Ostergedicht: Liebesgeschenk mit Folgen
Zu Ostern hat unsere freie Autorin, Heidy Lötscher aus Schwarzenbach, wieder mal in die Tasten gehauen und ein Ostergedicht verfasst. Hier ist es:
Ein Osterhäschen eilt geschwind
Zum Hühnerstall von Bauer Konrad
Es hoffet, dass der Coup gelingt
Und der Hahn gibt ihm ein Ei ab
Doch der ist heut nicht guter Laune
Seine Alte hat ihn wieder mal versetzt
wird nur noch älter, meine Braune
werde von ihr nicht mehr geschätzt
Häschen lauscht des Hahnes Kummer
und redet ihm gar nett und lieb
denkt dabei, ach bist du ein Dummer
bist alt lahm, faul und ohne Trieb
es schmeichelt ihm ganz raffiniert
und rühmt des Hahnes toll Gefieder
der Hahn nun seinen Frust verliert
sein Selbstvertraun, kehrt wieder
Das Häschen bittet um ein Ei
Ein Grosses, schönes, zum Verlieben
es denkt nämlich heimlich sich dabei
morgen, bei Trixchen, um sieben
Der Hahn schreitet stolz zum Stall
und ruft seine Hennen her zu ihm,
sie eilen zack herbei von überall
keine überhört seine laute Stimm
Ein Ei will von euch ich haben
Das Grösste und Schönste soll es sein
Dass der Hase es kaum mag tragen
Und bitte, die Damen mögen sich beeiln
Die alte Braune denkt, du alter Gockerich
Dich will ich jetzt mal sanft belehren
Das alte grosse Gipsei richt ich her für dich
Und dann. komm dich nur bei mir beschweren
Und pünktlich zur bestellten Zeit
erscheint der Hahn und schaut sich um
erblickt das Ei, aha es ist bereit
er trägt‘s hinaus zum Hasen mit Gebrumm
der mag‘s kaum tragen, und schwitzt dabei
und Trixchen strahlt ihn an mit Wonne
Ei ein so grosses schönes Osterei
Oh Schreck, das wiegt ja eine Tonne
Ein Biss, autsch, zwei Zähne, weg sind sie
Und Hasis Liebesträume leider auch
Oh du alter Gockel erzürne deine Alte nie
Denn sie hat den längern Hauch.
Text: Heidy Lötscher, Bild: kho