Skip to main content Skip to page footer

Komitee setzt sich für eine erneute Prüfung im Projekt «Kirchplatz 1» ein

Petition für einen lebendigen Dorfmittelpunkt

Vor zwei Wochen wurde der Entscheid des Gemeinderats Römerswil bekannt, das Kaufangebot für einen Begegnungsraum im Zusammenhang mit dem Bauprojekt «Kirchplatz 1» der Kirchgemeinde zurückzuweisen. Nun hat sich ein Petitionskomitee gebildet, welches erreichen möchte, dass die Möglichkeiten für einen öffentlichen, multifunktionalen und hindernisfreien Begegnungsraum nochmals sorgfältig geprüft werden und das weitere Vorgehen von der Bevölkerung mitentschieden werden kann.

Vor zwei Wochen überraschte der Gemeinderat Römerswil die Öffentlichkeit mit dem Entscheid, das Kaufangebot der Kirchgemeinde für einen Begegnungsraum in deren Bauprojekt «Kirchplatz 1» im Ortszentrum zurückzuweisen. Grund: Die offerierten Kosten der Kirchgemeinde waren höher, als ein von der Gemeinde vorgängig genannter Betrag (der AZM berichtete).

Inzwischen hat ein Komitee eine Petition lanciert. Diese bittet den Gemeinderat nochmals verschiedene Möglichkeiten für einen Begegnungsraum im Projekt «Kirchplatz 1» zu prüfen. Dabei sollen die Bedürfnisse der Bevölkerung und verschiedener Nutzergruppen und der langfristige, gesellschaftliche Nutzen und die zukünftigen infrastrukturellen Bedürfnisse der Gemeinde angemessen berücksichtigt werden. Das breit abgestützte Komitee besteht aus folgenden neun Personen: Cornelia Müller-Herger, Andrea Binder-Amrein, Stefanie Amrein-Kottmann, Erwin Studer, Adrian Unternährer, Franz Erni, Rita Amrein-Wallimann, Erich Bucher und Beat Zimmermann.

Einmalige Chance

«Mir ist es ein Anliegen, dass das Projekt weiterentwickelt wird. Die Chance ist einmalig, an zentraler Lage im Dorf einen öffentlichen Raum zu beschaffen.» So begründet Andrea Binder-Amrein ihren Entschluss, als eine von drei Frauen, die Petition zu initiieren.

Eine weitere Initiantin, die der Anzeiger Michelsamt vor Ort traf, ist Cornelia Müller-Herger: «Bei der ‹Gwärb 2026› und dem Donnschtig-Jass zeigte sich, dass in der Römerswiler Bevölkerung ein super Zusammenhalt herrscht und sich viele Menschen im und fürs Dorf engagieren. Solche Anlässe sind toll, aber nicht nachhaltig. Ein Begegnungsraum im Ortszentrum ist eine grosse Chance, längerfristige Begegnungen und Dorfgemeinschaft über alle Generationen hinweg zu gewährleisten. Gerade nach dem Donnschtig-Jass-Erlebnis ist es für viele frustrierend, dass dieses Vorhaben nicht weiterverfolgt werden soll.»

Stefanie Amrein-Kottmann bringt eine weitere Perspektive ein: «Ich wohne erst anderthalb Jahre hier in Römerswil, gerade für Leute wie mich gibt es kaum Orte, wo man mit den Leuten unkompliziert in Kontakt treten kann. Ein solcher Begegnungsraum wäre ideal dafür.»

Gleichzeitig betonen alle drei: «Die Petition soll die Wichtigkeit des Projektes für die Bevölkerung zeigen. Uns geht es überhaupt nicht um Opposition gegen den Gemeinderat, sondern um einen gemeinsamen, lösungsorientierten Dialog. Wir erhoffen uns eine Wiederaufnahme der Diskussion, damit wir gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Bevölkerung eine Lösung entwickeln, die den Bedürfnissen unseres Dorfes gerecht wird.» Sie sehen es als einmalige Chance, mitten im Dorf einen solchen, erst noch hindernisfreien Begegnungsraum zu realisieren.

 

 

«Die Petition soll die Wichtigkeit des Projektes für die Bevölkerung zeigen. Uns geht es überhaupt nicht um Opposition gegen den Gemeinderat.»

Drei der Initiantinnen – eine Meinung.

