Pinguine aus Down Under mischten die hiesige Fasnacht auf
Sie wurden überall gern gesehen in ihren weiss-schwarzen Pinguinkostümen und gelben Schnabelkappen: Die Guuggemusik Auckland, besser bekannt als «Die Kiwis» – kamen von der anderen Seite des Erdballs und mischten die hiesige Fasnacht sympathisch auf.
Zwanzig an der Zahl, ein breiter Altersmix von 16 bis 75 und Musik im klassischen Rock’n’Roll-Stil zum Mitsingen – das zeichnet die Guggenmusik Auckland aus, die fremden Vögel, die sich für sieben Tage in Rickenbach eingenistet hatten. Die inzwischen überall bekannen «Kiwis» erlebten eine intensive Teilnahme an diversen Tagwach-, Umzugs- und Maskenballprogrammen. Inklusive ausgiebiger Randaktivitäten rund um die Fasnacht 2024. So möchte man gerne wissen, wie sie es erlebt haben. Denn Karneval, so etwas gibt es in Neuseeland nicht. Am Aschermittwoch, abgeschminkt und unkostümiert, erzählten die Neuseeländer dann von ihren Eindrücken, die sie tags darauf flugs mit nach Down Under nahmen.
«Amazing! A lot of fun!»
Was alle durchs Band durch sehr genossen, waren die Umzüge, die «Parades», wie sie sagen, wo es so viele andere Bands zu sehen und zu hören gab und es gefiel ihnen, ihre Musik mit andern zu teilen. «In Neuseeland sind wir ja die einzigen. Und hier gibts so viele aufs Mal!» Präsidentin Chrissy (45) strahlte: «Amazing! A lot of fun!» Die Leute seien sehr freundlich. «Very good people!» Robert (34) war nun schon das dritte Mal hier. Und sagt dazu: «First time was good, second time was great, third time perfect!» Dann können sie ja gar kein weiteres Mal mehr kommen, wenn es jetzt schon perfekt war? Oh nein, kontert er: «We can improve! We can make more friends and we can drink more!» Sehr gut. Bill (75) war schon zum fünften Mal hier und erneut beeindruckt: «Once again, it was awesome!» Obschon, das Programm sei schon etwas «busy» gewesen. Und da war auch Luca (16), zum ersten Mal dabei. Er genoss die Atmosphäre, schlicht alles. John (71) meint: «Incredible!», unglaublich, und das auch nach mehreren Besuchen immer noch. Lindsey (61) lobt die Aufnahme in der Gastfamilie, alle kamen ja für diese Tage bei jemandem in Rickenbach unter. «Very friendly!» Und da war auch Paloma (32), die Strahlefrau an den Cinellen, die immer ganz vorne tanzte und alle mit ihrer Ausstrahlung in den Bann zog. Sie sagt lachend: «Everything! I enjoyed everything!» Sie freute sich vor allem über die Leute der Fischlizunft, die als Asterix und Obelix verkleidet waren und alle, die mittanzten, die Kinder, die mitmachten, ihr «Konfetti-Team». Familiär wurde diese Verbindung für alle, «wir kommen wieder. Definitiv!», sagt Paloma überzeugt.
Bereits zum fünften Mal da
Seit 1998, 2006, 2012 und 2020 kamen die Kiwis 2024 zum fünften Mal in die Schweiz. Die Verbindung Rickenbach-Auckland beruht auf verwandtschaftlichen Banden mit Eveline Müller-Habermacher, die anfangs der 90er Jahre nach Neuseeland ausgewandert ist und seither dort die Fasnacht weiter pflegt. Ihre Schwester Susanne Müller-Habermacher organisierte alles rund um den Besuch der Kiwis in der Schweiz, vom Abholen am Flughafen bis zur Teilnahme an den Umzügen. «Alles hat super geklappt!», sagt sie glücklich, «Kompliment an alle.» Als ihre rechte Hand immer vor Ort, im Pinguin-Kostüm mitmusizierend, war Karin Limacher. Und sie sagt: «Wir hatten so viel Freude! Viele neue Freundschaften sind entstanden. Auf ein Wiedersehen, hier oder Down Under...»
Ursula Koch-Egli, Bilder: zvg/uke