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Orientierungsversammlung über das neue Führungsmodell, die Ortsplanungsrevision und die Schulraumplanung  

Die Orientierungsversammlung der Gemeinde Beromünster umfasste Informationen über drei Themen: Das neue Führungsmodell, welches die Gemeinde anstrebt, die Ortsplanungsrevision sowie die Schulraumplanung.

Das Thema, das in Vergangenheit die höchsten Wellen warf, wurde an der Orientierungsversammlung lediglich gestreift. Dabei geht es bekanntlich im wesentlichen um die Zusammenführung der planungsrechtlichen Grundlagen aller vier Ortsteile. Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold äusserte in diesem Zusammenhang Verständnis für den Frust der Initianten vom Projekt «Einkaufserlebnis». Letztlich ist es an der «Blockade» der langwierigen und lange dauernden Ortsplanungsrevision gescheitert und von den Initianten bekanntlich beerdigt worden.

Als sogenannte Kompensationsgemeinde muss Beromünster bei der Revision keine Auszonungen vornehmen, es gibt aber doch welche, weil innerhalb der Gemeinde Umlagerungen stattfinden. So soll Bauland in beträchtlichem Umfang von Schwarzenbach an den Sandhübel in Beromünster umgelagert worden. Mit den Landbesitzer habe man sich gütlich geeinigt, hielt Arnold fest, Beromünster wolle massvoll wachsen, so Arnold weiter, «jährlich um rund 0,7 Prozent.» In der Fragerunde wurde deutlich, dass sich dieses Wachstum auf alle Ortsteile bezieht mit 2659 Haushalten im Jahr 2020. «Wenn 500 Wohnungen vor allen im Ortsteil Beromünster entstehen, ist das nicht mehr moderat», fand Ruedi Hüsler.

Stefan Galliker entgegnete, in den vergangen Jahren sei vor allem Neudorf gewachsen, wie auch Gunzwil, in den kommenden Jahren werde nun in Beromünster etwas mehr gebaut.

Auch eine Frage zur Qualitätssicherung bei der Planung von Bauprojekten gab es eine Frage. Hans-Peter Arnold hielt fest, dieses sei im Bau- und Zonenreglement genau definiert und werde auch gelebt. Die Baukommission wurde ebenfalls bereits eingesetzt, sie berät den Gemeinderat bei sensiblen Bauvorhaben, etwa bei Gestaltungs- und Bebauungsplänen oder bei baulichen Massnahmen in den Ortskernzonen sowie der Ortsbildschutzzone.

Die Abstimmung über die 2. Etappe der Ortsplanungsrevision wird am 27. November stattfinden, eine Orientierunsgversammlung am 9. November wird dieses Thema vertiefter aufgreifen.

Neues Führungsmodell für die Gemeinde

Im Hinblick auf die nächste Legislaturperiode (2024 bis 2028) befasste sich der Gemeinderat an einer Klausur am 7. Dezember 2021 mit einem neuen Führungsmodell für die Gemeinde. Es wird angestrebt, dass ein Gemeinderatsamt in einem Pensum von 20 bis 30 Prozent ausgeführt werden kann. Heute sind die Pensen unterschiedlich und teilweise deutlich höher.

Den Gemeinderatsmitgliedern soll so ermöglicht werden, weiterhin in ihrem Beruf tätig zu sein. Sie sollen nicht mehr operativ arbeiten, sondern sich auf die strategischen Aufgaben konzentrieren können. Alle Gemeinderatsmitglieder sollen auch künftig Vorsteherin oder Vorsteher eines bestimmten Ressorts bleiben. Eine Konsequenz daraus ist, das die Verwaltung mehr Kompetenzen erhält. In Interviews mit internen und externen Personen wurde deutlich, dass nicht eine Verwaltungsleiterin oder der Verwaltungsleiter allein die Verwaltung führen soll, sondern ein Verwaltungsleitungsteam. «Man möchte keinen <Dorfkönig>, dieses Wort ist wiederholt gefallen», führte Manuela Jost-Schmidiger, Vizepräsidentin des Gemeinderats Beromünster, aus. Es soll wohl eine Verwaltungsleiterin oder einen Verwaltungsleiter geben, ihr oder ihm stehen ein Team von Bereichsleitenden zur Seite. Gemeinsam bildet man dieses Verwaltungsleitungsteam. So will man eine Machtkonzentration verhindern und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, hofft man so auch als attraktiver Arbeitgeber auftreten zu können.

