispiel dabei sich nicht ablenken zu lassen bei der Arbeit» Welches von den gut 20 Zweiterteams schätzt er ähnlich stark ein wie die Schweizer Delegation? «Die Südtiroler sind meistens stark, es sind jedoch jedes Jahr wieder andere Länder besser oder schlechter.» Reto Dali und sein Teamkollege Samuel Binder aus Reiden werden am ersten von vier Prüfungstagen morgens die Prüfungsaufgabe erhalten und nach vier Tagen die Beurteilung der Experten vernehmen. «Wir wissen zwar ungefähr welche Arbeiten bestimmt kommen werden, doch nicht in welcher Form und mit welchen Materialien, daher müssen wir dann auch dementsprechend flexibel sein.»

Schon mal mit der Wettkampfstätte vertraut gemacht

Die 45 Wettkämpfer:innen des SwissSkills National Team nutzten das vergangene Weekend, um sich mit der Stadt Lyon, dem Eventgelände und auch den Örtlichkeiten des Pre-Camps vertraut zu machen. So wurde auf der Hin- wie auch auf der Rückreise mit dem Marti-Car des SwissSkills National Team in Versoix (GE) ein Stopp eingelegt. Im Genfer Vorort wird die gesamte Schweizer Delegation direkt vor den WorldSkills die letzten Vorbereitungstage absolvieren.

Angekommen in Lyon wurde direkt die Eurexpo, das Eventgelände der WorldSkills besucht. Und obwohl aktuell in zwei Hallen (von sieben total) eine japanische Manga-Ausstellung stattfand, erhielten die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer einen wichtigen Eindruck von ihrem Wettkampfort. Dabei wurde allen die riesigen Dimensionen, die weiten Wege und damit auch die grosse Bedeutung der WorldSkills bewusst.

Unbezahlbare Weiterbildung und -entwicklung

Eines der Highlights war der anschliessende Besuch des Schweizer Konsulats, wo Teamleader Laurent Seppey vor rund 150 französischen Gästen mit Schweizer Wurzeln eine Rede über den Schweizer Bildungsweg und die Institution SwissSkills halten durfte. Anschliessend erzählte Marc Gay (Martigny VS, Restaurant Service) auf packende Art und Weise seinen beruflichen Werdegang, von der Berufswahl, über seine Goldmedaillen an den SwissSkills 2022 bis hin zur Aufnahme ins Schweizer Berufsnationalteam und den Weg an die WorldSkills 2024.

Das «Winning Feeling» schon mal realitätsnah simuliert

Am Sonntag wurde das knapp 60 000 Zuschauer fassende Groupama Stadion besucht, der Ort der Schlussfeier der WorldSkills. Nach einer Führung durfte das ganze Team auf den Rasen des drittgrössten Fussballstadions Frankreichs. Unter der Anleitung der beiden Teamleader Daniel Steiner und Laurent Seppey stärkte das SwissSkills National Team in einer Visualisierung das «Winning Feeling», welches in den kommenden Monaten helfen wird, das Optimum in den Vorbereitungen herauszuholen.

Eine unglaubliche Chance

Auf der Heimreise zurück in die Schweiz zog Reto Dali ein äusserst positives Fazit: «Auf dem Wettkampfgelände wurde mir so richtig klar, was für ein riesiges Event die WorldSkills sind und was für eine unglaubliche Chance ich bekommen habe. Dass wir das Stadion für die Closing Ceremony wie auch das Pre-Camp Hotel und vor allem den Wettkampfplatz an der Eurexpo schon besucht haben, nimmt einem ein bisschen die  Nervosität für die WorldSkills im September.»


Da muss natürlich wieder jeder Handgriff sitzen.
Beim Gartenbau wird extrem genaue und kreative Arbeit geleistet.


Reto Dali (21) zusammen mit Samuel Binder (22) aus Reiden, beim Fotoshooting für die WorldSkills 2024.


Text: Karl Heinz Odermatt, Bilder: zvg





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