Bodenmatt stösst an Grenzen

Der existierende Gemeinschaftsraum Bodenmatt, in dem Tagesstruktur und Mittagstisch der Schule, Musikunterricht, Mittagstisch und Kafitreff für Senioren stattfindet, stösst an seine Grenzen. Wenn der Mittagstisch der Schule mit dem monatlichen Senioren-Mittagstisch zusammenfalle, sei der Raum heute schon mehr als voll. Die Ausstattung der Küche ist ebenfalls nicht ideal. Die Gemeinde sei verpflichtet, eine Tagesstruktur anzubieten, die den Bedürfnissen entspreche. Gleichzeitig gebe es viele Ideen, um neue Angebote zu schaffen, aber keinen Raum dafür. 

Zukünftige Bedürfnisse im Fokus

Der Begegnungsraum wäre ideal dafür, diese und zukünftige Bedürfnisse abzudecken, weil er sehr durchdacht und multifunktionell geplant sei. Damit könnten Mittagstisch und Tagesstrukturen, Kafitreff, Vereine, Generalsversammlungen, Apéros, Chlaushöck, generationenübergreifende Begegnung und weitere Angebote für die Bevölkerung stattfinden. Er würde die Mehrzweckhalle und die Aula der Schule ideal ergänzen.

«Eine Kommission hat sich gute und vertiefte Gedanken zur Nutzung gemacht. Diese hatten bisher keine Chance, bekannt zu werden und wurden nicht diskutiert.», meint Conni Müller. Zur Finanzierung fehlt den Initiantinnen die nötige Detaileinsicht: «Es gibt bestimmt noch Potential für Einsparungen – aber das Projekt ist es Wert, das ganze langfristig zu beurteilen.»

Erwin Studer, ein weiteres Mitglied des Petitionskomitees, schlägt in eine ähnliche Kerbe: «Römerswil darf die einmalige Chance nicht verpassen. Der Gemeinderat kann nun das Zentrum mitentwickeln. Er bekommt von der Kirchgemeinde eine perfekte Chance und da erwarte ich eine, den Finanzen übergeordnete Entscheidung». Studer ist Unternehmer, ehemaliger Gemeinderat, Präsident des Gewerbevereines und war auch OK-Präsident der Gewerbeausstellung.

 

«Es gibt bestimmt noch Potential für Einsparungen.»

Cornelia Müller-Herger zur Kaufsumme, die höher ist als erst gedacht.

Mit der «Petition für einen lebendigen Dorfmittelpunkt» (hier im Internet zu finden) möchten die  Initiantinnen und Initianten erreichen, dass die Chance für einen zentralen Begegnungsraum nicht vorschnell aufgegeben wird, der Gemeinderat mit allen Beteiligten ins Gespräch geht und weitere Verhandlungen geführt werden.

Projekt «Kirchplatz 1» – Kurze Rückblende

Im Jahr 2020 gab es innerhalb der Kirchgemeinde Römerswil erste Gedanken, im Gebäude für die Kirchgemeinde, das anstelle des Pfarrhauses neben der Kirche errichtet werden soll, einen multifunktionalen Begegnungsraum zu integrieren. Nicht allein für das kirchliche Leben, für das Dorfleben überhaupt. Man startete Vorabklärungen und bald strebte man an, die politische Gemeinde als Stockwerkeigentümerin für einen Begegnungsraum zu gewinnen, welcher der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollte. Denn der bestehende Raum «Bodenmatt» stösst in verschiedener Hinsicht an seine Grenzen. Bevor die Planung ins Detail ging, lauteten die Schätzungen der Gesamtkosten für das ganze Projekt namens «Kirchplatz 1» rund 8 Mio. Franken. Der Gemeinderat signalisiert, dass er grundsätzlich bereit wäre, für einen Begegnungsraum, sowie die Hälfte der öffentlichen Toiletten, einen Kellerraum und einen Parkplatz 850 000 Franken zu bezahlen. Vor gut einem Jahr bewilligte die Kirchgemeindeversammlung schliesslich einen Planungskredit von fast 650 000 Franken. In der Folge konnte die Kirchgemeinde dem Gemeinderat ein Kaufangebot von knapp einer Million Franken unterbreiten. Je nach Ausbaustandard könnten noch Mehrkosten anfallen, die mit 500 000 Franken beziffert wurden. Der Gemeinderat entschied nach eingehender Prüfung, das Angebot nicht im Budget 2027 aufzunehmen. Der Kaufpreis entspricht in dieser Höhe nicht den Vorstellungen des Gemeinderates.




Das könnte Sie auch interessieren