Paukenschlag in der Tauchstation Nüderef - Gemeinderat taucht gröber ab: Machtübernahme geglückt! (mit Bildergalerie)
Der Gemeinderat Beromünster wurde von Niggi I. und ihrer Entourage von der Böögenzunft aus dem Amt gehebelt, wie es nur der unbändige Geist der Fasnacht kann. Der Schlüssel der Macht ist in guten, kreativen Händen.
Die Gemeindepräsidentin Manuela Jost-Schmidiger durfte noch eine staatstragende Rede schwingen, bevor sie den Schlüssel zur Macht abgeben musste. Sie hielt sich für Politikerverhältnisse wohltuend kurz, damit für den Apéro mehr Zeit blieb. Sie hat bei Hans-Peter Arnold gelernt und ihre Rede fein säuberlich in einem angeschriebenen Couvert dem Pressefritzen übergeben. Ach wär das schön, wenn immer Fasnacht wär... So sagte sie: «Ich darf heute das Zepter in Form des Schlüssels der Macht in eure Hände übergeben. Möge eure Herrschaft so bunt und fröhlich sein wie die Farben eurer Kostüme, so kreativ wie eure Umzugsnummern und so harmonisch wie die Töne der Joggumusig.» Mit der letzten Aussage erntete sie einige für die Joggeler fiese Lacher.
Sie schloss mit: «Möge die Regentschaft von Dir, Niggi I., eine unvergessliche Zeit für dich, deine Familie, die Zunft und alle Fasnachtsfreunde sein.» Da waren für einmal alle mit einer Politikeraussage einverstanden.
Die sonst so machtbewussten Regenten und politischen Würdenträger wurden in corpore bis zum Aschermittwoch von der Böögenzunft unsanft aus der Verantwortung gedrängt.
Niggi I. hat nun die Regentschaft übernommen. Auf unserer Seite 13 verkündet sie ihr Programm, und das ist erst der Anfang.
«Jetzt ist die Zeit gekommen, die ernsten Mienen abzulegen und sich der ausgelassenen Stimmung hinzugeben.»Die temporär abgesetzte Gemeindepräsidentin Manuela I. macht gute Miene zum bösen Spiel.
Die festfreudigen Politiker haben sich schnell wieder gefasst, sie zeigen ihre helle Freude an der willkommenen Pause. Macht haben ist Würde und Bürde, jetzt können die Böögenzünftler mal zeigen, was sie sonst noch so können. So wurde die Machtübergabe noch etwas begossen, geschunkelt, intrigiert und gelacht, wie es eine schöne Tradition ist. Luki Steiger bewies mit seinem Tenue am meisten Mut, er zeigte sich in Badeshorts, ideal zum Abtauchen. Gemeindeschreiber Dani Bucher war als weisser Hai für einmal der Gfürchigste und kaum wiederzuerkennen, was nicht (nur) am Alkohol lag. Alle freuen sich unbändig auf die närrischen Tage und auf den Umzug in Nüderef vom Fasnachtssonntag. Und in der Tauchstation geht es schon diesen Freitag wieder hoch zu und her. Reinschauen lohnt sich bestimmt.
Interview mit Niggi I. auf Seite 13 unserer Print-Ausgabe
Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt