Otmar der Erste ist Götschi-Zunftmeister 2024
Am Bärzelistag, 2. Januar, wurde der 84. Zunftmeister im «Roten Löwen» inthronisiert. Einstimmig und mit grossem Applaus wurde das Hildisrieder Urgestein Otmar Schmid am 99. Zunftbot von den 164 anwesenden zünftigen Männern gewählt.
Die Musikgesellschaft Hildisrieden begleitete den zwölfköpfigen Zunftrat mit einem rassigen Marsch vom Dorfschulhaus zum Gasthaus zum Roten Löwen, wo auf der Eingangstreppe der traditionelle Wachruf vom Weibel Armin Hurni verlesen wurde. Er rüttelte die Anwesenden wach und erklärte, dass nun Fasnacht ist in Hildisrieden.
Im Saal des Roten Löwen begrüsste der Präsident Georg Rüttimann die grosse Zunftgesellschaft und hielt einen interessanten, bebilderten Rückblick auf das aktive Umzugsjahr 2023.
Der abtretende Zunftmeister Oliver Rüttimann bekam noch einmal das Wort. Er erwähnte die Highlights seines Amtsjahres, vor allem das Gemeinschaftswerk der ganzen Gemeinde, den Fasnachtsumzug vom 19. Februar 2023. Fasnacht in Hildisrieden ist «e rüdigi huere Sach», meinte er. Zusammenhalt und Dorfgemeinschaft waren seine wichtigen Worte und Werte. Der Präsident meinte, dass auch Fasnacht machen eine ernst zu nehmende Sache sei, weil auch in diesem Bereich ein respektvoller Umgang miteinander von grosser Wichtigkeit ist.
Nachdem der Schreiberling Ueli Buchmann sein Protokoll verlesen hatte und der Jahresbatzen bei 20 Franken belassen wurde, musste der Präsident eine Demission im Zunftrat bekannt geben. Nach acht Jahren Mitarbeit in der Zunft, und da er mit der Familie den Wohnort gewechselt hat, möchte Armin Hurni entlastet werden. Als Ersatz für ihn wurde Thomas Loosli, Geschäftsleiter der Metzgerei, gewählt.
Der traditionelle Sketch für die Zunftmeistersuche
Da der von der Gemeindepräsidentin angebotene direkte Draht scheinbar nicht genügend ist und von der Bevölkerung ein Sorgentelefon gewünscht wird, hat sich die Zunft dessen angenommen. Dauernd läutete auf der Bühne das Telefon. Jemand telefonierte wegen der neuen Kreiselstelle, oder der Samichlaus beschwerte sich wegen des neuen Christbaumes beim Gemeindehaus, das sei eine Mogelpackung; ob sich wohl die Gemeinde so das CO2-Zertifikat ergattern wolle? Jemand hatte ein grosses Problem, er wollte unbedingt Zunftmeister werden. Der Zunftrat konnte sich nicht auf diese Person einigen und musste einen Gegenkandidaten stellen. Alle Anwesenden wurden aufgefordert, sich von den Stühlen zu erheben. Im Ausschlussverfahren hiess es wieder Platz zu nehmen, zuerst die über 70-Jährigen, dann die mit blonden oder grauen Haaren, dann alle Bauern usw. bis am Schluss nur noch einer übrig blieb.
Der Scheinwerferstrahl ging auf Otmar Schmid-Müller, Länzeweid 37, Geburtsdatum 30.03.1967, verheiratet mit Karin. André, Fabian und Carmen sind seine Kinder. Sein Beruf ist Verkäufer und Serviceberater für Baggeranbaugeräte. Das Motto der Familie ist «Jutze, Senge, Abougrät a Bagger brenge». Es symbolisiert die Verbindung zu seinem Beruf und zur musikalischen Leidenschaft von Karin sowie die Geselligkeit, die sie zusammen mit den Hildisrieder:innen an der Fasnacht 2024 pflegen wollen.
Gratulationen und Äusserungen der Freude
Viele verbale Voten von Kollegen und Vereinsvorständen signalisierten, dass «Schmödu», wie er im Kollegenkreis benannt wird, in Hildisrieden verwurzelt ist. Er ist im Länzehof aufgewachsen.
Nach den offiziellen Ständli der Musikgesellschaft und den Lüütertütern sowie den offerierten Kaffeerunden verschob man sich ins Bogehüsli und blieb zum Teil dort bis es anfing zu «hellele».
Emil Barmet