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Wirtschaft | Rain

Rain: Der Landgasthof Kreuz öffnet im Januar wieder seine Türen (mit Bildergalerie)

Im Herbst 2021 berichtete der Michelsämter, dass das traditionsreiche «Kreuz» in Rain nach über 100 Jahren per 19. Dezember seine Türen schliesst. Am 20. Januar erschien das grosse Interview mit zwei Generationen der Brunners im «Michelsämter». Nun, zwei Jahre später, gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Das «Kreuz» wird wiedereröffnet. Der «Michelsämter» hat sich wiederum zum Vierer-Interview getroffen und die Leidenschaft für die Gastronomie gespürt.       


Franz und Adozinda Marfurt übernehmen von Lisbeth und Walter Brunner. 


Lisbeth Brunner, schön, dass wir uns nach fast zwei Jahren hier am Stammtisch im Kreuz wieder treffen. Da schliesst sich ein Kreis... Ihr seht erholter und jünger aus als vor zwei Jahren. Woran liegt das?

(lacht): Wir konnten es die letzten zwei Jahre etwas geniessen, mal reisen und Einladungen annehmen, die vorher liegen geblieben sind. Nach 33 Jahren im Kreuz haben wir uns dies auch redlich verdient.

Walter Brunner, wieso ist es zwei Jahre gegangen bis zu einer guten Nachfolgelösung für das Kreuz?

(wie aus der Pistole geschossen): Wir haben auf die Richtigen gewartet, und Franz und Adozinda Marfurt sind definitiv die Richtigen. Wir kennen uns seit vielen Jahren, sind zusammen im Gastroverband und haben volles Vertrauen in sie zwei. Wir waren immer dran und haben mehrere Gespräche mit Interessenten geführt. Jetzt freuen wir uns einfach, dass es im Verlauf des Januars losgeht und Marfurts im März nach Rain ziehen werden.   

Franz Marfurt, wie ist es dazu gekommen, dass ihr zwei nun von Emmen nach Rain wechselt?     

Auch das Waldibrüggli ist ein Traditionshaus mit 200 Jahren Geschichte, ähnlich wie das Kreuz ein faszinierendes Traditionshaus ist. Unser Vertrag ist ausgelaufen, und nach neun schönen Jahren hatten wir Lust auf etwas Neues. Wir bedanken uns bei allen Gästen  für Ihre Treue und die vielen schönen Momente, die wir erfahren durften, die guten Gespräche und vieles mehr. Im Waldibrüggli hatten wir nun am 15. Dezember unseren Letzten.  Wir freuen uns, dass wir das Personal von Emmen nach Rain mitnehmen, ebenso einiges vom Inventar und der Dekoration. Auch haben wir bereits Reservationen unserer Stammgäste für das Kreuz.

Adozinda Marfurt, welche Küche möchtet ihr im Kreuz anbieten?

Ich habe mich auf den ersten Blick in das Restaurant Kreuz verliebt... wie damals in Franz (lacht schallend). Wir kochen gerne saisonal und mit regionalen Zutaten, einfache und ehrliche Schweizer Küche, aber auch portugiesische Spezialitäten, wenn etwas Saison hat. Wir waren in Emmen bekannt für unser Cordon-Bleu, haben etwa 8000 Menüs mit Cordon-Bleu pro Jahr gemacht. Wir werden alles Gute bewahren und einiges weiterentwickeln. Ideen haben wir viele...    

Franz Marfurt, worauf dürfen sich eure Gäste speziell freuen?

Wir sind jetzt daran, vieles vorzubereiten und zu finalisieren und starten ab Mitte Januar, dann, wenn wir wirklich bereit sind, wir wollen, dass wirklich alles funktioniert. Wir haben eine ähnliche Philosophie wie Brunners, gehen auch selber gerne auswärts essen, man kann immer etwas lernen und etwas noch besser machen. Wir planen die Gartenbeiz umzugestalten und wieder voll zum Leben zu erwecken. Wir haben auch eine schöne Bierauswahl mit Eichhof, Einsiedler Weissbier und Birra Moretti. Beim Wein setzen wir auf Seetaler Weine, auf Walliser und natürlich auch auf portugiesische Weine.

Was esst ihr selber am liebsten?

Franz Marfurt: Ich liebe Grilladen. Ich mag ein breites Spektrum, und das biete ich auch gerne an, inklusive vegetarische Gerichte.  

Adozinda Marfurt: Ich liebe Kalbsleberli mit Rösti, aber auch Käsespezialitäten wie Raclette. 

Beim «Michelsämter» haben immer die Interviewpartner das letzte Wort. Was möchtet ihr noch sagen?    

Franz Marfurt: Es freut uns sehr, eine neue Herausforderung anzunehmen.

Adozinda Marfurt: Was wir auf jeden Fall versprechen können: Wir führen den Betrieb mit Leidenschaft.



Das sind Franz und Adozinda Marfurt:

Franz Marfurt stammt aus Willisau, er ist also ein Hinterländer. Er hat ursprünglich die Lehre als Koch gemacht und sich zum eidg. dipl. Küchenchef weitergebildet. Als Gastronom hat er bei renommierten Häusern wie dem Haus zum Rüden und dem Dolder Grand in Zürich gearbeitet.  Nach fünf Jahren in der Chlöpfen Eschenbach war er nun 7 Jahre Gastgeber im Waldibrüggli Emmen. In der Freizeit  testet er gerne andere Gastrokonzepte und geht gerne ins Kino. 

Adozinda Marfurt stammt aus Portugal, genauer aus Braga. Sie lebt seit 38 Jahren in der Schweiz und hat vom Housekeeping über das Buffet bis zum Service schon fast alles gemacht. Am 15. Oktober 2015 hat sie sich in Franz Marfurt verliebt. Der Rest ist Gastrogeschichte, nun wird ein neues Kapitel geschrieben.

Die Freude über die Wiedereröffnung des Kreuz in Rain ist allen vier Gesprächspartnern anzusehen.


Stossen an auf eine erfolgreiche Zukunft im Kreuz in Rain: Franz und Adozinda Marfurt.
Freuen sich, dass sie den Landgasthof vertrauensvoll in neue Hände geben können: Walter und Lisbeth Brunner.


Gleiches Sujet, gleich gute und gelöste Stimmung vor bald zwei Jahren, im Januar 2022.  
Caroline, Lisbeth, Walter und Jacqueline Brunner im Januar 2022 in der Gastronomie-Küche, die noch immer bestens in Schuss ist.
Die Familie Brunner am Stammtisch, der auch Schauplatz des neusten Gesprächs vor der Neueröffnung war.  


Lisbeth und Walter Brunner lesen amüsiert in einem 10-jährigen «Michelsämter».
Die Freude damals war gross über die 33 Jahre im Kreuz und das Generationengespräch am Stammtisch.



Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt






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