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Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer!

Eine Auszeit nehmen, mal raus aus der viel zitierten Komfortzone, wo alles seinen gewohnten Gang nimmt, wo Familie, Job, Freunde, Freizeit bereitstehen und das Leben durchgetaktet ist. Das hat sich Karin Limacher aus Rickenbach dieses Jahr vorgenommen, für fünf Monate. Eine Sammlung ihrer Erfahrungen, die das Reisen alleine mit sich bringt. Teil 1: Valencia.

Natur pur an der Küste Almoraira, südlich Dénia. Karin im Glück!

Die Kinder sind aus dem Haus, in Ehe und Job gehts klar und der runde Geburtstag naht. Dazu hat sich Karin Limacher aus Rickenbach etwas Besonderes gewünscht: «Ich muss hier mal raus aus der Mühle. Fremde Luft schnuppern, schauen wie ich mich so mache, draussen, wo mich niemand kennt», sagte sie sich. «Ich möchte mal wieder fremde Sprachen sprechen, die eingerostet irgendwo im Kopf lagern, unbekannte Regionen und neue Leute kennenlernen und – zu guter Letzt – fit dabei bleiben.»

Aufgleisen

Die Umsetzung erfolgte gut geplant, wie die bald 60-jährige Verwaltungsmitarbeiterin der Gemeinde Rickenbach, Mutter von zwei erwachsenen Kindern und nebenberufliche «Krause Glucke»-Musikerin nun erzählt: «Bereits vor rund zwei Jahren machte ich mich an die Umsetzung meiner Träume, besprach mich mit der Familie und bat meinen Arbeitgeber um ein Sabbatical. Meine Familie zeigte Verständnis für meine Wünsche und meine Chefs gewährten mir grosszügig den Antrag. Zusammen mit den Arbeitskollegen unterstützten sie mich bei der Organisation der Delegierung meiner Aufgaben.» Dankbar betrachtet sie dies als keine Selbstverständlichkeit und fühlt sich «total wertgeschätzt».

Jakobsweg? Lieber nicht!

Inzwischen konkretisierten sich ihre Pläne: «Eine Sprachschule im Ausland besuchen, passte mir nicht, ich wollte reisen. Reisen mit Auto, Camper oder öV wollte ich nicht, ich wollte eigene Bewegung. Zu Fuss war mir das Gepäck auf dem Rücken zu schwer und die bekannten Pfade des Jakobswegs wollte ich vermeiden. Also Biken – mit dem Velo unterwegs sein – da hatte ich auch schon etwas Erfahrung, mit Velotouren dem Rhein entlang bis nach Amsterdam oder an der Donau. Und zwar ohne «E», sondern mit eigener Kraft! Na ja, allzu streng werde ich mit mir nicht sein, also keine Strecke über die Alpen oder so. Schliesslich gibt es auch im Ausland Züge und Busse … »

Es wird konkret

Da Karin die Reise ab März plante, kam ihr die Idee, in Spanien zu beginnen. Dort ist es bereits frühlingshaft angenehm warm, aber auch noch nicht allzu heiss. «In dieses Land wollte ich sowieso schon lange mal wieder», fand sie. Langsam nahm das Projekt konkrete Formen an. «Doch des Nachts erwachte ich öfters mit schweren Gedanken. Ob das wohl gut geht, so allein auf mich gestellt mit Fahrrad und Gepäck? Habe ich mich da wohl selber überholt mit meinen Plänen?»

Interessant waren auch manche Reaktionen im Bekanntenkreis. Während die einen mit einem «Wow! Das möchte ich auch mal tun!» staunten, schüttelten andere den Kopf und meinten: Alleine, das wäre ihnen viel zu langweilig.

Endlich unterwegs

Seit Ende Februar ist Karin Limacher nun unterwegs. Aus dem Süden Europas erreichen uns folgende Zeilen: «Inzwischen sind einige Wochen vergangen, ich bin nun unterwegs und befinde mich an der Mittelmeerküste Spaniens, südlich von Valencia. Und ich kann mit Fug und Recht sagen, also langweilig wird es einem ganz und gar nicht!»

Unterwegs ...

Mit dem Zug gings über Avignon nach Barcelona und mit dem Rad dann weiter nach Valencia. «Vorneweg nehme ich mir jeweils ein Zimmer zur Übernachtung. Bei der Planung der Tagesetappen musste ich aber bereits ein paar bittere Erfahrungen machen … Das Wetter – meist schön – aber oft mit böigem Gegenwind, ermüdet einen vorzeitig und definitiv!» Da darf man sich das Tagesziel nicht zu weit entfernt setzen, lernte sie. «Mir leider so passiert; die Reservation noch 25 Kilometer entfernt und ich mit der Zunge am Boden. Als ich einen jungen Spanier nach der nächsten Bushaltestelle fragte, packte er mein Bike und mich kurzerhand ins Auto und fuhr mich zum gewünschten Ort. Spontan führte er mich durch die dortigen Tapasbars … Welch tolle Begegnung! Überhaupt die Spanier, sie lassen dich in Ruhe, wenn du sie nicht ansprichst. Also kein aufdringliches ‹Woher kommst du? Wohin gehst du?› Aber wenn du etwas fragst, dann sind die Iberer äusserst hilfsbereit und total nett.»

Also, bis nächsten Monat!

Karin könnte noch lange berichten von ihren Erlebnissen, von den umwerfenden, grossartigen Fiestas de las Fallas in Valencia oder von ihrer spontanen Schifffahrt nach Mallorca, wo ein Guggekollege aus der Schweiz ihr sein Haus zur Verfügung stellte ... «Doch davon erzähle ich dann in einem Monat weiter … »

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt: Karin Limacher am Start im Februar vor ihrem Wohnhaus in Rickenbach.


Text und Bilder: Karin Limacher / red


Wer denkt, in dieser Auszeit gehe es nur ums Strampeln über staubige Strassen, täuscht sich. Hier ein paar weitere Impressionen: 

Faszinierende Architektur von Santiago Calatrava in Valencia.


Calp, südlich von Dénia.


Fallas in Valencia: Die Figuren wurden am Josefstag verbrannt.


Raus aus dem Alltag ...

In monatlichen Beiträgen berichtet Karin Limacher von ihren Erfahrungen unterwegs auf zwei Rädern, «raus aus dem Alltag und rein ins Abenteuer». Weiter geht ihre Tour Richtung Granada und Gibraltar, von wo aus nächsten Monat ihre Zeilen in die Heimat flattern. Man darf gespannt sein ... 


red




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