Anhand eines Organigramms wurde den Anwesenden aufgezeigt, wie man sich die Organisation vorstellt. Es wurde gleichzeitig deutlich, dass noch einige Detailklärungen notwendig sind, bis das neue Modell zur Abstimmung gelangen kann.

Sowohl betreffend Organigramm und der Zuteilung der Kompetenzen gab es Fragen aus dem Plenum, wie auch, wie die Controlling- und die Bildungskommission ihre Aufgaben wahrnehmen werden. Die Kommission würden ihre Funktion wahrnehmen wie bisher, denn das Führungsmodell habe darauf keine Auswirkungen, lautete die Antwort. Es wurde die Befürchtung geäussert, dass die Ressortvorsteher aufgrund der tieferen Pensen zu wenig vor Ort seien und Anliegen tagelang nicht behandelt würden. Manuela Jost-Schmidiger versprach, dieses Anliegen mitzunehmen, es decke sich aber schon heute mit den Vorstellungen des Gemeinderats. Auch die Trennlinie zwischen operativer und strategischer Tätigkeit sei nicht einfach zu ziehen. «Selbstverständlich bekommt Beromünster ein Modell, dass zur Gemeinde passt, nicht eines beispielsweise der Stadt Zürich», versprach Kathrin Härdi, Beraterin für Organisationsentwicklung, welche der Gemeinderat als Fachperson beigezogen hatte und die anwesend war.

Sportlicher Zeitplan

Die Arbeiten gehen nun weiter, am 1. März 2023 folgen anlässlich einer Orientierungsversammlung weitere Informationen, am 12. März 2023 folgt bereits die Abstimmung. «Gibt es einen Plan B, falls eine Ablehnung erfolgt?», fragte Stefan Galliker angesichts des sportlichen Zeitplans. Manuela Jost-Schmidiger glaubt dank dem Einbezug der (kritischen) Echogruppe, es werde der bestmögliche Vorschlag zur Abstimmung vorliegen. Per 1. September 2024 soll das neue Führungsmodell eingeführt werden.

Organigramm

Zeitlicher Ablauf

Blick auf den Schulraumplan

Das dritte Thema der Informationsveranstaltung bildete die Schulraumplanung. Hier war eine siebenköpfige Schulraumplanungskommission an der Arbeit mit Unterstützung vom Architekturbüro Jäger Egli. Die Planung wird beeinflusst von den Schülerzahlen, aber auch von den neuen pädagogischen Anforderungen, insbesondere ein an jedes Klassenzimmer angrenzendes Halbklassenzimmer. Dieses wird benötigt, weil der Unterricht integrativ erfolgt und Kinder nur noch unter besonderen Umständen eine Sonderschule besuchen. Die einstigen Kleinklassen gibt es nicht mehr. So findet der Unterricht heute nicht selten in aufgeteilten Klassen statt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schulkinder gerecht werden zu können. Schulleiter Martin Kulli gab einen Überblick, wie es um den Schulraum in den vier Ortsteilen angesichts dieser Herausforderung steht und auch, wie die Vorgaben vom Behindertengleichstellungsgesetz erfüllt werden können. In Neudorf können die Bedürfnisse nach den Ergänzungsbauten erfüllt werden, in Gunzwil nach dem Bau der Dreifachturnhalle ebenfalls. Hier und in Schwarzenbach sind die Schülerzahlen eher am Sinken. In den Schulhäusern Schwarzenbach und Büel sind die Zimmer vorhanden, es muss jeweils ein Treppenlift eingebaut werden. Die Schulhäuser St. Micheal II und IV in Beromüsnter entsprechen den Anforderungen. Im Schulhaus St. Michael I ist das erreichen der Behindertengerechtigkeit baulich nur schwer erreicht werden, im Schulhaus St. Michael III einfacher.

Am meisten Sorgen macht der Arbeitsgruppe das Primarschulhaus. «Es hat durchaus seinen Charme», hielt Schulleiter Martin Kulli fest. Allerdings sind die Zimmer kleiner, als es die Vorgaben verlangen (72 Quadratmeter). Es gibt keine Halbklassenzimmer und ein Lift kann kaum eingebaut werden, weil die Toilettenanlagen auf Halbstöcken liegen.

Es folgen nun weitere Abklärungen, allenfalls wird ein Projektwettbewerb ins Auge gefasst. «Sie sehen, uns gehen die Projekte nicht aus», kommentierte Manuale Jost-Schmidiger, welche Teil der Arbeitsgruppe Schulraumplanung ist.

Zum Schluss thematisierte Hans-Peter Arnold das Umfahrungsprojekt, mit dem sich nun der Kantonsrat befassen muss. Eine Entscheidung erwarte man im November. Die kantonale Abstimmung ist am 18. Juni 2023 geplant. «Es wird Veränderungen geben, es wird aber auch vieles zerredet, es ist wichtig, dass Möischter dieses Projekt nach 60 Jahren endlich realisieren kann», schloss er die Orientierungsversammlung.  

Text und Bilder: Martin Sommerhalder


Stimmen aus dem Plenum

«Wenn alle nur 30 Prozent belegen? Dann ist ja nie jemand auf dem Büro!»
Ein Bürger äussert Bedenken bezüglich Fachspezialauskünfte bei einer Teilzeitbelegung im Gemeinderat.
«Wir sind ja mehr oder weniger täglich am Arbeiten. Wir sind alle gefordert. Ziel ist ein guter Service public.»
Manuela Jost-Schmidiger erklärte, dass gewisse Lücken momentan noch nicht auszuschliessen seien.
«Alles wird auf die Verwaltung herunterdelegiert!»
Meinte ein skeptischer Bürger.
«Beromünster ist nicht die Stadt Zürich! Es muss passen zu euch.»
Kathrin Härdi erklärte, dass das neue Führungsmodell auf die Gemeinde Beromünster abgestimmt werde.
«Wir werden ein Schnittstellenmanagement haben.»
Mit diesem sollten besagte Lücken geschlossen werden.
«Sollte es die Wyna abgehen, was dann?»
Frage zum Führungsmodell in Anbetracht seiner Abhängigkeit von der Abstimmung im kommenden Frühling.
«Dann gehen wir in die Konsolidierung und schauen, woran es lag.»
Antwort von Hans-Peter Arnold.
«500 neue Wohnungen in 15 Jahren: Das sind sehr viele in Beromünster. Was bedeutet das für die Infrastruktur?»
Dieser Bürger betrachtet die Ortsplanung und deren Folgen sehr kritisch.
«Es ist ein moderates Wachstum. 500 ist das absolute Maximum.»
Antwortete der Gemeindepräsident.
«Es ist ein grosses Wachstum! 40 Prozent der Bürger sollen wissen, was auf sie zukommt.»
Insistierte der Bürger.
«Grundsätzlich ist es ein konsistenter Wurf, an dem lange diskutiert und gefeilt wurde. Habt Vertrauen in die vierzig Leute der Begleitgruppe!»
Beruhigte ein anderer Bürger zuversichtlich, dass das Wachstum erträglich sei.
«Veränderungen wird es geben, das ist klar. Aber wir können sie positiv gestalten. Die Bevölkerung soll zeigen, dass sie endlich will!»
Hans-Peter Arnold in Bezug auf kürzlich erschienene Berichte in der Tageszeitung zur Umfahrungsstrasse Beromünster.
«Nach 60 Jahren Reden kommen wir jetzt ins Umsetzen hinein.»
Arnold will, dass es mit dem brennenden Thema Umfahrung jetzt vorwärts geht ...
«Fragen?»
... und eröffnete die Diskussion. Es gab keine Fragen.
«Es meldet sich wirklich niemand!»
Ein sichtlich erheiterter Gemeindepräsident leitete hinüber zum Apero.



Aufzeichnung: uke




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